Architektur

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© Kunsthalle Mannheim/ Lukac Diehl
Blick vom Wasserturm auf den Neubau der Kunsthalle Mannheim
© Kunsthalle Mannheim/ Lukac Diehl
© Kunsthalle Mannheim/ Lukac Diehl
Einzigartiges Architektur-Ensemble am Friedrichsplatz

Der historisch gewachsene Komplex der Kunsthalle am schönsten Platz Mannheims umfasst Hermann Billings Jugendstil-Bau von 1907 sowie den 2017 fertiggestellten Hector-Bau des Hamburger Büros gmp – von Gerkan Marg und Partner. Zwei Architekturen für programmatische Museumskonzepte wie sie unterschiedlicher nicht sein können: lichtdurchflutet, zeitlos, offen und urban die eine, plastisch ausdrucksstark und stattlich die andere. Am Skulpturenplatz leuchtet roter Mainsandstein im Südlicht. Zum Friedrichsplatz hin umhüllt ein filigranes Metallgewebe sieben Ausstellungshäuser, die sich um ein zentrales, 22 Meter hohes Atrium gruppieren. Schatzhaus und Marktplatz in einem Quartier: eine Stadt in der Stadt, angefüllt mit Kunst aus zwei Jahrhunderten und innovativen digitalen Überraschungen. Die Kunsthalle ist ein faszinierender Begegnungsort für Menschen aller Generationen und Kulturen mit inspirierenden Kunstwerken und aktuellen Diskursen in einem einzigartigen Architektur-Ensemble – ein unvergessliches Erlebnis.

Hector-Bau: Stadt in der Stadt für Menschen, Kunst und Debatten

Lichtdurchflutet und urban: Der Neubau der Kunsthalle unterscheidet sich fundamental vom konventionellen Typus des Museums. Die Entwurfsidee spielt auf die historische Schachbrett-Struktur Mannheims an. Konzipiert als offene Stadt in der Stadt, reklamiert die maßgeschneiderte Architektur Dynamiken und Grundelemente des Urbanen. Sieben Ausstellungshäuser umgeben einen zentralen Platz, den in 22 Meter Höhe ein Glasdach überspannt. Dreizehn vielgestaltige Galerien – Kuben genannt – sind über Brücken, Treppen und Terrassen miteinander verbunden: 3.600 Quadratmeter für moderne und zeitgenössische Kunst. Riesige Fenster erlauben Ein- und Ausblicke nach allen Seiten und integrieren die Kunsthalle in die Stadt. Ein transparentes Metallgewebe umhüllt den spektakulären Gebäudekomplex. Der derzeit wichtigste Neubau eines Kunstmuseums in Deutschland wurde 2012 vom SAP-Mitbegründer Hans-Werner Hector mit einer bedingungslosen 50-Millionen-Euro-Spende initiiert. Geplant hat ihn das Hamburger Büro gmp – von Gerkan, Marg und Partner. Als Bauherrin fungierte die eigens gegründete Stiftung Kunsthalle Mannheim. Das Baubudget betrug 68,3 Millionen Euro. In beispielhafter Private-Public-Partnership investieren private Mäzene, Stadt und Land insgesamt rund 70 Millionen Euro in die zukunftsweisende Museumsarchitektur und eine innovative digitale Strategie.

