Mit „Tagen der offenen Tür“ feierten Stiftung und Kunsthalle den fertigen Neubau

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Besucheransturm bei den „Tagen der offenen Tür“ im Neubau der Kunsthalle Mannheim; Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
Besucheransturm bei den „Tagen der offenen Tür“ im Neubau der Kunsthalle Mannheim; Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
Besucheransturm bei den „Tagen der offenen Tür“ im Neubau der Kunsthalle Mannheim; Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
Besucheransturm bei den „Tagen der offenen Tür“ im Neubau der Kunsthalle Mannheim; Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
Mit „Tagen der offenen Tür“ feierten Stiftung und Kunsthalle den fertigen Neubau
18.12.17
Lena Berkler

21.700 Besucher strömten von 15. bis 17. Dezember in das neue Museumsgebäude
„Sensationell! Dieser große Besucheransturm und die Begeisterung der Menschen übersteigt unsere Erwartungen!“, jubelt Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim. Von Freitagabend, 15. Dezember 2017, bis Sonntagabend, 17. Dezember 2017, waren insgesamt 21.700 Menschen an den Friedrichsplatz gekommen, um den Museumsbau von gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner zu begutachten. „Einfach großartig“, findet eine Mannheimerin das 22 Meter hohe Atrium. Ein Karlruher ist begeistert von der „Weite und Luftigkeit“ des gesamten Komplexes. Viele Besucher fassten ihre Freude in Worte, endlich einmal einen Blick ins Innere werfen zu können.
Die Puls Project Band der Popakademie eröffnete musikalisch am Freitag kurz nach 18 Uhr mit sphärischen Weltmusikklängen und Klarinettenmelodien die „Tage der offenen Tür“. Dr. Manfred Fuchs, Sitftungsratsvorsitzender der Stiftung Kunsthalle Mannheim, Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, und Dr. Ulrike Lorenz begrüßten die Menschen mit kurzen Ansprachen. In der Reihe „Work in Progress“ traten des weiteren der Popchor der Popakademie auf sowie die Bands Casu, Vee, Fibel, Schimmer und das Mannheimer Quartett Vincent Hall.
Am Samstag, 16. Dezember 2017, füllten sich bereits ab 10 Uhr wieder Atrium, Ausstellungskuben, Gänge, Brücken und Treppen. Beeindruckt zeigten sich viele Besucher vom 2,75 Tonnen schweren und 16 Meter hohen Bleirelief „Sefiroth“ von Anselm Kiefer, das im Atrium thront. „Ich komme seit Kinderzeiten hierher – auch heute noch immer wieder gern“, erklärt ein älterer Herr, sichtlich gerührt. Zwei junge Frauen – ehemalige Mitglieder der Artgenossen, dem jungen Ableger des Förderkreises für die Kunsthalle Manheim e.V. – sind extra aus Berlin und Köln angereist, um „ihre neue Kunsthalle“ zu sehen: „Die Architektur ist umwerfend.“
Um 15 Uhr bezauberte am Samstag der Damenchor des Nationaltheaters Mannheim unter der Leitung von Chordirektor Dani Juris die Menschen mit finnischen Klängen und Klassik, u.a. von Schumann. Von der Bühne im Atrium zogen die singenden Frauen durch die Kuben und mit sich die Menschenmenge wie einen Schweif hinterher. Um 17.30 Uhr erklärte die Berliner Künstlerin Antoanetta Marinov ihr Konzept „Give & Take Art“ im Gespräch mit Dr. Sebastian Baden. Der Kurator für zeitgenössische Kunst leitete im Anschluss in den Art Slam über. Hier stellten 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fünf Minuten lang ein ausgewähltes „Herzensobjekt“ aus ihrer Sammlung vor. Christine Roth-Schmitt hatte eine kleine schwarze abstrakte Plastik dabei, die es ihr angetan hatte. „Es ist mir eine Freude, ein volles Museum in ein leeres zu bringen“, eröffnete Professor Josef Walch seinen Beitrag und stellte sein Hasenmuseum vor, das in eine große Holzkiste passt. Er war einer der sechs Gewinner, die vom Publikum gekürt wurden. Darunter auch die Mannheimer Galeristin Blanka Heinecke. Sie erzählte eine wunderbare Geschichte über eine kleine Papierarbeit einer befreundeten Künstlerin, die ihren Ursprung in selbstgemachter Quittenmarmelade hatte. Die Übergänge zwischen den sehr unterschiedlichen Auftritten gestaltete Dr. Justin Hoffmann als DJ. Der Art Slam bildet den End- und Höhepunkt der Reihe „On the Move“, mit der die Kunsthalle während ihrer Schließzeit durch die Region tourte.
Am Sonntag, 17. Dezember 2017 nutzten sogar knapp 11.000 Neugierige die letzte Chance, den derzeit größte Museumsneubau Deutschlands von innen zu sehen. Heute, Montag, 18. Dezember 2017, wird der Neubau in einem offiziellen Festakt in Anwesenheit des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann von der Stiftung Kunsthalle Mannheim an die Stadt Mannheim übergeben.
Die Eröffnung der Kunsthalle Mannheim wird am 01. Juni 2018 als Grand Opening gefeiert. Das neue Museumskonzept wird dann nicht nur bei den Sammlungspräsentationen in Neubau und Jugendstilbau sowie der ersten Sonderausstellung zu Jeff Wall erfahrbar, sondern auch mit den Kernprodukten der Digitalen Strategie, neuen Bildungs- und Vermittlungskonzepten und dem Skulpturenplatz auf der Moltkestraße. Nach der heutigen Übergabe zieht die Kunsthalle Mannheim mit ihren Sammlungen in die Depots und die Ausstellungsräume ein. Daher bleibt die Kunsthalle Mannheim bis zum Grand Opening am 01. Juni 2018 geschlossen.