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06.06.19
Die Sonderausstellung „Nadine Fecht AMOK“ eröffnet am 18.07.2019 in der Graphischen Sammlung der Kunsthalle Mannheim

Braucht jedes Kollektiv eine Richtung? 1.805 blaue Kugelschreiber sind mit einem Klebeband zu einem Bündel zusammengeschnürt und gleiten gemeinsam über eine riesige weiße Bahn. Wie ein Strom von Linien ziehen sie über das Papier, verdichten sich, nur um direkt wieder leicht auseinanderzustreben, scheinbar chaotisch und doch geordnet. „Jedes Kollektiv braucht eine Richtung“ (2012) ist Teil der Sonderausstellung „Nadine Fecht. AMOK“, die am 18. Juli 2019 (19 Uhr) in der Graphischen Sammlung der Kunsthalle Mannheim eröffnet wird.

Nadine Fecht (geboren 1976 in Mannheim) gilt als eine der vielversprechendsten zeitgenössischen Positionen im Bereich der Zeichnung und Konzeptkunst. Zentral ist für die Wahl-Berlinerin der Materialbegriff: Fecht bezieht die konzeptuellen und assoziativen Bedeutungszusammenhänge des verwendeten Materials konsequent ein; oft sind diese die Ausgangspunkte für ihre Kunstwerke, in denen sie Spannungsfelder aufbaut, die unaufgelöst fixiert werden und deren Pole den Bereichen der sozialen Ökonomie, der gesellschaftlichen Rollen-Zuschreibung und der Selbstermächtigung eines Individuums entstammen. Gemeinsam ist allen Arbeiten die Aufforderung an den Betrachter, diese Spannungen nicht in die eine oder andere Richtung aufzulösen, sondern in ihrer Instabilität – die hier als Potential verstanden sein will – auszuhalten.

Im Akt des Zeichnens oder Schreibens lotet Fecht die Grenzen der eigenen Belastbarkeit aus, überschreitet diese bisweilen und beobachtet mit Neugierde, welche ästhetischen Folgen diese psychophysischen Grenzsituationen erzeugen. Der pure Akt der Zeichnung oder des schreibenden Zeichnens ist an vielen Werken ablesbar und macht die Handlung, den Prozess sichtbar. Mit konzeptuellen Arbeiten wie „hysteria“ (2016), „privileged“ (2016) und „close reading“ (2013) gelingt es der Künstlerin, politische Themen auf überraschende Weise künstlerisch zu bearbeiten. Dabei wirkt das Erscheinungsbild der Werke spielerisch einfach, trägt jedoch gleichsam eine vielschichtige Komplexität in sich, die sich nachhaltig im Gedächtnis der Betrachtenden festsetzt.

Nadine Fecht unterrichtet seit 2018 an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und verwaltet die Professur Grundklasse Zeichnung. Für ihr künstlerisches Schaffen wurde sie u.a. 2009 mit dem Preis für Malerei der Schulz-Stübner-Stiftung und 2014 dem Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste in Berlin ausgezeichnet. Ihre Arbeiten sind bereits in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten – unter anderen im Kupferstichkabinett der Museen Preußischer Kulturbesitz in Berlin, Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig und im Kunstmuseum Basel.

„Nadine Fecht. AMOK“ in der Kunsthalle Mannheim ist die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin.

Gleichzeitig mit der Sonderausstellung wird die Neupräsentation der Sammlung zum Thema Landschaft in Kubus 3 eröffnet.

Nadine Fecht. AMOK

19. Juli bis 13. Oktober 2019

Eröffnung: 18. Juli 2019

Kurator: Dr. Thomas Köllhofer


Save the Date: Pressekonferenz

Dienstag, 16. Juli 2019, 11 Uhr, Kunsthalle Mannheim, Jugendstilbau, Erdgeschoss Westflügel (A 09).

Fotocredit:
Nadine Fecht: 53 beginnings, 2012, © Nadine Fecht.

05.06.19
Die große Sonderausstellung „Hector Preis: Hiwa K“ eröffnet am 04.07.2019 um 19 Uhr in der Kunsthalle Mannheim

Eine Luftaufnahme in Schwarzweiß von Mannheim 1943. Die Quadrate liegen zerstört in Reih und Glied nebeneinander. Dazwischen rote Linien: Es sind die Routen der Kampfmittelräumdienste. Dieses Foto hat Hiwa K für sein neustes Kunstwerk mit dem Titel „Alchemy of Love (Mannheim)“ auf einen riesigen Teppich drucken lassen. Dieser bespielt den mittleren Galerieraum der Sonderausstellung „Hector Preis: Hiwa K“, die am Donnerstag, 04.07.2019 um 19 Uhr feierlich in der Kunsthalle Mannheim eröffnet wird.

Hiwa K stellt Fragen der Zugehörigkeit und thematisiert Heimat, Identität und Macht. Mit konzeptionell und erzählerisch überzeugenden Kunstwerken liefert er Analysen global-gesellschaftlicher Verhältnisse und ihren Formen der Repräsentation. Mit seinem anekdotenreichen Werk hat er einen elementaren Beitrag zum interkulturellen Verständnis zwischen der arabischen und europäischen Lebenswelt geleistet. Kurator Dr. Sebastian Baden gruppiert  in den drei Sonderausstellungsräumen des Neubaus ausgewählte Arbeiten des Hector-Preisträgers aus den Jahren 2009 bis 2019  in die Themenbereiche „Illegale Telekommunikation“, „Meditation und Widerstand“ und „Migration der Gewalt“

Zu den umfangreichsten jüngeren Arbeiten von Hiwa K zählt die Installation „The Bell Project“ (2014-15), die für die Biennale di Venezia 2015 entstanden ist. Aus den metallischen Überresten von Kriegsmaterial, die aus dem Iran-Irak Krieg und den späteren Golfkriegen im Irak stammen, hat der Künstler eine Glocke gießen lassen. Die Metalle hatte der kurdische Munitionssammler Nazhad zusammengetragen, der aus Waffen, Minen und Kriegsgerät Eisenrohlinge herstellt und diese verkauft. So wurde ein historisch bekannter Prozess umgekehrt: Früher wurden Glocken wegen der Bronze zu Kanonen eingeschmolzen, heute formt Hiwa K aus dem Metall alter Waffen eine Glocke.

Geboren wurde Hiwa K 1975 im kurdischen Teil des Irak, wo er Malerei studierte und sich mit europäischer Literatur, Philosophie und Musik beschäftigte. Mitte der 1990er Jahre floh er über die Türkei nach Deutschland, wo er zunächst als Flamenco-Schüler bei Paco Peña lernte und ab 2005 an der Kunstakademie in Mainz und als Gast an der Städelschule in Frankfurt studierte. Sein Kunststudium war motiviert von der Frage, wie sich der Kunstbegriff jenseits des westlichen Kanons weiterentwickeln lässt.

Werke von Hiwa K wurden international ausgestellt, u.a. auf der documenta14 (2017) und der 56. Biennale von Venedig (2015), der Manifesta 7 (2009), im Kunstverein Hannover (2018), im S.M.A.K. Ghent (2018), im New Museum in New York City (2018), den KunstWerken Berlin (2017), der Serpentine Gallery in London (2012), La Triennale de Paris (2012). Der Künstler wurde mit dem Arnold-Bode-Preis  (2016) und dem Ernst Schering Preis (2017) ausgezeichnet.

Seit 1997 vergeben die Kunsthalle Mannheim und die H.W. & J. Hector-Stiftung im dreijährigen Rhythmus den Hector Kunstpreis für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Die Auszeichnung fördert Künstler, die in Deutschland leben, zwischen 35 und 50 Jahre alt sind und im dreidimensionalen Bereich der Bildhauerei, Objektkunst, Raum- und Multimediainstallation arbeiten. Damit unterstreicht der Hector Preis den Mannheimer Sammlungsschwerpunkt Skulptur. Er ist mit 20.000 € dotiert und mit einer Ausstellung in der Kunsthalle sowie begleitender Publikation verbunden. Unter den bisherigen Preisträgern waren Alicja Kwade, Nairy Baghramian, Tobias Rehberger, Florian Slotawa und Gunda Förster.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Zusammenarbeit mit der Zachęta National Gallery of Art in Warschau sowie dem NOMUS Nowe Muzeum Sztuki in Danzig, herausgegeben von Sebastian Baden und Aneta Szyłak.


Große Sonderausstellung:

Hector-Preis: Hiwa K

05. Juli bis 01. September 2019, Eröffnung: 04. Juli 2019, 19 Uhr

Kurator: Dr. Sebastian Baden

Gefördert durch die H.W. & J. Hector Stiftung.

Save the Date: Pressekonferenz

Mittwoch, 03.07.2019, 11 Uhr, Kunsthalle Mannheim, Auditorium.

