Einstand des neuen Direktors der Kunsthalle Mannheim, Johan Holten

Johan Holten Foto: Kunsthalle Mannheim / Daniel Lukac

Johan Holten Foto: Kunsthalle Mannheim / Daniel Lukac
Johan Holten Foto: Kunsthalle Mannheim / Daniel Lukac
Johan Holten Foto: Kunsthalle Mannheim / Daniel Lukac
Einstand des neuen Direktors der Kunsthalle Mannheim, Johan Holten
12.09.19
Marina Leuning

Seit 01.09.2019 ist Johan Holten als Direktor der Kunsthalle Mannheim im Amt. „Ich freue mich, dass wir Johan Holten für Mannheim gewinnen konnten. Er bringt sowohl fachlich als auch persönlich sehr gute Voraussetzungen für die neue Aufgabe mit “, erklärt Kulturbürgermeister Michael Grötsch im Rahmen des heutigen Pressegesprächs. „Ich schätze ihn als erfahrenen und engagierten Ausstellungsmacher mit weltoffener visionärer Orientierung. Ich bin überzeugt, dass er die Positionierung der Kunsthalle Mannheim in der nationalen und internationalen Museumslandschaft mit neuen Akzenten bereichern und weiter ausbauen wird.“

Dr. Susanne Fuchs, Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Kunsthalle Mannheim, freut sich über die zukünftige Zusammenarbeit mit Johan Holten „Johan Holten wird die Stiftung hervorragend vertreten. Er ist ein erfahrener Ausstellungsmacher, interessant und weltoffen, voller Visionen und Ideen, und dabei doch von klassischen Werten geprägt, die ihn glaubwürdig und verlässlich machen“ Die Stiftung Kunsthalle Mannheim unterstützt das Kunstmuseum bei der Umsetzung aufwendiger Sonderausstellungen sowie bei ausgewählten wissenschaftlichen Publikationsprojekten.

Die exzellent aufgestellte Kunsthalle Mannheim mit visionären Konzepten in die Zukunft zu führen ist die Aufgabe von Johan Holten, der er sich gerne stellt. „Das neue Museumsensemble aus sensibel sanierten Jugendstilbau und lichtdurchflutetem Neubau ist der perfekte architektonische Rahmen für die Präsentation von Sonderausstellungen“, erklärt der gebürtige Däne. Einen wiederkehrenden Schwerpunkt wird dabei die Beschäftigung mit den Ursprüngen der Sammlung der Klassischen Moderne bilden. „Mich interessiert es, diese einzigartige Kunstsammlung aus der Perspektive unserer globalen, diversen Gegenwart zu betrachten und den Blick zu weiten. In Mannheim leben Menschen aus rund 170 Nationen – mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Weltentwürfen. Ausgehend von der Moderne gilt es daher zu fragen, wie die Sammlung weiterentwickelt werden muss, um unserer heutigen globalisierten Gegenwart Rechnung zu tragen.“

Darüber hinaus liegt sein Fokus auf der konsequenten Weiterentwicklung der Digitalstrategie der Kunsthalle Mannheim. „Zentral ist für mich die Frage, wie man die Digitalisierung von Kunst aus der spezifischen Form eines Werkes ableiten kann.“

Die Eröffnung der großen Herbstausstellung „Inspiration Matisse“ am 27. September 2019 wird Holtens erste Amtshandlung sein. Geplant wurde diese Ausstellung noch von seiner Vorgängerin, Dr. Ulrike Lorenz, die seit August als Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar vorsteht.

Johan Holten (*1976 in Kopenhagen) hat 2011 bis 2019 als Direktor der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden ihr Ausstellungsspektrum programmatisch erweitert. Besonders hervorzuheben sind die Ausstellungen „Room Service – Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel“ sowie „Gutes böses Geld. Eine Bildgeschichte der Ökonomie“, die mit ihren Verbindungslinien zwischen historischer und zeitgenössischer Kunst beide ein bundesweites Presseecho hervorriefen. 2013 wurde Holten der Justus Bier Preis für Kuratoren für das Projekt „Auf Zeit“ verliehen. Von 2006 bis 2011 war er Direktor des Heidelberger Kunstvereins, wo er international beachtete Ausstellungen mit Jorinde Voigt, Walid Raad oder Simon Starling realisierte. 2009 wurde das Programm des Kunstvereins von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine ausgezeichnet. Holten studierte Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und war von 1994 bis 1998 professioneller Tänzer im Hamburg Ballett unter der Leitung von John Neumeier.