Kunst wird Teil der Stadt – Museum in Bewegung

Die Kunsthalle Mannheim versteht sich als Museum in Bewegung. Eine Institution, die Menschen bewegt – im geistigen wie im wörtlichen Sinn – und selber in Bewegung bleibt, in dem sie sich mit ihrem Publikum verändert. Durch Architektur, Aktivitäten und einen faszinierenden Erlebnismix verbündet sich die Kunsthalle mit Stadt und Gesellschaft. Die barrierefreie Weiterführung der Straße lockt Menschen ohne Eintritt bis in das zentrale Atrium und ermöglicht ein entspanntes Flanieren durch die verschiedenen Atmosphären und wechselnden Themen der Kunstkuben, zum Restaurant LUXX, in den Museumsshop, auf zwei Dachterrassen und in den Jugendstil-Bau. Das Museumskonzept knüpft direkt an die demokratischen Gründungsmaximen der Institution an: Kunsthalle für alle – ein weltoffener Ort und öffentlicher Freiraum, der Menschen aller Generationen und Kulturen einlädt, ihre Anschauungen und Vorstellungen mit- und einzubringen. Ausstellungen und Künstlerprojekte sind Vorschläge, die zu Austausch und Diskussion ermuntern. Kunst wird Lebensmittel, Anlass für Kommunikation und Teilhabe, statt Meistererzählungen der Kunstgeschichte aufzuführen. Collection Wall, Creative Lab und persönlicher Museumskatalog intensivieren interaktives Entdecken und Mitmachen. Eine neue Museums- und Kunsterfahrung wird Teil des Alltags.

New Building / Neubau Kunsthalle Mannheim. Der Film.

Museum im 21. Jahrhundert: Wettbewerb der Architektur-Visionen

Im Juli 2012 prämierten 15 renommierte Preisrichter und ein achtköpfiges Beraterteam im internationalen Wettbewerb für den Neubau der Kunsthalle Mannheim die drei besten Entwürfe. Sie stammen von gmp – von Gerkan, Marg und Partner, Peter Pütz und Volker Staab. Fünf weitere Vorschläge würdigte die Jury mit Anerkennungen, so Annette Gigon/Mike Guyer, Ortner & Ortner und Rafael Moneo. An dem anonymen, zweistufigen Verfahren hatten sich neben 12 eingeladenen Museumsplanern insgesamt 29 Architekten beteiligt, darunter David Adjaye, David Chipperfield, SANAA, Zaha Hadid sowie zwei Mannheimer und drei junge Büros. Aus dem Verhandlungsverfahren ging im Dezember 2012 die größte deutsche Architektensozität gmp aus Hamburg als Sieger hervor. Sie setzte sich mit dem spektakulären Raumkonzept ihres ersten Museumsprojekts in Europa gegen die deutsche und internationale Konkurrenz durch. Die Kunsthalle Mannheim ist als Stadt in der Stadt konzipiert. Verantwortung für Realisierung und Budget übernahm die eigens gegründete private Stiftung Kunsthalle Mannheim. Die Grundsteinlegung fand im März 2015 statt. Nach knapp drei Jahren wurde der Hector-Bau am 18.12.2017 der Stadt Mannheim als Geschenk übergeben.

Jugendstil-Bau und Museumsreform – Avantgarde um 1910

Der historische Gründungsbau der Kunsthalle Mannheim wurde 1906/07 nach Plänen von Hermann Billing zum 300-jährigen Stadtjubiläum für die Internationale Kunst- und Gartenbau-Ausstellung errichtet. Der bekannte Karlsruher Architekt entwarf ein zweiflügeliges Galeriegebäude mit zentraler Kuppelhalle und imponierendem Löwenportal in dem für Mannheim charakteristischen roten Mainsandstein. Überraschend kehrt der Jugendstil-Bau dem Friedrichsplatz – Mannheims moderner Mitte – den Rücken zu, denn dort sollte ein prominenterer Museums-„Tempel“ glänzen. Dafür hatten die Geschwister Reiß bereits 1902 der Heimatstadt ihr gesamtes Vermögen gestiftet. Billings Architektur mit Tageslichtdecken und geschlossenen Seitenwänden für die Hängung von Gemälden entsprach den damals progressivsten Museumsstandards. Der Name „Kunsthalle“ untermauerte 1909 den Gründungsauftrag: Die Industriestadt, wo Fahrrad und Auto erfunden wurden, wagte die mutige Auseinandersetzung mit aktueller Kunst. Dafür entwickelte der junge Fritz Wichert das visionäre Konzept eines „Museum von Bedeutung“, das auf Qualität und Eigenart setzt, statt auf ein lückenloses historisches System. Seine Kunsthalle war nicht nur konsequent der künstlerischen Avantgarde und der ästhetischen Menschenbildung verpflichtet, sondern leistete auch einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Mannheims als Kulturstadt.

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