28.05.19
Pfingstferien in der Kunsthalle Mannheim – Kinder und Jugendliche probieren sich in kreativen Workshops aus

Kunst in allen Formen zwischen Wasserwelten und Comicfiguren – die freien Tage in den Pfingstferien sind ideal, um kreativ zu werden und Neues auszuprobieren. In zwei Kreativ-Workshops der Kunsthalle Mannheim können Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 14 Jahren ihre Fantasie auspacken und künstlerisch tätig werden.

„Wir tauchen ab!“ heißt es, wenn Kinder von 8 bis 10 Jahren in diesem Ferienworkshop sich in die Kunsthalle Mannheim und spannende Unterwasserwelten vertiefen. Aus den eigenen Umrissen erschaffen die jungen Künstler*innen gemeinsam mit den Kursleiterinnen Gabi Tagscherer und Cornelia Dannenberg geheimnisvolle, schöne oder gruselige Meeresmonster und Nixen. Mit Stempeldrucken oder Collagen entstehen an den zwei Tagen eigene Wasserwelten – Wellen, Farben und Spaß stehen dabei im Vordergrund.

Wer sich für Comics, Geschichten oder Zeichnen interessiert, ist im Ferienworkshop „Story, Pose, Outfit – Graphic Novels zeichnen“ gut aufgehoben. Jugendliche zwischen 11 und 14 Jahren erfahren, wie man Geschichten auch ganz ohne Worte erzählen kann: Nur mit Bildern und Zeichnungen, die sich die Teilnehmer*innen selbst ausdenken, wird eine ganze Handlung dargestellt. Kursleiterin Christine Trautmann zeigt den Kunstinteressierten die Grundelemente einer Graphic Novel, vom Storytelling als Basis bis zu Pose und Outfit der Figuren, die dargestellt werden sollen. Dabei wird auch auf Zeichnungen von Künstlern eingegangen, die man fast wie eine Graphic Novel lesen kann. Oft finden sich dabei versteckte Botschaften, wie beispielsweise in den Schwarz-Weiß-Zeichnungen „Die Basis des Make-up“ in der Sonderausstellung „Heinz Emigholz“ (bis 23.06.2019).


Dienstag, 11.06.2019 und Mittwoch, 12.06.2019, 10.15 bis 15.15 Uhr

Wir tauchen ab!

Ferienworkshop für Kinder von 8 bis 10 Jahren

Kosten: 50 Euro inkl. Material & Eintritt, Anmeldung über www.abendakademie-mannheim.de

 

Dienstag, 11.06.2019 und Mittwoch, 12.06.2019, 10.15 bis 16.15 Uhr

Story, Pose, Outfit – Graphic Novels zeichnen

Ferienworkshop für Kinder von 11 bis 14 Jahren

Kosten: 60 Euro inkl. Material & Eintritt, Anmeldung über www.abendakademie-mannheim.de

Bildunterschrift:

Zeichnen im Atelier der Sonderausstellung „Henri Laurens – Wellentöchter“

Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel

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28.05.19
ProgrammPlus – Bar der Gegenwart: Der Künstler William Engelen im Gespräch mit Dr. Sebastian Baden am 05.06.2019

„In meinen Kompositionen ergeben sich die Symbol-Kategorien und die zeitliche Strukturierung der Partitur meist aus außermusikalischen Abläufen, zum Beispiel aus dem Biorhythmus der Musiker*innen“, erklärt William Engelen. „Den Ausgangspunkt bilden in der Regel alltägliche Situationen oder besser noch: der Lebensalltag. Das können Orte sein wie ein Stadt- oder Schrebergarten, ein leerstehendes Geschäftshaus in einer Großstadt, ein alter Hochofen, die Firma Milka, eine Ausstellung eines Sammlers in einem Museum, eine Betonwand in einer Schule, ein verstaubtes Klavier oder das Wetter.“

In der „Bar der Gegenwart“ spricht am Mittwoch, 05.06.2019, um 19.30 Uhr der Künstler William Engelen mit dem Kurator Dr. Sebastian Baden. Im Austausch mit dem Publikum werden Fragen aufgeworfen u.a. über Biorhythmen und Pflanzenwachstum und welche Auswirkungen ein Takt auf das eigene menschliche Bewusstsein haben kann.

Die „Partitur 32 bpm für die Kunsthalle Mannheim“ hat Engelen als ortsspezifische Arbeit erschaffen, die Mitte Mai im Atrium des Kunstmuseums von acht Musiker*innen des Mannheimer Schlagwerks (Studierende der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim) mit jeweils neun Perkussionsinstrumenten unter der Leitung von Prof. Dennis Kuhn uraufgeführt wurde. Als Videoinstallation ist sie bis 14. Juli 2019 in der BOX in Klang und Bild zu sehen.

William Engelen (Jahrgang 1964) studierte an der Stadsakademie voor toegepaste Kunsten und der Jan van Eyck Akademie in Maastricht, Niederlande. Er ist bekannt für seine experimentellen und forschungsbasierten Kompositionen, die formal und thematisch herausragend sind. Sein künstlerisches Schaffen oszilliert zwischen Musik, Bildender Kunst, Happening, Klanginstallation und Performance. Seine ortsgebundenen Arbeiten stellen eine besondere Beziehung zwischen Raum und Klang her. Die musikalischen Werke notiert der Niederländer in der Regel graphisch – und baut auf das Einfühlungsvermögen und die Kreativität der Aufführenden.

In der Bar der Gegenwart wird bei einem Drink mit lokalen wie internationalen Künstler*innen, Macher*innen und Denker*innen besprochen, wie wir die Gegenwart verstehen können und wie Kunst uns inspiriert, anders auf unsere täglichen Fragen zu blicken – z.B. wie wir mit Zeit umgehen, wie wir unseren Arbeitsplatz organisieren, was uns für unseren Beruf motiviert und wie wir zusammenleben wollen. Die Bar der Gegenwart findet an jedem ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr statt.

Mittwoch, 05.06.2019, 19.30 Uhr

ProgrammPlus zu „BOX #4: William Engelen“

Bar der Gegenwart

Artist Talk mit William Engelen und Dr. Sebastian Baden, Kurator

Ort: Treffpunkt Kassentresen im Atrium

Kosten: 5 €, Museumseintritt frei – MVV Kunstabend

 

 

Weitere Termine:

Mittwoch, 10.07.2019, 20 Uhr

Live im Atrium: „Partitur 32 bpm“ von William Engelen

Eine Aufführung des Mannheimer Schlagwerks

Kosten: 5 € inkl. Eintritt

 

Ausstellung:

Box #4: William Engelen

19. Mai bis 14. Juli 2019

Kurator: Dr. Sebastian Baden

Mit freundlicher Unterstützung des Königreichs der Niederlande.

 

Fotocredit:
William Engelen mit seiner „Partitur 32 bpm“
Foto: Kunsthalle Mannheim/ Maria Schumann

23.05.19
ProgrammPlus: Jetzt bewerben – Ausschreibung für die „Artist Books Fair“ am 27.07.2019 in der Kunsthalle Mannheim

In den letzten Jahren hat sich das Segment der thematischen und ausstellungsunabhängigen Kunst- bzw. Künstlerbücher stark entwickelt. Eine Vielzahl kleinerer, von Künstler*innen und Kunsthistoriker*innen initiierter Labels, Verlage, Läden und Messen sind entstanden. Die Kunsthalle Mannheim präsentiert vom 28. Juli bis 15. September unter dem Titel „Artist Books“ in der BOX # 5 ausgewählte Kunstpublikationen, die diese Entwicklung dokumentieren und neue Bezüge zu den Inhalten der Mannheimer Kunsthalle herstellen. Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung wird es am 27.07.2019 von 11 bis 17 Uhr eine Artist Books Fair geben: einen „Markttag“ mit Ständen, Vorträgen und Aktionen im Atrium der Kunsthalle Mannheim.

Open Call: Die Kunsthalle Mannheim lädt zusätzlich zur Ausstellung aufstrebende und etablierte Künstler*innen sowie Akteur*innen im Bereich künstlerische Eigen-Publikationen ein, ihre Werke, selbst publizierten Editionen und – Hefte bei der Kunsthalle Mannheim einzureichen. Möchten Sie am 27.07.2019 über Ihre Werke sprechen und sie an einem eigenen Stand in der Kunsthalle Mannheim verkaufen? Dann bewerben Sie sich bis 15.06.2019.

Mit einer Jury aus internen und externen Fachleuten und Enthusiast*innen für Artist Books treffen wir eine Auswahl und laden Sie zur Artist Books Fair am Eröffnungstag in die Kunsthalle Mannheim ein. Besonders begrüßt werden Werke, die einen Bezug zur Sammlung der Kunsthalle Mannheim herstellen. Die Kunsthalle Mannheim stellt Ihnen einen Stand und Verpflegung zur Verfügung.