Die Kunsthalle Mannheim ist eine der ersten Bürgersammlungen der Moderne weltweit. 1909 als Museum gegründet, zählt die Kollektion der Kunsthalle zu den renommiertesten bürgerschaftlichen Sammlungen Deutschlands. Der am 1. Juni 2018 eröffnete Museumsneubau schreibt die 100-jährige Geschichte der Kunsthalle fort. Ermöglicht wurde dieser durch die private 50-Millionen-Euro-Spende des SAP-Mitbegründers Dr. h.c. Hans-Werner Hector und Beiträge der Stadt Mannheim, des Landes Baden-Württemberg sowie vieler weiterer Spender als beispielhaftes Private-Public-Partnership. Herzstück des Kunstmuseums ist die international bedeutende Sammlung. Mit Spitzenwerken des 19. bis 21. Jahrhunderts – von Édouard Manet bis William Kentridge – und einem herausragenden Skulpturenschwerpunkt, mit der innovativen digitalen Strategie sowie dynamischen Ausstellungs- und Programmformaten ist sie vor allem ein lebendiger Begegnungs-, Erlebnis- und Diskursort.

Weitere Blogbeitraege

Kunst gegen alle Regeln: Materialexperimente und Graffiti bei CoBrA

Ein Beitrag von Christiane Wichmann und Eva-Maria Winter „Wir weigern uns, die Kunst als das Eigentum genialer Menschen zu betrachten, und wir glauben, dass das ganze Volk genügend Möglichkeiten in sich trägt, um aktiv am künstlerischen Schaffensprozess teilzunehmen.“ 1 Mit ihren experimentellen Werken strebte das Künstlerkollektiv CoBrA einen... Blogbeitrag lesen

Wiederentdeckte Avantgardistinnen: die Künstlerinnen von CoBrA

Die Frage der Gleichberechtigung von Frauen – in der Kunst wie in jedem anderen Bereich – hängt weder vom relativen Wohlwollen noch von der Missgunst einzelner Männer, nicht vom Selbstvertrauen oder der Unterwürfigkeit einzelner Frauen ab, sondern vielmehr von der Beschaffenheit unserer institutionellen Strukturen und ihrer Sicht auf die Realität, die sie... Blogbeitrag lesen

Nach uns die Freiheit? – CoBrAs Rebellion zwischen Krieg und Frieden

Der Inhalt der Kunst aber ist der Mensch – zusammen mit seinen Wünschen. Dies alles ist sowohl schön als auch unschön. (Asger Jorn)  (1)Die jungen Künstler*innen von CoBrA verbindet bereits vor ihrem internationalen Zusammenschluss 1948 ein engagiertes Ziel: Konfrontiert mit den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und der Entmenschlichung durch die... Blogbeitrag lesen

„So much history!“ Zum Anselm Kiefer-Hype in den USA

Wie wird einer der berühmtesten deutschen Künstler in der aktuellen Forschung behandelt? Gibt es zum Werk Anselm Kiefers überhaupt noch neue Ansätze oder gar offene Fragen, die es zu diskutieren gibt? Diesen Fragen stellte sich die Kunsthalle Mannheim anlässlich der Ausstellung „Anselm Kiefer“ im Jahr 2021 in einem Online-Symposium mit fünf Vorträgen von... Blogbeitrag lesen

Informel und Monochromie: ein neu kuratierter Kubus im Neubau

Ab 18. November 2022 steht das Ausstellungsgeschehen in der Kunsthalle ganz unter dem Motto „Becoming CoBrA. Anfänge einer europäischen Kunstbewegung“. Der Name der Künstler*innengruppe, die von 1948 bis 1951 existierte, setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Städte Kopenhagen, Brüssel und Amsterdam zusammen, aus denen die Gründungsmitglieder stammten.... Blogbeitrag lesen

MELDEN SIE SICH FÜR DEN NEWSLETTER AN

Die Kunsthalle Mannheim informiert Sie regelmäßig über das Museum, aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen.

Anmelden