© Estate of George Grosz, Princeton, N.J./ VG Bild-Kunst, Bonn 2024
(

bpk / Staatsgalerie Stuttgart

)

Leichenbegräbnis: Widmung an Oskar Panizza

Widmung an Oskar Panizza
Burial: Dedication to Oskar Panizza
1917/18

George Grosz

(1893-1959)

Material / Technik
Öl
Leinwand
Maße
140,00 cm x 110,00 cm
Datierung
1917/18
Heutiger Standort / Creditline

Staatsgalerie Stuttgart, erworben 1949

Nennung im Katalog 1925

GROSZ, GEORGE, Berlin.
37. ,,An Oskar Panizza". Besitzer: W. Kirchhoff, Wiesbaden.

Zur Ausstellung 1925

Die Zuordnung des Werks ist zu belegen. Der schon im Katalog 1925 genannte außergewöhnliche Titel ist heute weiter in Benutzung. Die Werke von Grosz waren in einem eigenen Saal ausgestellt.
MH

Als eines von insgesamt sieben Werken des Künstlers wurde dieses Werk in einem eigens George Grosz gewidmetem Saal in der Ausstellung von 1925 präsentiert. Grosz beschwor hier eine infernalische Großstadtvision mit den Mitteln einer expressionistisch-futuristischen Darstellung. In den letzten Monaten des Krieges gemalt, zeigt es in Anlehnung an mittelalterliche Darstellungen von Höllenlandschaften den Weltuntergang inmitten schwankender Fassaden – ein Totentanz, bevölkert von Sensenmann und fratzenhaften Kreaturen. Gewidmet hatte er das Bild dem Psychiater und Schriftsteller Oskar Panizza (1853-1921), dem er sich in der kompromisslosen Protesthaltung gegen Militarismus, Obrigkeit und religiöse Autorität verwandt fühlte. Seine blasphemischen Provokationen hatten Panizza 1895 ein Jahr lang wegen Gotteslästerung ins Gefängnis gebracht – ein Schicksal, das verband, sah sich auch Grosz in der Weimarer Zeit mit zahlreichen zermürbenden Gerichtsprozessen konfrontiert, wegen Beleidigung der Reichswehr, Angriff auf die öffentliche Moral und Gotteslästerung.

Inge Herold

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