Bewerbungsunterlagen bitte anfordern bei:

Kunsthalle Mannheim
Dörte Ilsabe Dennemann, Programmkuratorin
Friedrichsplatz 4, 68165 Mannheim
doerte.dennemann@mannheim.de

Bildunterschrift:  Glückliche Kooperationspartner: Dr. Inge Herold (Sammlungsleiterin, Kunsthalle Mannheim), Claudia Diem (Mitglied des Vorstands BW-Bank), Lutz Casper (Leiter der Sammlung Landesbank Baden-Württemberg) und Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin de
14.05.19
Kooperation zwischen der Kunsthalle Mannheim und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) startet offiziell am 14. Mai 2019

Meisterwerke der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst aus der Sammlung LBBW werden künftig die Möglichkeiten der Sammlungspräsentationen der Kunsthalle Mannheim erweitern. Das ist das erklärte Ziel der neuen Kooperation zwischen dem Mannheimer Kunstmuseum und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die am 14. Mai 2019 offiziell beginnt.

„Ich freue mich sehr, heute den offiziellen Startschuss geben zu können zu einer Kooperation der Kunsthalle Mannheim und der Landesbank Baden-Württemberg“, sagt Dr. Ulrike Lorenz. „Von dieser fruchtbaren Zusammenarbeit werden auch die Besucherinnen und Besucher der Kunsthalle Mannheim profitieren“, ist die Museumsdirektorin überzeugt.

Mit über 15.000 Kunstwerken besitzt die LBBW eine der großen deutschen Unternehmenssammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Zu den Highlights der Sammlung zählen Werke von Otto Dix, Willi Baumeister, Gerhard Richter, Stephan Balkenhol, Tobias Rehberger, Andreas Gursky, Rosemarie Trockel und viele mehr.

„Dank der Kooperation der beiden Institutionen lassen sich die Beziehungen zwischen den Werken verschiedener Künstler*Innen umfangreich darstellen und vergleichen. Die öffentliche Sammlung der Kunsthalle erschließt somit zusammen mit Sammlung der LBBW neue kunsthistorische Horizonte zwischen Moderne und Gegenwart“, erklärt Dr. Ulrike Lorenz.

2018 hat die LBBW zu ihrem 200-jährigen Jubiläum ein ehrenamtliches Sammlungskuratorium einberufen, in dem auch Lorenz sitzt. Zu seinen Mitgliedern zählen außerdem Dr. Ulrike Groos (Direktorin Kunstmuseum Stuttgart), Patricia Kamp (Künstlerische Leiterin Museum Frieder Burda | Salon Berlin), Thomas Locher (Rektor der HGB Leipzig), Dr. Petra Olschowski (Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg), Claudia Diem (BW-Bank-Vorstand) u.a.

Die Sammlung LBBW geht zurück in das Jahr 1971 Am Anfang galt das Interesse Vertretern der südwestdeutschen Kunst, zu denen Oskar Schlemmer und Willi Baumeister gehören. Später traten Arbeiten herausragender Künstler der deutschen Kunst nach 1945 hinzu –  wie Gerhard Richter, Georg Baselitz und Anselm Kiefer. Ab den 1990er Jahren wurde das Interesse auf die junge aktuelle zeitgenössische deutsche und internationale Kunst ausgedehnt. Darüber hinaus zählen auch Gemälde von Max Slevogt, Otto Dill und Hans Purrmann sowie zeitgenössische Werke von Neo Rauch, Matthias Weischer und Tim Eitel heute zur Sammlung.

"Als regionale Kundenbank der LBBW sehen wir uns nicht nur als Partner der Wirtschaft, sondern wollen auch ganz bewusst einen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in der Region leisten", sagt Claudia Diem, Mitglied des Vorstands der BW-Bank. "Kunst ist eine wertvolle Facette unserer Unternehmenskultur, die wir bewahren und fördern wollen. Daher freuen wir uns sehr, im Rahmen dieser Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim Teile der Sammlung LBBW hier einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen."

Die Kunsthalle Mannheim befindet sich in bester Gesellschaft, ist die umfangreiche Kunstsammlung der LBBW doch national wie international gefragt. Neben dem Kunstmuseum Stuttgart – dort ist unter anderem das „Bildnis der Tänzerin Anita Berber“ (1925) von Otto Dix aus der Sammlung LBBW zu sehen – ist sie auch in der Staatsgalerie Stuttgart mit Leihgaben vertreten. Temporär wurden ihre Werke bereits an die Kunstsammlung NRW, den Berliner Martin-Gropius-Bau, die Schweizer Fondation Beyeler, das Kunstmuseum Bonn und die Nationalgalerie Oslo verliehen.

Lorenz: „Die Kunsthalle Mannheim wird von dieser Kooperation profitieren und ihrem Publikum neben der eigenen Sammlung besondere zeitgenössische Kunstwerke zugänglich machen können, die in der internationalen Kunstwelt von Bedeutung sind. Wir freuen uns speziell auf die multimedialen Werke und Installationen.“

 

 

Bildunterschrift:

Glückliche Kooperationspartner: Dr. Inge Herold (Sammlungsleiterin, Kunsthalle Mannheim), Claudia Diem (Mitglied des Vorstands BW-Bank), Lutz Casper (Leiter der Sammlung Landesbank Baden-Württemberg) und Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim (v.li.n.re.)
Foto: Kunsthalle Mannheim/ Maria Schumann

25.04.19
Die Kunsthalle Mannheim präsentiert in der großen Sonderschau „Inspiration Matisse“ die wichtigsten französisch-deutschen Brückenbauer der Kunst in überwältigender Vielfalt


Aufbruch in die Moderne – Französische und deutsche Künstler auf den Spuren von Matisse: Publikumsliebling Henri Matisse (1869–1954) ist Synonym für malerische Innovation bis an die Grenze zur Abstraktion. Als "Künstler für Künstler" hat Matisse am Beginn des 20. Jahrhunderts mit zeichenhaften und farbintensiven Werken eine jüngere Generation französischer und deutscher Künstler inspiriert und von festgefahrenen Traditionen befreit. Die Kunsthalle Mannheim präsentiert in der Sonder-ausstellung „Inspiration Matisse“ (27.09.2019 bis 19.01.2020) mit mehr als 120 Gemälden, Plastiken, Keramiken und graphischen Arbeiten den Pionier der Moderne im Kreis seiner Zeitgenossen: von den französischen Fauvisten über die deutschen Expressionisten bis zu Schülern der „Académie Matisse“.

Als die Kunst von Matisse in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals in Erscheinung trat, spaltete sich das Publikum in leidenschaftliche Anhänger und nicht minder passionierte Gegner. Zahlreiche Künstler der Avantgarde ließen sich von seiner farbtrunkenen, expressiven Malerei inspirieren. Einzelne deutsche Kunstkenner, die das Pariser Kunstleben regelmäßig beobachteten, hatten bereits 1905 begonnen, seine Kunst wahrzunehmen. Die Diskussion über die auf viele so neuartig wirkenden Kunst begann jedoch vor allem 1906/07, als einzelne seiner Werke bei einer Wanderausstellung neuerer französischer Kunst erstmals auf deutschem Boden zu sehen waren – in München, Frankfurt am Main, Dresden, Karlsruhe und Stuttgart.

Im Dezember 1908 reiste Matisse nach Berlin, wo im Januar 1909 eine Retrospektive seiner Kunst über die Grenzen der Reichshauptstadt hinaus von sich reden machte. Nahezu alle jüngeren wie etablierten Künstler sahen diese Ausstellung des Kunstsalons Paul Cassirer, angefangen mit Max Beckmann, der urteilte: „Eine unverschämte Frechheit nach der anderen“. Aus Dresden waren Max Pechstein und Ernst Ludwig Kirchner angereist. Zerrissen zwischen dem Glücksgefühl, auf einen Geistesverwandten zu stoßen, und dem Schock, den die Kompromiss-losigkeit der Werke aus Paris auslöste, die selbst dort für Furore und Ablehnung gesorgt hatten, schrieben sie an den in Dresden gebliebenen Erich Heckel auf einer Postkarte lakonisch: "Matisse z.T. recht wüst."

Die progressiven und frankophilen deutschen Kritiker erkannten in Matisse einen neuen Stern am Kunsthimmel, einen Revolutionär, der fortsetzte, was van Gogh, Gauguin, Seurat und Signac sowie vor allem Cézanne begonnen hatten, während die konservative Presse befürchtete, die jungen deutschen Künstler könnten mit einem unheilvollen Virus infiziert werden und es ihm gleichtun. Zwar war es Konsens, dass es wieder eine starke, neue deutsche Kunst geben müsse; doch viele meinten, eine solche sollte sich unabhängig von der Pariser Kunst entwickeln.

