06cm-1623-001_3.jpg

© Kunsthalle Mannheim/ Constantin Meyer
Einblick in den Neubau der Kunsthalle Mannheim
© Kunsthalle Mannheim/ Constantin Meyer
© Kunsthalle Mannheim/ Constantin Meyer

Ausstellungsvorschau 2019/20

01.03.19 bis 02.10.20

Ausstellungsvorschau 2019 bis 2020



Fokus Sammlung – Kubus 2:
Medienrevolution und Culture War
05. Juli 2019 bis Dezember 2019
Eröffnung: 04.Juli 2019
Kurator: Dr. Sebastian Baden

Mit dem Werk von Michel Majerus verbindet sich die aufregende Zeit einer Medienrevolution, in der um das Millennium herum DJ-Subkultur, Computer-Gaming und digitaler Animationsfilm Eingang in die Bildende Kunst finden. Mit seiner Malerei und Skulptur hat der luxemburgische Künstler eine wichtige Vorbildfunktion für eine Künstlergeneration inne, die nach dem Kalten Krieg auf den Nouveau Realisme, die Jungen Wilden oder Fluxus-Kunst folgt. Um dieses kunsthistorische Umfeld seit der Nachkriegszeit sichtbar zu machen, sind Werke von César, Nam June Paik und Wolf Vostell als Vertreter der Neo-Avantgarden ausgewählt. Hier ist die Auseinandersetzung mit dem neuen Medium Fernsehen, mit Performance, mit der Ästhetik der Zerstörung und der deutschen Kriegsvergangenheit zu sehen. Walter Dahn und Jĭri Dokoupil haben bereits Anfang der 1980er Jahre mit dem „Deutschen Wald“ (1981) spaßig warnend auf die Wiederkehr rechter Symbolik hingewiesen. Als „Unexpected Disaster“ (1999) thematisiert Majerus seinerseits den amerikanischen Culture War, in dem er Graffitikunst, Skateboarding, und neben der Anspielung auf das Nintendo Logo auch das Modell des AIDS-Virus verwendet. Peter Dreher wirft mit seinem seriellen Porträt der USA als Puppenbüste die Frage nach Individualität und Fremdbestimmung im Land der Freiheit auf. Eine Verbindung nach New York stellt die kinetische Parkhausskulptur von Jon Kessler her, deren Rotation und humorvoller Umbau von Spielzeug sich als vergnügte Verfremdung der Zeichen im Werk von Majerus wiederfindet.

 

 

Fokus Sammlung – Kubus 4:
Gender Material
05. Juli 2019 bis Oktober 2019
Eröffnung: 04.Juli 2019
Kurator: Dr. Sebastian Baden

Material, Körper und Geschlecht spielen zentrale Rollen in der Kunst. Die Werke von Künstler*innen zeigen die Erfahrung von Körperlichkeit und Identität auf besondere Weise. Pipilotti Rist demonstriert in ihrem Video „Pickelporno“ (1992) eine psychedelische Kamerafahrt inmitten des Liebesspiels von Mann und Frau. In den Werken von Gérard Deschamps und Camilla Dahl werden der männliche und der weibliche Blick auf das Außen und Innen des Körpers durch die Materialität der weiblichen Unterwäsche oder das scheinbar pathologische Instrumentarium der „Oral Injection“ (2000) dargestellt. Auf den Gemälden von Corinne Wasmuht sind Köpfe und Zöpfe als flächiges Ornament angeordnet. Dieser Abstraktion des weiblichen Körpers stehen die Porträts der jugendlichen Badegäste an US-amerikanischen Stränden auf den Fotografien von Rijneke Dijkstra gegenüber, wo sich Fremdbeobachtung und Selbstwahrnehmung begegnen. Nairy Baghramian nimmt den Segelsport und die Stofflichkeit von Tuch, Seil und Chrom zum Anlass, um Körpervolumen und Oberflächen haptisch wirken zu lassen. Diese zeitgenössische Zerlegung eines Segelbootes in Einzelteile verortet ein historisches Seestück mit stürmischer Landung von A.G. Smith. Der erzählerische Aspekt der Seefahrt steht sinnbildlich für die existenziellen Erfahrungen des Menschen und für die Überwindung des Wissenshorizontes.

