Forschungsprojekt: Schwingungsmessungen

Katrin Radermacher und Daniela Hedinger beim Einbringen eines Risses in einen der Gemäldedummies © Kerstin Kracht

Katrin Radermacher und Daniela Hedinger beim Einbringen eines Risses in einen der Gemäldedummies © Kerstin Kracht

Gemäldedummies und Versuchstand für die Schwingungsmessungen © Kerstin Kracht

Gemäldedummies und Versuchstand für die Schwingungsmessungen © Kerstin Kracht
Forschungsprojekt: Schwingungsmessungen
23.04.21
Katrin Radermacher

Autorinnen: Daniela Hedinger, Kerstin Kracht und Katrin Radermacher

Welcher Schwingschutz ist der Beste für ein Gemälde? Was bedeuten Vernähungen und Verklebungen von Rissen eigentlich für die mechanische Stabilität eines Bildes? Diesen Fragen stellen sich die Restauratorin Daniela Hedinger und Prof. Dr. Ing. Kerstin Kracht, Ingenieurin für Schwingungstechnik und Strukturmechanik, unter der Obhut von Katrin Radermacher, Restauratorin an der Kunsthalle Mannheim, gegenwärtig.

Das Forschungsteam greift damit die Schwingungsuntersuchungen an dem Gemälde „Fastnacht“ von Max Beckmann (1925) während der Restaurierung in den Jahren 2017 und 2018 auf, um diese systematisch fortzuführen. Hierfür werden künstlich gealterte Gemäldedummies mit spezifischem Bildträger, Malschichtaufbau und Schädigung in verschiedenen Konfigurationen schwingungsmesstechnisch untersucht.

Die Konfigurationen beinhalten künstlich eingebrachte Risse, die Daniela Hedinger entweder mit ihrer eigenen Methode vernäht oder ganz klassisch verklebt hat. Auch werden verschieden aufgebaute Schwingschutzkonstruktionen im Hinblick auf ihre schwingungsreduzierende Wirkung untersucht und bewertet. Die Methode und den Versuchsaufbau zur Datenerfassung und -bewertung hat Prof. Kerstin Kracht während ihrer langjährigen Forschungen an der TU Berlin und als freiberufliche Ingenieurin entwickelt.

Bereits die Arbeiten an Beckmanns „Fastnacht“ beinhalteten die Evaluierung des Schwing- und Rückseitenschutzes. Ziel war eine nachhaltige und präventive Konservierung des Bildes. Die animierten gemessenen charakteristischen Schwingungsformen haben erheblich zum Verständnis der Wirkungsweise des installierten Polyestervlieses beigetragen. Die Ergebnisse wurden auf dem Symposium „Alles schwingt“ am 29./30.06.2018 in der Kunsthalle Mannheim vorgetragen. Nachgelesen werden können diese in dem Artikel „Vibrierende Kunst“ (RESTAURO 7/2018 S. 45-49).

Die Ergebnisse der aktuellen Forschungsarbeiten werden am 05. Juni 2021 auf der Tagung des VDR „Tragfähig? – Konservierung und Technologie textiler Bildträger“ präsentiert.