Matisse verband mit Deutschland vor allem Erinnerungen an drei Reisen nach Speyer, Heidelberg und Nürnberg sowie München (Sommer 1908), Berlin und Hagen (Jahreswende 1908/09) sowie München und Garmisch-Partenkirchen (Herbst 1910). Er besuchte dort u.a. Museen, Sammler, die große Ausstellung islamischer Kunst auf der Münchner Theresienwiese 1910, aber auch traditionsreiche gastronomische Betriebe wie den Münchner Löwenbräukeller, wo er sich in einem Vorläufer des Photomaton mit seinen deutschen Begleitern und hochgehaltenen Maßkrügen ablichten ließ (siehe Pressefoto). Auf seinen Reisen begegnete er zahlreichen Persönlichkeiten. Einer seiner wichtigsten Partner war Karl Ernst Osthaus, der Gründer des Folkwang-Museums in Hagen.

Ob Matisse bei seinen Reisen auch in Mannheim Halt machte, ist nicht überliefert. 1908 besichtigte er in Heidelberg das große Fass im Schloss. In Speyer besuchte er Hans Purrmann, seinen Schüler in seiner privaten Malschule „Académie Matisse“, in der er 1908 bis 1910 rund 100 Schüler aus dem In- und Ausland unterrichtete. Bei der Mannheimer Jubiläums-Ausstellung 1907 war er indes nicht vertreten. Die Kunsthalle Mannheim eröffnete erst 1909 und der bedeutende Mannheimer Sammler Sally Falk besaß wohl erst später eine Plastik sowie zwei Grafiken des Franzosen.

150 Jahre nach seiner Geburt präsentiert die Kunsthalle Mannheim Henri Matisse neben zentralen Werken von André Derain, Georges Braque, Charles Camoin, Kees van Dongen, Raoul Dufy, Henri Manguin, Albert Marquet und Maurice de Vlaminck ebenso wie von Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, August Macke, Gabriele Münter sowie Max Pechstein und schließlich von Rudolf Levy, Oskar und Margarete Moll, Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller. Die verschiedenen künstlerischen Positionen treten in einen offenen Dialog und ermöglichen neue Perspektiven. Es wird deutlich, dass Matisse formal wie inhaltlich neue Wege wies und zugleich wie ein Katalysator für jeweils individuelle künstlerische Befreiungen wirkte.

Diese weltweit erste Zusammenschau zeigt kostbare Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen in Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Norwegen, Schweden, der Schweiz, Spanien und den USA. Unter den Leihgebern sind: Nationalgalerie (Berlin), Pinakothek (München), Städtische Galerie im Lenbachhaus (München), Staatsgalerie (Stuttgart), Musée Matisse (Nizza), Tate (London), Nasjonalgalleriet (Oslo), Fondation Beyeler (Riehen / Basel), Museo Thyssen-Bornemisza (Madrid), Art Institute (Chicago) und Metropolitan Museum (New York).


Save the Date: Vorab-Pressekonferenz

Dienstag, 14.05.2019, 13 Uhr, Kunsthalle Mannheim, Auditorium, mit Dr. Ulrike Lorenz und Dr. Peter Kropmanns.



Inspiration Matisse
27. September 2019 bis 19. Januar 2020
Eröffnung: 26. September 2019, 19 Uhr
Kuratoren: Dr. Peter Kropmanns (Paris), Dr. Ulrike Lorenz


Gefördert durch:

  

Medienpartner der Ausstellung:

 

     


Bildunterschrift:
Bosco-Automat-Sofortbild: Henri Matisse, Albert Weisgerber und Hans Purrmann (v.r.n.l.), 1910, Löwenbräukeller, München, © Hans-Purrmann-Archiv, München

24.04.19
ProgrammPlus – Bar der Gegenwart: Am 01.05.2019 ist das Künstler*innen-Duo Mwangi Hutter beim Artist Talk mit Katalogvorstellung in der Kunsthalle Mannheim zu Gast

Der menschliche Körper – meistens der eigene – ist häufig Ausgangspunkt der Arbeiten von Mwangi Hutter. Das Künstlerpaar hat eine gemeinsame Identität entworfen, mit der Fragen zur Wahrnehmung von Gender, Kultur, Ethnizität und sozialer Distinktion gestellt werden. Für die Kunsthalle Mannheim entwickeln Mwangi Hutter eine Drei-Kanal-Videoinstallation mit Skulptur, die im Zusammenspiel dynamische Bewegung und bedrohliche Erstarrung einander gegenübersetzt. Der Ausstellungstitel „Schwarz, Rot, Gold?“ bezieht sich auf aktuelle Debatten über Interkulturalität und die Symbolik der Nationalflagge Deutschlands.

Am Mittwoch, 01. Mai 2019, sprechen Mwangi Hutter in der „Bar der Gegenwart“ um 19.30 Uhr über ihre Kunst, die den Raum der BOX mit der Mystik und der Rhythmik des Tanzes fällt. Das Paar zeigt den Körper als sensible Hülle, dessen Hautfarbe eine Projektionsfläche für Abgrenzung und Vorurteile sein kann. Sichtbares und Verdecktes, undefinierte Geschlechtlichkeit und unheimliches Begehren, Stille und kraftvolle Melodien kommen in dieser Installation zusammen.

Im Rahmen der Ausstellung sind eine Fotoedition und ein Katalog entstanden. Der Katalog wird am 01. Mai 2019 anlässlich des Künstlergesprächs vorgestellt. (Mit Beiträgen von Sebastian Baden und Negarra A. Kudumu in Deutsch und Englisch. 80 Seiten, Hardcover, mit farbigen Abbildungen. Ab 01. Mai 2019 im Museumsshop erhältlich. Preis: € 19,80; Fotoedition, 40 x 50 cm, gerahmt ab € 300,00)

In der „Bar der Gegenwart“ wird bei einem Drink mit lokalen wie internationalen Künstler*innen, Macher*innen und Denker*innen besprochen, wie wir die Gegenwart verstehen können. Wie inspiriert Kunst uns, anders auf unsere täglichen Fragen zu blicken – z.B. wie wir mit Zeit umgehen, wie wir unseren Arbeitsplatz organisieren, was uns für unseren Beruf motiviert oder wie wir zusammenleben wollen. Die „Bar der Gegenwart“ findet jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr statt.

ProgrammPlus:

Mittwoch, 01. Mai 2019, 19.30 Uhr

Bar der Gegenwart: Artist Talk und Katalogvorstellung

Mit dem Künstler*innen-Duo Mwangi Hutter

LUXX, Museumsrestaurant der Kunsthalle Mannheim

Moderation: Dr. Sebastian Baden und Dörte Dennemann

Kosten: 5 €, Museumseintritt frei – MVV Kunstabend.


Ausstellung:

BOX #3: Mwangi Hutter – Schwarz, Rot, Gold?

01. März bis 05. Mai 2019

Eröffnung: 28. Februar 2019

Kurator: Dr. Sebastian Baden

Mwangi Hutter: Black, Red, Gold? Schwarz, Rot, Gold? Mit Beiträgen von Sebastian Baden und Negarra A. Kudumu, herausgegeben von Sebastian Baden und Ulrike Lorenz, Mannheim 2019, 80 Seiten, 21 x 14 cm, farbige Abb., Gestaltung: Luise John/ PikDrei
12.04.19
Uraufführung „Partitur 32 bpm für die Kunsthalle Mannheim“ von William Engelen und Vernissage in der BOX #4 am 18.05.19

„Ich taste die Akustik der Kunsthalle Mannheim ab und bringe das Atrium mit meiner Komposition zum Klingen“, erklärt William Engelen. Der gebürtige Niederländer hat auf Einladung des Kunstmuseums eine ortsspezifische Arbeit entwickelt, um eine akustische Qualität in die Architektur des neuen Museumsgebäudes einzuführen. Seine Komposition „Partitur 32 bpm für die Kunsthalle Mannheim“ wird von acht Musiker*innen des Mannheimer Schlagwerks (Studierende der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim) mit jeweils neun Perkussionsinstrumenten unter der Leitung von Prof. Dennis Kuhn am 18.05.2019, um 19 Uhr, im Atrium im Rahmen der Mannheim Music Week uraufgeführt (Eintritt frei). Ebenfalls am Samstag wird die BOX #4 eröffnet, in der die Komposition von Engelen als Videoinstallation in Klang und Bild zu sehen ist.