 

 

Nadine Fecht. AMOK
19. Juli bis 13. Oktober 2019
Eröffnung: 18. Juli 2019
Kurator: Dr. Thomas Köllhofer

Unter dem Titel „AMOK“ zeigt die Kunsthalle Mannheim Werke von Nadine Fecht (geboren 1976 in Mannheim). Fecht gilt als eine der vielversprechendsten zeitgenössischen Positionen im Bereich der Zeichnung und Konzeptkunst. Zentral ist für die Wahl-Berlinerin der Materialbegriff: Fecht bezieht die konzeptuellen und assoziativen Bedeutungszusammenhänge des verwendeten Materials konsequent ein; oft sind diese die Ausgangspunkte für ihre Kunstwerke, in denen sie Spannungsfelder aufbaut, die unaufgelöst fixiert werden und deren Pole den Bereichen der sozialen Ökonomie, der gesellschaftlichen Rollen-Zuschreibung und der Selbstermächtigung eines Individuums entstammen. Gemeinsam ist allen Arbeiten die Aufforderung an den Betrachter, diese Spannungen nicht in die eine oder andere Richtung aufzulösen, sondern in ihrer Instabilität – die hier als Potential verstanden sein will – auszuhalten.

 

 

BOX #5:
Artists Books
28. Juli bis 15. September 2019
Eröffnung: 27. Juli, 11–17 Uhr
Kuratorin: Dörte Ilsabe Dennemann

In den letzten Jahren hat sich das Segment der ausstellungsunabhängigen Kunst- bzw. Künstlerbücher stark entwickelt. Eine Vielzahl kleinerer, von Künstler*innen und Kunsthistoriker*innen initiierter Labels, Verlage, Läden und Messen sind entstanden. Die Kunsthalle Mannheim präsentiert ausgewählte Kunstpublikationen, die neue Bezüge zu den Inhalten des Mannheimer Kunstmuseums herstellen. Am „Markttag“ zu Beginn der Ausstellung präsentieren Künstler*innen und Labels ihre Bücher.


 




Große Herbstausstellung:

Inspiration Matisse
27. September 2019 bis 19. Januar 2020
Eröffnung: 26. September 2019, 19 Uhr
Kuratoren: Dr. Peter Kropmanns (Paris), Dr. Ulrike Lorenz

Farbe, Form, Fläche, Figur und Raum – Matisse, der Meister der malerischen Innovation, brachte um 1905 diese Basiselemente in ein ganz neues Zusammenspiel und stieß mit seinen sinnbild- und zeichenhaften Reduktionen bis an die Grenzen der Abstraktion vor. Matisse hat die Kunst des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt. An einer Auseinandersetzung mit seinem Oeuvre kam kaum ein junger Künstler vorbei, der vom Impressionismus ausgehend neue Wege beschreiten wollte. Matisse blieb bei seiner Suche nach Weiterentwicklung und Verdichtung des künstlerischen Ausdrucks der europäischen Tradition verpflichtet, öffnete sich aber gleichzeitig der orientalischen und fernöstlichen Kunst.

Die Kunsthalle Mannheim präsentiert mit gut 135 ausgewählten Gemälden, Plastiken, Keramiken und graphischen Arbeiten den Pionier der Moderne als einen beispielgebenden „Künstler für Künstler“ im Kreis seiner jüngeren Zeitgenossen: von den französischen Fauvisten über die deutschen Expressionisten bis zu den Schüler*innen der „Académie Matisse“ (1908-1910). Neben Landschaftsbildern, darunter berühmte mediterrane Szenen, zeigt die Ausstellung Stillleben, Atelierbilder und Porträts sowie eine Serie von Figuren im Raum und Rückenakten. Höhepunkt und Finale der Schau bilden die berühmten vier lebensgroßen Rückenakte, die zwischen 1909 und 1930 in fortwährender Reduktion des plastischen Ausdrucks entstanden.

Neben Matisse, von dem über die Hälfte der Exponate stammt, sind André Derain, Georges Braque, Charles Camoin, Kees van Dongen, Raoul Dufy, Henri Manguin, Albert Marquet und Maurice de Vlaminck sowie Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, August Macke, Gabriele Münter und Max Pechstein vertreten. Einbezogen ist auch die Kunst der deutschen Matisse-Schüler Rudolf Levy, Oskar und Margarete Moll sowie Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller. Die verschiedenen künstlerischen Positionen treten in einen spannungsreichen Dialog und eröffnen neue Perspektiven. Es wird deutlich, dass Matisse formal wie inhaltlich neue Wege wies und zugleich als ein Katalysator für jeweils individuelle künstlerische Befreiungen wirkte.

