Sammlung

Foto: Kunsthalle Mannheim/Rainer Diehl

Foto: Kunsthalle Mannheim/Rainer Diehl
Publiziert von Inge Herold am 14.05.2021

Fülle, Zufall, Neugier – das Schaudepot der Kunsthalle

Mit der Eröffnung des Neubaus der Kunsthalle Mannheim im Jahr 2018 wurde neben den Sammlungs- und Ausstellungsräumen auch ein Raum eingerichtet, der nicht den üblichen Präsentationsformen folgt: das Schaudepot. Einer Wunderkammer gleich erzählt der Raum von den Kernaufgaben, die die Gesellschaft den Museen übertragen hat: sammeln und bewahren, ordnen und zeigen. Bekanntlich kann immer nur der kleinste Teil des Kunstbestandes in den Sammlungsräumen präsentiert werden und immerhin umfasst die Sammlung der Kunsthalle Mannheim rund 2.300 Gemälde, 860 Skulpturen und Installationen, 34.000 Grafiken...

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Blick in einen Ausstellungsraum „(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle 1933 bis 1945 und die Folgen“.© Kunsthalle Mannheim, Rainer Diehl
Publiziert von Mathias Listl am 10.09.2020

Provenienzforschung: eine kunsthistorische Disziplin von großer Aktualität

Provenienzforschung – Was ist das?Abgeleitet vom lateinischen Verb provenire (abstammen, herkommen) versteht man unter Provenienzforschung die Lehre von der Herkunft der Kunstwerke. Die Disziplin untersucht also die Besitzerwechsel, die ein Kunstwerk im Laufe seines Bestehens durchlaufen hat. Die heutige Provenienzforschung geht aber noch einen Schritt weiter. Sie interessiert sich vor allem dafür, ob das jeweils untersuchte Objekt aus einem „Unrechtskontext“ stammt. D. h. sie versucht zu klären, ob ein Kunstwerk einem Vorbesitzer innerhalb eines politischen Unrechtssystem geraubt wurde oder...

Lynette Yiadom-Boakye, Pie, 2004, © Lynette Yiadom-Boakye

Lynette Yiadom-Boakye, Pie, 2004, © Lynette Yiadom-Boakye
Lynette Yiadom-Boakye, Pie, 2004, © Lynette Yiadom-Boakye
Publiziert von Jennifer Meiser am 28.08.2020

Neuhängung von „Pie“ der Künstlerin Lynette Yiadom-Boakye

Bereits auf Höhe der letzten Treppenstufen, die zum ersten Geschoss der Kunsthalle hinauf führen, werden unsere Besucher*innen vom Bildnis einer lächelnden jungen Frau im schulterfreien, grünen Kleid begrüßt. Die grazile Halbfigur entsteht mittels dickem Farbauftrag auf der Leinwand ohne Rahmung. Die Pinselspuren verraten einiges über die Zeitlichkeit des Entstehungsprozesses: So ist die Farbe des beigefarbenen Hintergrunds teilweise über die Umrisse der Porträtierten gemalt und somit nicht wie üblich als erste Malschicht angelegt worden. Dunklere Partien schimmern durch den hellen...

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Hängung des gereinigten Gemäldes "Die Erschießung Kaiser Maximilians" von Èdouard Manet, Foto: Kunsthalle Mannheim