Zeitgenössische und experimentelle Musik erweitert die visuelle Kunstpraxis: William Engelen ist sowohl bildender Künstler als auch Komponist. Seine Arbeit verbindet visuelle Medien und Sound. Die Musik wird in situ als Klangskulptur in der Museumsarchitektur aufgeführt. Das Publikum erlebt ein begehbares Konzert und kann die Aufführung auf allen drei Etagen durch das offene Atrium im Zentrum des Museums hören. Nach der Uraufführung ist die Musik von Engelen bis zum 14. Juli 2019 als Video- und Klanginstallation in der BOX #4 für die Museumsbesucher*innen erlebbar.

William Engelen (Jahrgang 1964) studierte an der Stadsakademie voor toegepaste Kunsten und der Jan van Eyck Akademie in Maastricht, Niederlande. Er ist bekannt für seine experimentellen und forschungsbasierten Kompositionen, die formal und thematisch herausragend sind. Sein Schaffen oszilliert zwischen Musik, Bildender Kunst, Happening, Klanginstallation und Performance. Seine ortsgebundenen Arbeiten stellen eine besondere Beziehung zwischen Raum und Klang her.

Die musikalischen Werke notiert der Niederländer in der Regel graphisch – und baut auf das Einfühlungsvermögen und die Kreativität der Aufführenden. „Meine Zeichnungen fungieren als Partitur von Notationen, als Konstruktionszeichnung, als Schriftbilder gestischer, automatischer Verdichtungen oder als Kopfpartituren, die Grenzbilder möglicher musikalischer Erlebnisse sein können – uneindeutig, loopartig, variabel und aleatorisch“, erklärt William Engelen.

 

Die für Mannheim geschaffene Komposition mit 32 bpm (Beats per Minute) ist Basis eines Ensemblewerkes, in dem jede*r Musiker*in als Solist*in auftritt und sich durch die Partitur navigiert. Das Stück ist in einem Raster mit 32 Spalten auf 32 Zeilen notiert, mit 1.089 Punkten in Weiß, Schwarz und in Grautönen sowie in verschieden großen Punkten, die der Betonung und Orientierung dienen. Die Musiker*innen suchen sich darin über die Dauer von 50 Minuten individuell ihren Weg, schlagen jedoch alle im gleichen Takt ihre Perkussionsinstrumente an. Zum Einsatz kommen Pauke, Gong, Triangel, Crotales, Bongo, Woodblock, Mokusho, Röhrenglocke und Kuhglocke.

Im Rahmen der Ausstellung veröffentlichen die Kunsthalle Mannheim und William Engelen gemeinsam ein Künstlerheft und eine Schallplatte. Diese wird ein besonderer Teil des Kunstwerks und der Ausstellung sein, die den ephemeren Charakter von Musik in ein haptisches Format bringt und das Kunstwerk für ein öffentliches Archiv aufbewahrt. Ton und Bild werden in dieser Sonderausgabe kombiniert. Ergänzt wird der Langspieler mit einem Essay des Musiktheoretikers Björn Gottstein, Direktor des Contemporary Music Festival „Musiktage“ in Donaueschingen und Kurator des SWR-Radiosenders. (Schallplatte & Booklet, 300 Exemplare, herausgegeben von Sebastian Baden, Kunsthalle Mannheim).

Box #4:

William Engelen

19. Mai bis 14. Juli 2019

Eröffnung mit Uraufführung: Samstag, 18. Mai 2019, 19 Uhr

Kurator: Dr. Sebastian Baden

 

Mit freundlicher Unterstützung des Königreichs der Niederlande.

Das Konzert findet Im Rahmen der Mannheim Music Week statt. Eine weitere Aufführung findet im Juli statt. Genauer Termin unter www.kuma.art

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10.04.19
Johan Holten wurde gestern offiziell vom Gemeinderat der Stadt Mannheim als neuer Direktor der Kunsthalle Mannheim bestätigt

Johan Holten wurde gestern offiziell vom Gemeinderat der Stadt Mannheim als neuer Direktor der Kunsthalle Mannheim bestätigt

Jetzt ist es amtlich: Johan Holten tritt ab Herbst 2019 die Nachfolge von Dr. Ulrike Lorenz als Direktor der Kunsthalle Mannheim an. Das hat der Gemeinderat der Stadt Mannheim in nicht öffentlicher Sitzung gestern, 09.04.2019, beschlossen und folgt damit der Empfehlung des Kulturausschusses vom 27.03.2019.

„Ich freue mich sehr, die exzellent aufgestellte Kunsthalle Mannheim weiter in die Zukunft zu führen“, erklärt Johan Holten.
Auch Dr. Ulrike Lorenz freut sich über die Entscheidung der Stadt Mannheim: „Ich kenne und schätze Johan Holten seit vielen Jahren sehr als kompetenten Kollegen.“ Lorenz ist seit 2009 Direktorin der Kunsthalle Mannheim. Unter ihrer Leitung entstand von 2012 bis 2018 der innovative Neubau der Kunsthalle Mannheim als offene „Stadt in der Stadt“ mit einer umfassenden Digitalen Strategie. Im Sommer wechselt sie als Präsidentin zur Klassik Stiftung Weimar.

Für Johan Holten stellt gerade die neue Ausrichtung des Museums einen besonderen Reiz dar: „Für mich war es programmatisch schon immer sehr wichtig, Kunst nicht als etwas zu begreifen, das abgeschottet in einem weißen Raum stattfindet: Kunst braucht den Dialog mit der Gesellschaft.“

Die erste Ausstellung der Kunsthalle Mannheim unter der Leitung von Johan Holten wird die große Herbstschau „Inspiration Matisse“ sein. „Es ist natürlich fantastisch, dass ein so wichtiger Name der Kunstgeschichte den Auftakt für meine Zeit in Mannheim bildet.“

Johan Holten, geboren 1976 in Kopenhagen, ist seit 2011 Direktor der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Während dieser Zeit hat er ihr Ausstellungsspektrum programmatisch erweitert. Besonders hervorzuheben sind die Ausstellungen „Room Service – Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel“ sowie „Gutes böses Geld. Eine Bildgeschichte der Ökonomie“, die mit ihren Verbindungslinien zwischen historischer und zeitgenössischer Kunst beide ein bundesweites Presseecho hervorriefen. 2013 wurde Holten der Justus Bier Preis für Kuratoren für das Projekt „Auf Zeit“ verliehen. Von 2006 bis 2011 war er Direktor des Heidelberger Kunstvereins, wo er international beachtete Ausstellungen mit Jorinde Voigt, Walid Raad oder Simon Starling realisierte. 2009 wurde das Programm des Kunstvereins von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine ausgezeichnet. Holten studierte Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und war von 1994 bis 1998 professioneller Tänzer im Hamburg Ballett unter Leitung von John Neumeier.

Dr. Ulrike Lorenz verabschiedet sich Ende Mai von der Kunsthalle Mannheim. Bis Johan Holten im Herbst sein Amt antritt, übernimmt Dr. Inge Herold, stellvertretende Direktorin der Kunsthalle Mannheim und Abteilungsleiterin Sammlung, interimistisch die Führung des Hauses.


Fotocredit:
Johan Holten wird der neue Direktor der Kunsthalle Mannheim
Foto: Sonja Bell

04.04.19
Am 10.04.2019 feiert die Kunsthalle Mannheim den ersten "Tag der Provenienzforschung" mit einer besonderen Führung

Ist das Raubkunst oder doch nur ein ganz regulärer Sammlungsankauf? Fragen wie diese stellt sich Dr. Mathias Listl. Der Provenienzforscher untersucht Kunstwerke auf ihre Herkunft und verfolgt den Weg von ihrer Entstehung über Verkäufe, Tauschgeschäfte oder Beschlagnahmungen bis in den Bestand des Museums. Besonders bei Kunstwerken, die vor 1945 entstanden sind, ist es nicht immer leicht, nachzuvollziehen, woher genau sie kommen. Die Forschung nach der Provenienz von Kunstwerken ermöglicht es, Raubkunst zu identifizieren und, wenn möglich, den rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben. Am 10. April 2019 findet erstmals der „Tag der Provenienzforschung“ statt. Mehr als 70 Kulturinstitutionen in Deutschland, Großbritannien, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz nehmen daran teil und geben u. a. im Rahmen von Führungen, Ausstellungen und besonderen Aktionen einen Einblick in wesentliche Fragen und Ergebnisse der Erforschung der Herkunft ihrer Sammlungen und Objekte. (Weitere Infos unter www. arbeitskreis-provenienzforschung.org) In der Kunsthalle Mannheim führt der Provenienzforscher und Kurator Dr. Mathias Listl ab 18.30 Uhr durch die Ausstellung „(Wieder-) Entdecken – Die Kunsthalle Mannheim 1933 bis 1945 und die Folgen“. Im Mittelpunkt der Führung stehen seine konkreten Forschungsergebnisse der letzten Jahre.

