Aufbau der Ausstellung "Anselm Kiefer"

Sebastian Baden (Bild: Kunsthalle Mannheim/Elmar Witt)

Sebastian Baden (Bild: Kunsthalle Mannheim/Elmar Witt)

Aufbau Ausstellung "Anselm Kiefer" (Bild: Kunsthalle Mannheim/Elmar Witt)

Aufbau Ausstellung "Anselm Kiefer" (Bild: Kunsthalle Mannheim/Elmar Witt)
Aufbau der Ausstellung "Anselm Kiefer"
20.11.20
Sebastian Baden

Mit viel Vorfreude habe ich den Transport der Kunstwerke von Anselm Kiefer erwartet. Für den Aufbau der Ausstellung musste unser Team früh mit der Planung beginnen. Wie bei anderen Ausstellungen gibt es dafür Zeit- und Hängepläne; in diesem Fall spielten die Größe, das Gewicht der Kunstwerke und ihre verschiedenen Segmente aber eine entscheidende Rolle: Passen die Arbeiten überhaupt in die Räume, trotz der Höhe von 5 Metern bzw. 6,50m im Obergeschoss? Und halten die Wandkonstruktionen die Belastung aus? Nicht alle Werke der Vorauswahl konnten deshalb in das Ausstellungskonzept aufgenommen werden. Mehrere LKW mit Anhänger brachten die Werke aus den Depots in die Kunsthalle.

Schließlich werden mit 17 Bildern und Skulpturen wichtige Werke gezeigt; darunter sind zwei Objekte schon bekannt: Das Hochformat „Sephirot“ hängt bereits im Atrium der Kunsthalle, die Skulptur „Frauen der Antike“ hat einen neuen Platz und sogar eine „Schwester“ bekommen. Die beiden Skulpturen sind im zweiten Raum der Ausstellung mit dem thematischen Titel „Mann und Frau“ zu finden. Und wer kann glauben, dass die sieben Bleibücher auf der Figur „Frauen der Antike“ fast 1,5 Tonnen zusammenbringen?

Die Installation „Volkszählung“ ist ein Container aus Eisenplatten; darin hängen in Bleibahnen gepresste „60 Millionen Erbsen“ und auf dem Dach liegen zwei Bleischlangen. Das Werk ist zwar aufwändig aufzubauen, aber Dank der vorliegenden Baupläne und mit viel Kraft haben wir es geschafft; kaum zu glauben, wie viele schwere Holzkisten dafür auf LKWs angeliefert werden mussten. Wenn die Position einmal festgelegt ist, lässt sich das extrem schwere Objekt keinen Millimeter mehr verrücken. Jetzt steht das Werk gut ausgeleuchtet mitten im Raum.

Komplizierter war der Transport der Palme, die zur Installation „Palmsonntag“ gehört. Mit einem Spezialgabelstapler wurde die Palme abgeladen und ins Haus gefahren. Zum Glück ist das Objekt aus Kunststoff nachgebildet und deshalb weniger schwer als ein echter Baum. Die 30 zur Installation gehörenden, schweren Eisenvitrinen mit Glas konnten langsam und präzise mit Kran und Glassauger dicht neben- und übereinander platziert werden. So ergibt sich ein fantastischer Bilderfries.

Besonders habe ich mich auf die Installation der extrem ausladenden Skulptur „Der verlorene Buchstabe“ im Kubus 6 gefreut. Die riesigen Sonnenblumen werden aufwändig an der Heidelberger Druckmaschine befestigt, dann können die schweren Bleibücher drum herum ausgelegt werden; dafür musste sogar der Kran zum Einsatz kommen. Interessant war die Gewichtsprüfung bei der Installation der Ausstellung generell: Manche der kleinen Bilder aus Blei und Holz sind viel schwerer als die riesigen Leinwandgemälde.

Jetzt steht die Ausstellung fix und fertig, nur die Objektbeschilderung fehlt noch. Hoffentlich können wir bald wieder Publikum in der Kunsthalle empfangen, damit wir mit unserer Freude über die tollen Werke nicht allein sind!