Die Ausstellung umfasst Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen aus Deutschland sowie aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Norwegen, Schweden, der Schweiz, Spanien und den USA. Darunter sind u.a. Nationalgalerie (Berlin), Pinakothek (München), Städtische Galerie im Lenbachhaus (München), Staatsgalerie (Stuttgart), Musée Matisse (Nizza), Tate (London), Nasjonalgalleriet (Oslo), Fondation Beyeler (Riehen/Basel), Museo Thyssen-Bornemisza (Madrid), Art Institute (Chicago) und Metropolitan Museum (New York).

Unter der Schirmherrschaft von Franck Riester, Minister für Kultur der Republik Frankreich, und Staatsministerin Prof. Monika Grütters MdB, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.



Fokus Sammlung – Kubus 4:
John Bock. AuraAroma Ω-Beule
25. Oktober 2019 bis Oktober 2020
Eröffnung: 24.Oktober 2019
Kurator: Dr. Sebastian Baden

John Bock zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Performance- und Videokünstlern. 2013 begeisterte er in der Mannheimer Ausstellung „Nur Skulptur!“ mit seiner eindrücklichen Installation „Voll die Beule“ und einer Performance, die nicht nur drei Schauspieler, sondern auch Skulpturen aus der Sammlung der Kunsthalle integrierte. Die skulpturale „Summenmutation“ dieser Performance wird nun gemeinsam mit der Rekonstruktion der ersten großen Arbeit „LiquiditätsAuraAromaPortfolio“, mit welcher John Bock 1998 auf der Berlin Biennale der internationale Durchbruch gelang, in die Sammlung aufgenommen. Wesentliche Elemente dieser als Filmkulisse und Bühne gestalteten Installation hat der Künstler aufbewahrt und als eigenständiges Werk behandelt. Jetzt werden sie als Teil eines Re-Enactments neu aufbereitet und in einer für die Kunsthalle Mannheim ortsspezifisch eingerichteten Raum-im-Raum Installation gezeigt.

 


 

Fokus Sammlung:
Gustav Seitz. Leib und Seele
25. Oktober 2019 bis 01. März 2020
Eröffnung: 24. Oktober 2019
Kurator: Dr. Sebastian Baden

Gustav Seitz (1906-1969) gehört zu den ausdrucksstärksten deutschen Bildhauern der Nachkriegszeit. Zum 50. Todestag des Mannheimer Bildhauers und Zeichners präsentiert die Kunsthalle Mannheim unter dem Titel „Leib und Seele“ Werke aus der eigenen Sammlung sowie Leihgaben rund um die thematischen Schwerpunkte Liebe, Idole, Körper und Porträt. Neben den skulpturalen Arbeiten stellt die Ausstellung das umfangreiche zeichnerische und grafische Werk des Künstlers vor. Die Ausstellung wird in zwei Räumen im Hector- und im Jugendstilbau präsentiert.



 

Graphische Sammlung:
Liebe, Alltag, Akrobaten. Französische Grafik um 1900
25. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020
Eröffnung: 24. Oktober 2019, 19 Uhr
Kurator: Dr. Thomas Köllhofer

Das Schwerpunktthema 2019 in der Kunsthalle Mannheim lautet „Frankreich“: Als Ergänzung zur Sonderausstellung „Inspiration Matisse“ zeigt die Kunsthalle Mannheim um 1900 entstandene Grafiken französischer Künstler aus der eigenen Sammlung. Gezeigt werden u.a. Blätter von Henri Matisse, Maurice Denis, Henri de Toulouse-Lautrec, Émile Bernard, Pierre Bonnard, Édouard Vuillard und Georges Rouault. Leitmotive der Ausstellung sind Liebe, Alltag und Akrobaten: Die „Liebe“ ist durch den gleichnamigen Zyklus „Amour“ (1892-1899) von Maurice Denis vertreten. Der Motivkreis „Alltag“ zeigt ländliche, bretonische Szenen von Émile Bernard ebenso wie das Pariser Stadtleben. Dem Thema „Akrobaten“ widmen sich Max Pechstein in zwei Farbholzschnitten sowie Georges Rouault in seiner Serie „Cirque de Suares“ (1930), in der er die geheimnisvolle Zirkuswelt behandelt.

 

 

2. Biennale für aktuelle Fotografie
29. Februar bis 26. April 2020
Eröffnung: 28. Februar 2020

Die Biennale für aktuelle Fotografie findet alle zwei Jahre in den drei Städten Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen statt. Bei einer internationalen Ausrichtung mit verstärkter Einbindung der Region werden junge zeitgenössische Bildproduktionen und historische Positionen miteinander verschränkt und die Auseinandersetzung mit den Eigenheiten und Veränderungen der Fotografie angekurbelt. Das Konzept der Biennale für aktuelle Fotografie ist einmalig in Deutschland und hat Modellcharakter, weil es Kulturinstitutionen, Förderer und Partner über Stadtgrenzen, auf Länderebene und international vernetzt und als gemeinsames Projekt zu einer Identitätsstiftung beiträgt.