Koordiniert wird der Aktionstag durch den Arbeitskreis Provenienzforschung e.V., ein seit 2000 bestehender Zusammenschluss von über 270 internationalen Wissenschaftler*innen, der sich der Vernetzung und fachlicher Unterstützung der Forschenden widmet. Mit dem Tag der Provenienzforschung, der künftig an jedem zweiten Mittwoch im April stattfinden wird, soll auf die gesellschaftliche und wissenschaftliche Relevanz der komplexen Arbeit der Provenienzforscher*innen aufmerksam gemacht werden. Die vielfältigen Fragestellungen und Methoden dieses Forschungsbereich werden erklärt bzw. vermittelt. Interessierte haben die Möglichkeit, den Experten vor Ort Fragen zu stellen.

Mittwoch, 10.04.2019, 18.30 Uhr

(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle Mannheim 1933 bis 1945 und die Folgen

Kuratorenführung
Kosten: 3 € zzgl. Eintritt

Dr. Mathias Listl Foto: Kunsthalle Mannheim / Barbara Reeder

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01.04.19
ProgrammPlus: „Akademie für jedermann“ lautet das Motto am 13.04.2019 von 11 bis 17 Uhr im Atrium der Kunsthalle Mannheim

Unter dem Motto „Kunst für alle“ schuf der Gründungsdirektor der Mannheimer Kunsthalle Fritz Wichert 1911 mit der „Akademie für Jedermann“ einen innovativen Kulturtreffpunkt. Die neue Kunsthalle Mannheim greift dieses Gründungsmotto wieder auf und fragt am Samstag, 13. April 2019: Wer ist in der kosmopolitischen Mannheimer Stadtgesellschaft eigentlich „jedermann“? Von 11 bis 17 Uhr finden im Atrium – dem Marktplatz der Kunsthalle – Workshops, Diskussionen und Aktionen, Kunst, Musik, Bewegung, Performances und Gespräche statt. Mit dabei sind Mannheimer „Jedefrauen“, „Jedermänner“, Vereine, Initiativen und Gruppen.

PROGRAMM & ABLAUF:

Ab 10:30 Uhr            Empfang & Begrüßung

11:00-12:00 Uhr        Aufwärmen: Yoga im Atrium

WER IST JEDERMANN*?

12:30-12:45 Uhr        Einführung in die „Akademie für jedermann*“

12:45-13:00 Uhr        Einsingen: Offenes Chorsingen mit der Mannheimer Liedertafel e.V.

13:00-13:15 Uhr        Kurzvortrag: Dr. Susanne Wichert / Reiss-Engelhorn Museen: „Fritz Wichert und seine Pläne zur „Einbürgerung der Kunst in die Stadt Mannheim“.

13:15-14:00 Uhr        Wer ist jedermann*? Die Mannheimer Stadtgesellschaft stellt sich vor

14:00-14:15 Uhr        Zwischenspiel: Orientalische Musikakademie Mannheim e.V.

WAS HAT DIE KUNST MIT MIR ZU TUN?

14:15-15:30 Uhr        Welche Bilder und Themen werden in den Ausstellungen der Kunsthalle Mannheim gezeigt und was bedeuten sie für jeden und die Stadtgesellschaft? Gespräche in der Sammlung

15:30-15:45 Uhr        Kurzvortrag: Jan-Philipp Possmann / zeitraumexit e.V.: „Kultur und Stadtgesellschaft“

15:45-16:00 Uhr        Aktive Pause: Turnen mit der Abteilung „Jedermann“ des TSV 1846 e.V.

WIE KÖNNEN WIR UNS MITEINANDER VERBINDEN?

16:00-16:30 Uhr        Austausch und Ideen für gemeinsame Programme

16:30-16:50 Uhr        Abgesang: Offenes Chorsingen mit der Mannheimer Liedertafel e.V.

16:50-17:00 Uhr        Finales Ausklingen mit der Orientalischen Musikakademie Mannheim e.V


Ort: Im Atrium der Kunsthalle Mannheim
Der Eintritt ist frei.
Partner Programm Plus: ARTIMA. Die Kunstversicherung

Konzept, Dramaturgie und Moderation: Dörte Ilsabe Dennemann, Programmkuratorin der Kunsthalle Mannheim in Zusammenarbeit mit Tanja Krone, Regisseurin und Performerin

Mit dabei sind: BPoC Collective, Das Arabische Haus e.V., Deutschsprachiger Muslimkreis Ludwigshafen-Mannheim e.V., FrauenKulturRat Mannheim, Interkulturelles Haus Mannheim e.V. Kulturparkett Rhein-Neckar e.V., KulturQuer Rhein-Neckar e.V., Mannheimer Liedertafel e.V., Orientalische Musikakademie Mannheim e.V., Jan-Philipp Possmann / zeitraumexit e.V., Stadtensemble des Nationaltheaters Mannheim, StartUp Mannheim – Kulturelle Stadtentwicklung, Turn- und Sportverein Mannheim 1846, Dr. Susanne Wichert / Reiss-Engelhorn Museum, YogaHeld Mannheim

Dr. Ulrike Lorenz und Prof. Dr. Wolfgang Ullrich im Jugendstilbau der Kunsthalle (Foto: Kunsthalle Mannheim)
26.03.19
Auflage komplett ausverkauft: „Was muss das Museum? Was kann das Museum?“ von Ulrike Lorenz und Wolfgang Ullrich jetzt online

Auflage komplett ausverkauft: „Was muss das Museum? Was kann das Museum?“ von Ulrike Lorenz und Wolfgang Ullrich jetzt online

Was muss das Museum? Was kann das Museum? Diesen Fragen gingen Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim, und Prof. Wolfgang Ullrich im Streitgespräch über die Rolle der Kunstmuseen in der heutigen Gesellschaft im Sommer 2017 nach. Das Gespräch ist 2018 im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen. Mittlerweile ist die Auflage ausverkauft. Eine zweite Auflage ist nicht geplant, das Buch jedoch ab sofort online als pdf abrufbar über die Homepage von Ullrich.

JETZT HERUNTERLADEN: Was muss das Museum? Was muss das Museum?

Wolfgang Ullrich (*1967) studierte Philosophie und Kunstgeschichte in München und promovierte 1994 über Martin Heidegger. Von 1997 bis 2003 war er als Assistent am Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste München tätig, danach Gastprofessur u.a. an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. An der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe wirkte er von 2006 bis 2015 als Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie. Seither ist er freiberuflich tätig als Autor, Kulturwissenschaftler und Berater.

Dr. Ulrike Lorenz ist seit 2009 Direktorin der Kunsthalle Mannheim. Unter ihrer Leitung entstand 2012 bis 2018 der innovative Neubau der Kunsthalle Mannheim mit einer umfassenden Digitalen Strategie. Zuvor war sie Direktorin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie in Regensburg (2004–2008) und der Kunstsammlung Gera (1991–2004). Sie ist mit Ausstellungen und Publikationen zu Kunst und Architektur der Klassischen Moderne sowie zu zeitgenössischen Künstlern hervorgetreten. 2018 wurde Lorenz mit der Goldenen Ehrennadel des Frauenbrücke-Preises für die innere Einheit Deutschlands ausgezeichnet. Ab August 2019 leitet Lorenz als Präsidentin die Klassik Stiftung Weimar.

Wer sich selbst weitergehende Gedanken machen möchte darüber, was ein Museum kann oder muss, hat dazu beim Symposium „Museum der Zukunft. Kunstmuseen im Kontext der urbanen Kultur“ in der Kunsthalle Mannheim am 21. und 22. November 2019 Gelegenheit. Weitere Infos unter www.kuma.art.

 

 

Ulrike Lorenz, Wolfgang Ullrich (Hrsg.): Was muss das Museum? Was kann das Museum? Ein Streitgespräch zwischen Ulrike Lorenz und Wolfgang Ullrich, 80 S., Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2018, ISBN 978-3-96098-288-3, 7,80 €.
Download unter ideenfreiheit.files.wordpress.com/2017/12/lorenz_ullrich_museum_2017.pdf

14.03.19
Stärkere Vernetzung schaffen und Synergien erzeugen: Kunsthalle Mannheim und m:con schließen Kooperationsvertrag

Um eine stärkere Vernetzung und organisatorische Zusammenarbeit zu erreichen, haben die Kunsthalle Mannheim und die m:con – mannheim:congress GmbH eine Kooperation vereinbart. Dadurch sollen die Synergien der Nachbarschaft am Friedrichsplatz und der institutionseigenen Kompetenzen noch stärker genutzt werden. Die beiden 100-prozentigen Töchter der Stadt Mannheim werden zukünftig Angebote und Dienstleistungen austauschen. Ebenso ist von beiden Institutionen eine Öffnung zur Stadtgesellschaft gewollt. „Die jeweils vorhandenen Netzwerke können sich von nun an gegenseitig ergänzen“, freut sich Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim.

