„A Woman Captured – Eine gefangene Frau“ zeigt die schockierende Geschichte einer Ungarin in der Reihe „Film & Kunst“ am 21.02.2019 im Cinema Quadrat

„A Woman Captured – Eine gefangene Frau“ zeigt die schockierende Geschichte einer Ungarin in der Reihe „Film & Kunst“ am 21.02.2019 im Cinema Quadrat
15.02.19
Barbara Reeder

Kaum ertragen lässt sich das Unrecht, das in dem Dokumentarfilm „A Woman Captured – Eine gefangene Frau“ aufgedeckt wird. Die 52-jährige Marisch muss ein Jahrzehnt lang unter unmenschlichen Bedingungen als Sklavin einer Familie dienen. Im Rahmen der Reihe „Film & Kunst“ der Kunsthalle Mannheim wird die bewegende Dokumentation (HU 2017, 89 Min., OmU) am Donnerstag, 21.02.2019 (19.30 Uhr) im Cinema Quadrat gezeigt.

Zehn Jahre lang muss die Ungarin Marisch einer Familie dienen – bei 20-Stunden-Arbeitstagen und ohne Arbeitslohn. Ihre Unterdrücker konfiszieren ihre Ausweispapiere, Marisch darf das Haus nur mit ausdrücklicher Erlaubnis verlassen. Sie wird behandelt wie ein Tier, erhält nur Essensreste und hat kein Bett zum Schlafen. Zwei Jahre lang begleitet die Regisseurin Bernadett Tuzza-Ritter die Frau, der schließlich der Ausbruch aus der Sklaverei gelingt.

Der Global Slavery Index (Weltweite Erfassung von Sklaverei) aus dem Jahre 2016 schätzt, dass derzeit weltweit 45,8 Millionen Menschen von einer der Ausformungen moderner Sklaverei betroffen sind, davon 1,2 Millionen Männer und Frauen in Europa. Dies beinhaltet Zwangsarbeit und häusliche Knechtschaft ebenso wie Prostitution. Diesen Sachverhalt aufzuzeigen ist ein Teil des Films, der zugleich auch von einer Ermächtigung handelt. Bernadett Tuzza-Ritter zeigt in ihrer Dokumentation eine Frau, die mit ihrer Flucht ein großes Risiko eingeht und der es gelingt, die schrecklichen Dinge, die ihr widerfahren sind, hinter sich zu lassen.

Die aktuelle, 20. „Film & Kunst“- Staffel stellt sich einer besonderen inhaltlichen Herausforderung, denn alle ausgewählten Filme – von September 2018 bis Februar 2019 – stehen im Zeichen der großen Themenausstellung, die ab 12. Oktober in der Kunsthalle zu sehen ist. Unter dem Titel „Konstruktion der Welt: Kunst und Ökonomie“ verdeutlicht diese Themenausstellung erstmals den dramatischen Einfluss der Ökonomie auf die Kunst in einem weltweiten Vergleich und zeigt dies in der Gegenüberstellung zweier Epochen auf. Ökonomische Phänomene in der Klassischen Moderne der 1920/30er Jahre werden mit Fokus auf Deutschland, Russland und die USA reflektiert und künstlerischen Positionen der unmittelbaren Gegenwart gegenübergestellt. Hier ist der Ausgangspunkt für die Werkauswahl natürlich die globale Finanzkrise 2008, die die Wirtschaftssysteme in Amerika und Europa in ihren Grundfesten erschütterte und unsere Gegenwart nachhaltig beeinflusst.

Das Programm der 20. Staffel „Film & Kunst“ ermöglicht mit einer Auswahl von preisgekrönten Dokumentarfilmen einen vertiefenden Blick auf das ökonomische Geschehen unserer Tage und ergänzt die Ausstellung um sehenswerte filmische Positionen. In Einführungsvorträgen wird der jeweilige Bezug der Filme zur Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ hergestellt.

 

in der Reihe „Film & Kunst“:

Donnerstag, 21.02.2019, 19.30 Uhr

A Woman Captured – Eine gefangene Frau

Mit einer Einführung von Dr. Thomas Köllhofer

Ort: Cinema Quadrat (Collini Center, Collini Str. 1, Mannheim)

Kosten: 8 €/ ermäßigt 6 €/ Mitglieder 5 €