 

Große Sonderausstellung:
Anselm Kiefer
2. Oktober 2020 bis 24. Januar 2021
Eröffnung: 1. Oktober 2020
Kurator: Dr. Sebastian Baden

Die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, dem Judentum und den Medien der Erinnerungskultur zeichnet das schwergewichtige Werk von Anselm Kiefer aus. Die weitläufigen Galerien im Erdgeschoss des Neubaus bieten Raum für die oft emotional ergreifenden und durch ihre haptische Materialität überwältigenden Werke dieses international renommierten Ausnahmekünstlers und seiner anspruchsvollen, mythologischen Deutung der Menschheitsgeschichte. Die große Sonderausstellung, deren Exponate als Leihgabe der Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim präsentiert werden, konzentriert sich auf drei wichtige Werkphasen des Künstlers: Von „Sprache der Vögel“ (2012) über „Volkszählung (Leviathan)“ (1987-89) bis zu „Palmsonntag“ (2007) werden großformatige, mehrdimensionale Bilder und Skulpturen gezeigt.



 

Große Herbst-Ausstellung:
James Ensor
02. Oktober 2020 bis 24. Januar 2021
Eröffnung: 01. Oktober 2020
Kuratorin: Dr. Inge Herold

Im Zentrum stehen  das 1937 in der Kunsthalle Mannheim beschlagnahmte, heute  in Lüttich befindliche Bild mit Masken- und Todesmotivik , das in den 1950er Jahren als Ersatz erworbene „Stillleben mit Hahn“ und das zentrale „Selbstporträt als Skelett“, auf dem das Mannheimer Stillleben zu sehen ist. Dazu gesellen sich etwa 40-50 andere internationale Leihgaben zum Motivkreis Selbstbildnis – Maske- Tod – Stillleben, die zeigen, wie eng verflochten diese Thematik in Ensors Oeuvre war. Das Treiben seltsamer Masken, die Begegnung von Masken mit dem Tod – James Ensor hat solch gespenstische Szenen eines „tragischen Karnevals“ immer wieder gemalt. Die für Ensor typischen Elemente sind: das Doppelbödige einer trügerischen Realität, Vermummung als Zeichen der Angst, Welt-Ekel und Vanitas-Symbolik. Gleichzeitig entstehen Stillleben in niederländischer Tradition, zum Teil eindringliche Belege großer Peinture, in die Masken und Totenköpfe integriert sind. Ergänzt wird die Schau durch den 93 Einzelblatt umfassenden Grafikbestand von Ensor in der Kunsthalle mit dem Schwerpunkt auf Landschaftsmotiven, außerdem die Mappe "La Gamme d'Amour", ein Marionettenspiel, dessen Text und Musik Ensor geschrieben und dessen Kostüme und Bühnenbild er entworfen hat. Die Erstaufführung fand 1920 statt.
Erinnert wird mit dieser Präsentation auch an die erste Ensor-Ausstellung in der Kunsthalle im Jahr 1928.



 

Sonderausstellung Kubus 0:
Deltabeben
15. November 2020 bis 10. Januar 2021
Eröffnung: 14. November 2020
Kurator: N.N.

Alle zwei Jahre werden im Wechsel mit dem Wilhelm-Hack-Museum und dem Kunstverein in Ludwigshafen künstlerische Positionen aus allen Gattungen der bildenden Kunst vorgestellt. Das gemeinsame Ausstellungsprojekt von Kunsthalle Mannheim, Kunstverein und Port 25, das 2020 bereits zum sechsten Mal stattfindet, versteht sich als Spiegel der künstlerischen Vielfalt der Metropolregion Rhein-Neckar.

 


Bitte beachten Sie, dass es bei den Laufzeiten zu Änderungen kommen kann.

 

Mit unserem Newsletter erfahren Sie regelmäßig alles über unsere Ausstellungen, Programme, Veranstaltungen und digitalen Angebote.

Innovative Förderung

Lassen Sie sich begeistern und tragen Sie bei zu unserem „Museum in Bewegung“.

Lust auf mehr?

Lernen Sie unsere Kunstvermittlungsangebote und das ProgrammPlus kennen.