Stephan N. Barthelmess, Kaufmännischer Leiter der Kunsthalle Mannheim, unterstreicht, dass „mit dieser Kooperation das eminent wichtige Wertschöpfungsnetzwerk für die Kunsthalle um einen kongenialen Partner produktiv erweitert wird“.

Durch die Kooperation ermöglicht die Kunsthalle der m:con eine Erweiterung ihres Angebotes als Kongress- und Veranstaltungszentrum. Darüber hinaus kann das Kunstmuseum auf die Kompetenzen und Erfahrungen der m:con im Bereich der Veranstaltungs-, Tagungs- und Kongressorganisation zurückgreifen und bietet mit der Museumsgastronomie LUXX einen erfahrenen Partner für das Catering.

Johann W. Wagner, m:con Geschäftsführer: „Der Kooperationsvertrag bildet die Grundlage für eine engere Zusammenarbeit, um unter anderem einen Mehrwert in den Bereichen Vertrieb von Räumen sowie Organisation und Durchführung von Veranstaltungen zu schaffen. Durch die enge Zusammenarbeit der innerstädtischen Partner m:con und Kunsthalle können wir außerdem den ganzheitlichen Auftritt der Quadratestadt über die Stadtgrenzen hinaus noch intensivieren.“

„Die Kunsthalle Mannheim hat mit der m:con einen professionellen Partner für Marketing, Vertrieb und Akquise ihrer Räumlichkeiten sowie die Unterstützung bei der Durchführung von Veranstaltungen an ihrer Seite. Darüber hinaus werden durch die Zusammenarbeit bisher unerschlossene Zielgruppen aus dem Firmen-, Tagungs- und Unternehmensbereich sowie der Stadtgesellschaft erreicht.“, ergänzt m:con Geschäftsführer Bastian Fiedler.


Grundinformationen:

Kunsthalle Mannheim
Die Kunsthalle Mannheim ist eine der ersten Bürgersammlungen der Moderne weltweit. 1909 als Museum gegründet, baute sie seitdem eine der renommiertesten bürgerschaftlichen Sammlungen Deutschlands auf, die mit Spitzenwerken von Edouard Manet bis Francis Bacon in der Malerei und einem singulären Skulpturenschwerpunkt aufwartet. 2018 wurde mit dem Neubau und dem Jugendstilbau das neue Museumsensemble eröffnet als ein „Museum in Bewegung“ im architektonischen Konzept einer „Stadt in der Stadt“ – engagiert und mitreißend, innovativ und weltoffen. Auch das kuratorische Programm schafft Verbindungslinien an alltägliche und allgemein-menschliche Erfahrungen und wirft Fragen auf nach der Relevanz von Kunst für unser Leben heute.

m:con – mannheim:congress GmbH
115 Mitarbeiter, über 200 erfolgreich durchgeführte Kongresse in den letzten 10 Jahren, nicht nur im Congress Center Rosengarten oder Pfalzbau Ludwigshafen, sondern in über 30 Destinationen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz – die m:con hat sich zu einem der gefragtesten Partner bei der Durchführung von Kongressen und Tagungen entwickelt.

Johann W. Wagner, Bastian Fiedler, Dr. Ulrike Lorenz und Dr. Stephan N. Barthelmess auf der Skulpturenterrasse im Neubau der Kunsthalle Mannheim Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
"Madonna von Ostende" von Erich Heckel zu Gast ab 12.03.2019
08.03.19
"Madonna von Ostende" von Erich Heckel zu Gast ab 12.03.2019

Im Rahmen der Ausstellung „(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle 1933 bis 1945 und die Folgen“ begrüßt die Kunsthalle Mannheim im Wechsel als Gäste Werke, die 1937 aus ihrer berühmten Moderne-Sammlung als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt wurden und heute in Museen oder privaten Sammlungen auf der ganzen Welt beheimatet sind. Dort sind sie oftmals Glanzstücke der jeweiligen Institution. Dies zeigt eindrücklich, welche Kunstschätze die Kunsthalle einstmals besaß, die ihr durch die nationalsozialistischen Beschlagnahmungen genommen wurden.

Von 12. März bis 23. Juni wird die „Madonna von Ostende“ (1916) von Erich Heckel aus dem Kirchner Museum Davos in der Kunsthalle Mannheim präsentiert. Der aquarellierte Holzschnitt ist einer jener expressionistischen Werke, die von Museumsdirektor Fritz Wichert bereits 1918 mit Sachverstand und Weitblick für die Mannheimer Sammlung direkt vom Künstler angekauft wurden.

Nachdem das Blatt 1937 als „Entartete Kunst“ konfisziert wurde, blieb es bis Anfang 1940 im Bestand der vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda beschlagnahmten Werke, bevor es durch einen Tauschhandel in den Besitz des Berliner Galeristen Ferdinand Möller gelangte. Im Gedenken an Möller befindet sich die „Madonna von Ostende“ seit 2000 als Stiftung von Rosemarie und Konrad Baumgart-Möller in der Sammlung des Kirchner Museum Davos.

Die Reihe „Zu Gast aus aller Welt“ startete im Juni 2018 mit Wilhelm Lehmbrucks Gemälde „Junges Mädchen (Martha)“ (1912), das seit 1954 im Besitz des Duisburger Lehmbruck Museums ist. Von September bis November 2018 war das Aquarell „Im Café (Hakenkreuzritter)“ (1921) von Georg Scholz zu Besuch, welches heute im Bestand der New Yorker Merrill C. Berman Collection ist. Seit Dezember 2018 konnte Robert Delaunays Gemälde „Saint-Séverin No. 3“ (1909/10) aus dem Solomon R. Guggenheim Museum in Mannheim bewundert werden. Als nächster Gast kommt Marc Chagalls „Die Prise (Der Rabbiner)“ (1926) Ende Juni aus dem Kunstmuseum Basel nach Mannheim.

Die „Madonna von Ostende“ ist auch ein Vorbote weiterer Graphiken, die in der Kunsthalle Mannheim konfisziert wurden und ab 21. März 2019 in der Ausstellung „Beschlagnahmt! Rückkehr der Meisterblätter“ 22.03. bis 23.06.2019) der Graphischen Sammlung präsentiert werden.

Fotocredit:
Erich Heckel, Madonna von Ostende, 1916, aquarellierter Holzschnitt
@ Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen, Foto: Kirchner Museum Davos

01.03.19
Kreativ in den Faschingsferien – Workshops für Kinder und Jugendliche am 06./07.03. und am 08./09.03.2019 in der Kunsthalle Mannheim

Langeweile in den Faschingsferien? Nein, danke. In zwei je zweitägigen Workshops für Kinder und Jugendliche von 8 bis 10 Jahren und zwischen 11 und 14 Jahren bietet die Kunsthalle Mannheim kreative Auszeiten vom Schulalltag an. Im Rahmen der Sonderausstellung „Henri Laurens – Wellentöchter“ und der Sammlungspräsentation lernen Neugierige das Museum von einer neuen Seite kennen.

Am Mittwoch, 06.03. und Donnerstag, 07.03. (10.15–15.15 Uhr) dreht sich im Workshop „Mach‘ mir die Welle!“ für Kinder von 8 bis 10 Jahren alles um die mythischen Wasserwesen in der Frühjahrsausstellung „Henri Laurens – Wellentöchter“. Die Sirenen und Meereskreaturen des französischen Bildhauers liefern dabei die Inspiration zu eigenen Kunstwerken, die anschließend mit Modelliermasse frei und fantasievoll gestaltet werden.

„Kunst gegen Langeweile“ gibt es für kreative Köpfe im Alter von 11 bis 14 Jahren am Freitag, 08.03.2019 und Samstag, 09.03.2019 (10.15–16.15 Uhr) in der Kunsthalle. Dabei steht das Thema „Zeit“ im Fokus: Warum verläuft sie nur in eine Richtung? Wie kurz oder wie lang dauert eigentlich ein Augenblick? Und was genau hat Langeweile mit Zeit zu tun? Die Workshop-Teilnehmenden erforschen gemeinsam das Museum und suchen in Kunstwerken nach der „Zeit“. Anhand verschiedener Techniken und künstlerischer Medien, wie z.B. Video, Fotografie oder Plastik und vielen weiteren überlegen die Jugendlichen, was es mit der Zeit auf sich hat und wie sie in einem Kunstwerk sichtbar werden kann.

