Kosmos Kiefer: Gesprächsvorträge zur Ausstellung Anselm Kiefer

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Anselm Kiefer greift in seinem Werk existenzielle Themen auf und verwendet ungewöhnliche Materialien wie Blei oder Asche. Nach seiner frühen intensiven Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus entstanden in den letzten Jahrzehnten Arbeiten zur Verbindung von jüdischer und christlicher Kultur. Der Künstler zeigt darin sein Interesse an den unterschiedlichen Weltreligionen, der Mystik sowie den Erkenntnissen der Naturwissenschaften.

Das ProgrammPlus „Kosmos Kiefer“ thematisiert in Gesprächsveranstaltungen, Konzerten, in einem wissenschaftlichen Symposium, in Lesungen und Konzerten Kiefers Werke und künstlerischen Bezüge mit Referent*innen aus den Bereichen jüdischer Mystik und Kabbala, christliche Ikonografie, Erinnerungskultur, Lyrik und Poetik, Diskurs und Kritik in der Kunstgeschichte der Gegenwart sowie klassischer Musik.


Sonntag, 02.05.21, 11:00 Uhr

Kosmos Kiefer: Von dem Gesang des Landes: Die Musik und die Seele und Anselm Kiefers Werk „Lilith“

Kann die Musik eine Person verändern? Kann man durch eine gute Melodie inspiriert werden, sich zu verbessern? Ist es möglich, die Heiligkeit Gottes durch eine Tonleiter mitzuerleben?

Kantor Amnon Seelig von der Jüdischen Gemeinde Mannheim singt und erklärt die psychologischen Wirkungen der Musik in der Kabbala und der jüdischen Mystik.


Sonntag, 16.05.21, 19:00 Uhr

Kosmos Kiefer: „Woher diese Inspiration? Ingeborg Bachmann und Anselm Kiefer“

Lesung von Ina Hartwig

Anselm Kiefer greift in seinen Bildern häufig auf die Schrift zurück, indem er ihnen Zitate aus der Literatur und Namen aus der Antike, der Mythologie oder der Bibel einschreibt. Der Dialog mit Texten erfährt so eine Übersetzung ins Bild, zugleich aber auch eine Weiterschreibung durch das Wort. Kiefers zentrales Thema ist die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, dafür bilden u.a. die Gedichte von Ingeborg Bachmann und Paul Celan zwei feste lyrische Orientierungspunkte in seinem Werk. Mit Zeilen aus ihren Gedichten und/oder ihren Namen sind mehrere seiner Bilder versehen.

Ingeborg Bachmann ist ein Mythos der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. In ihrer Biografie „Wer war Ingeborg Bachmann?“ blickt Ina Hartwig hinter die Fassade und entdeckt in zahlreichen Gesprächen mit Zeitzeugen wie Hans Magnus Enzensberger, Martin Walser oder Henry Kissinger eine andere Persönlichkeit: Ingeborg Bachmann als politisch denkende Intellektuelle und Medienprofi, als Dichterin, die trotz all ihrer Gefährdungen überrascht mit Witz und lebenspraktischer Klugheit.) In ihrer Lesung und im Gespräch mit Sebastian Baden, Kurator der Ausstellung Anselm Kiefer, gehen die beiden der Inspiration nach, die Bachmann für den Bildenden Künstler Anselm Kiefer darstellte.

 

Ina Hartwig studierte Romanistik und Germanistik in Avignon und Berlin. Neben Lehrtätigkeiten an der FU Berlin, in St. Louis und Göttingen war sie viele Jahre lang verantwortliche Literaturredakteurin bei der »Frankfurter Rundschau« und arbeitete ab 2010 als freie Kritikerin, Autorin und Jurorin. 2011 wurde sie mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik und dem Caroline-Schlegel-Preis der Stadt Jena ausgezeichnet, 2015/16 war sie als Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin. Seit 2016 ist Ina Hartwig Kulturdezernentin in Frankfurt am Main.

Zielgruppe: Erwachsene
Dauer:
Datum: 21.03.2021 bis 16.05.2021