Vortrag von Dr. Ina-Ewers-Schultz (Köln) am 11.12. um 19.30 Uhr Von der konservativen Kunstkritik wurden sie als „Malweiber“ abgestempelt und auch die staatliche Ausbildung wurde ihnen verwehrt: Anfang des letzten Jahrhunderts war es Künstlerinnen nicht gestattet, sich an den Kunstakademien des Deutschen Kaiserreichs für ein Studium einzuschreiben. Voller Tatendrang zog es sie daher häufig in die Kunstmetropole Paris, um dort gleichberechtigt mit Männern in privaten Akademien Kunst zu studieren. Die französische Hauptstadt war somit nicht nur das Zentrum der männlichen Avantgarde, sondern auch ein Ort künstlerischer Entfaltung zahlreicher namhafter Malerinnen und Bildhauerinnen.Auch Henri Matisse unterrichtete begabte Frauen von 1908 bis 1910 in seiner eigenen Kunstschule, der Académie Matisse, welche sich am Boulevard des Invalides in Paris befand und im Wohnhaus sowie Atelier des Künstlers untergebracht war. Deutsche Künstlerinnen wie Margarethe Moll oder Mathilde Vollmoeller wurden dort mit ihrem männlichen Kollegen in gemeinsamen Klassen unterrichtet – zur damaligen Zeit alles andere als selbstverständlich. Von Paris aus bestimmten mehrere Matisse-Schülerinnen das Kunstgeschehen ihrer Zeit aktiv mit, so stellte die Malerin Mathilde Vollmoeller zahlreiche Bilder aus, z.B. im Salon des Indepéndants (1907, 1908, 1911) und im Salon d’Automne (1907, 1908), den vieldiskutierten Foren der Avantgarde.In ihrem Vortrag am 11.12.2019 in der Kunsthalle Mannheim beleuchtet die Kunsthistorikerin und Katalogautorin Dr. Ina-Ewers-Schultz die Situation von Künstlerinnen um 1900 sowie das System der privaten Malschulen mit besonderen Lehrern wie Henri Matisse.Mittwoch, 11.12.2019. 19.30 UhrLabor für WeitsichtDie Académie Matisse – ein besonderer Ort für KünstlerinnenVortrag von Dr. Ina Ewers-Schultz, KölnProgrammPlus zu „Inspiration Matisse“Ticket: 5 €Eine Veranstaltung des ProgrammPlus der Kunsthalle MannheimPartner ProgrammPlus: Artima

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