Mittwoch, 06.03.2019 und Donnerstag, 07.03.2019, 10.15 bis 15.15 Uhr

Mach' mir die Welle!
Ferienworkshop für Kinder von 8 bis 10 Jahren (zweitägig)
Kosten: 50 € inkl. Material & Eintritt.
Anmeldung über www.abendakademie-mannheim.de

Freitag, 08.03.2019 und Samstag, 09.03.2019, 10.15 bis 16.15 Uhr
Kunst gegen Langeweile
Ferienworkshop für Kinder von 11-14 Jahren (zweitägig)
Kosten: 60 € inkl. Material & Eintritt
Anmeldung über www.abendakademie-mannheim.de

 

Bildunterschrift:

Kreativ im Museum: Ein Blick ins Bildhaueratelier der Sonderausstellung „Henri Laurens – Wellentöchter“ (01.03. bis 16.06.2019)

Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel

15.02.19
„A Woman Captured – Eine gefangene Frau“ zeigt die schockierende Geschichte einer Ungarin in der Reihe „Film & Kunst“ am 21.02.2019 im Cinema Quadrat

Kaum ertragen lässt sich das Unrecht, das in dem Dokumentarfilm „A Woman Captured – Eine gefangene Frau“ aufgedeckt wird. Die 52-jährige Marisch muss ein Jahrzehnt lang unter unmenschlichen Bedingungen als Sklavin einer Familie dienen. Im Rahmen der Reihe „Film & Kunst“ der Kunsthalle Mannheim wird die bewegende Dokumentation (HU 2017, 89 Min., OmU) am Donnerstag, 21.02.2019 (19.30 Uhr) im Cinema Quadrat gezeigt.

Zehn Jahre lang muss die Ungarin Marisch einer Familie dienen – bei 20-Stunden-Arbeitstagen und ohne Arbeitslohn. Ihre Unterdrücker konfiszieren ihre Ausweispapiere, Marisch darf das Haus nur mit ausdrücklicher Erlaubnis verlassen. Sie wird behandelt wie ein Tier, erhält nur Essensreste und hat kein Bett zum Schlafen. Zwei Jahre lang begleitet die Regisseurin Bernadett Tuzza-Ritter die Frau, der schließlich der Ausbruch aus der Sklaverei gelingt.


Der Global Slavery Index (Weltweite Erfassung von Sklaverei) aus dem Jahre 2016 schätzt, dass derzeit weltweit 45,8 Millionen Menschen von einer der Ausformungen moderner Sklaverei betroffen sind, davon 1,2 Millionen Männer und Frauen in Europa. Dies beinhaltet Zwangsarbeit und häusliche Knechtschaft ebenso wie Prostitution. Diesen Sachverhalt aufzuzeigen ist ein Teil des Films, der zugleich auch von einer Ermächtigung handelt. Bernadett Tuzza-Ritter zeigt in ihrer Dokumentation eine Frau, die mit ihrer Flucht ein großes Risiko eingeht und der es gelingt, die schrecklichen Dinge, die ihr widerfahren sind, hinter sich zu lassen.

Die aktuelle, 20. „Film & Kunst“- Staffel stellt sich einer besonderen inhaltlichen Herausforderung, denn alle ausgewählten Filme – von September 2018 bis Februar 2019 – stehen im Zeichen der großen Themenausstellung, die ab 12. Oktober in der Kunsthalle zu sehen ist. Unter dem Titel „Konstruktion der Welt: Kunst und Ökonomie“ verdeutlicht diese Themenausstellung erstmals den dramatischen Einfluss der Ökonomie auf die Kunst in einem weltweiten Vergleich und zeigt dies in der Gegenüberstellung zweier Epochen auf. Ökonomische Phänomene in der Klassischen Moderne der 1920/30er Jahre werden mit Fokus auf Deutschland, Russland und die USA reflektiert und künstlerischen Positionen der unmittelbaren Gegenwart gegenübergestellt. Hier ist der Ausgangspunkt für die Werkauswahl natürlich die globale Finanzkrise 2008, die die Wirtschaftssysteme in Amerika und Europa in ihren Grundfesten erschütterte und unsere Gegenwart nachhaltig beeinflusst.

Das Programm der 20. Staffel „Film & Kunst“ ermöglicht mit einer Auswahl von preisgekrönten Dokumentarfilmen einen vertiefenden Blick auf das ökonomische Geschehen unserer Tage und ergänzt die Ausstellung um sehenswerte filmische Positionen. In Einführungsvorträgen wird der jeweilige Bezug der Filme zur Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ hergestellt.

 

in der Reihe „Film & Kunst“:

Donnerstag, 21.02.2019, 19.30 Uhr

A Woman Captured – Eine gefangene Frau

Mit einer Einführung von Dr. Thomas Köllhofer

Ort: Cinema Quadrat (Collini Center, Collini Str. 1, Mannheim)

Kosten: 8 €/ ermäßigt 6 €/ Mitglieder 5 €

Mwangi Hutter: Arrangement of the folds, 2017, Drei-Kanal-Videoprojektion, 17:03 min., Loop, Videostill, Foto: MwangiHutter, Courtesy of the Artists und Galerie Burster, Berlin/ Karlsruhe
12.02.19
Das Kuenstlerpaar Mwangi Hutter bespielt die BOX #3 in der Kunsthalle Mannheim mit seiner Installation Schwarz, Rot, Gold? ab 01.03.2019

Der menschliche Körper – meistens der eigene – ist häufig Ausgangspunkt der Arbeiten von Mwangi Hutter. Das Künstlerpaar hat eine gemeinsame Identität entworfen, mit der Fragen zur Wahrnehmung von Gender, Kultur, Ethnizität und sozialer Distinktion gestellt werden. Für die Kunsthalle Mannheim entwickeln Mwangi Hutter eine Drei-Kanal-Videoinstallation mit Skulptur, die im Zusammenspiel dynamische Bewegung und bedrohliche Erstarrung einander gegenübersetzt. Der Ausstellungstitel „Schwarz, Rot, Gold?“ bezieht sich auf aktuelle Debatten über Interkulturalität und die Symbolik der Nationalflagge Deutschlands. Die Kunst von Mwangi Hutter füllt den Raum mit der Euphorie und der Rhythmik des Tanzes; sie zeigt aber auch den Körper als sensible Hülle, dessen Hautfarbe eine Projektionsfläche für Abgrenzung und Vorurteile sein kann. Sichtbares und Verdecktes, undefinierte Geschlechtlichkeit und unheimliches Begehren, Stille und kraftvolle Melodien kommen in dieser Installation zusammen.

Die BOX ist ein Ausstellungsraum in der Kunsthalle Mannheim, den alle Interessierten eintrittsfrei besuchen können. Das Programm widmet sich der Vielfalt der künstlerischen Medien der Gegenwart und erlaubt auch interdisziplinäre Experimente. Hier werden in unregelmäßigen Abständen neue Werke von internationalen Kunstschaffenden mit überraschenden Themen und Fragestellungen präsentiert.

Den Auftakt zur BOX machte im Juni 2018 der dänische Künstler Christian Falsnaes mit „Video Artist“. Ihm folgte Marinella Senatore mit der „School of Narrative Dance“. Nach einer „Zwischennutzung“ durch die Videoinstallation „Occupy, Resist, Produce“ (2014 – 2018) von Oliver Ressler und Dario Azzellini, die den Raum als Teil der Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ bespielen, sind ab 01. März 2019 Mwangi Hutter an der Reihe.

BOX #3:
Mwangi Hutter
01. März bis 05. Mai 2019
Eröffnung: 28. Februar 2019
Kurator: Dr. Sebastian Baden

07.02.19
Die Graphische Sammlung beginnt das Ausstellungsjahr 2019 mit „Beschlagnahmt! Rückkehr der Meisterblätter“ (22.03.–23.06.2019)


Als die Nationalsozialisten 1937 in über einhundert deutschen Museen Kunstwerke der modernen Avantgarde als „Entartete Kunst“ beschlagnahmten, war der Bestand der Kunsthalle Mannheim eine der am stärksten von den Konfiszierungen betroffenen öffentlichen Sammlungen. Ein Großteil der knapp 600 damals aus Mannheim abgezogenen Werke waren dabei graphische Arbeiten. Als Ergänzung der Ausstellung „(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle 1933 bis 1945 und die Folgen“ widmet sich nun auch die Graphische Sammlung dem Thema und präsentiert Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken, die 1937 in der Kunsthalle beschlagnahmt worden waren.

Als Gäste auf Zeit kehren insgesamt 34 Meisterwerke nach Mannheim zurück, die sich heute in der Wiener Albertina, dem Kulturhistorischen Museum Rostock, dem Kölner Museum Ludwig, dem Kunstmuseum Basel und dem Sprengel Museum Hannover befinden. Mit dem Farbholzschnitt „Frau in der Nacht“ von Ernst Ludwig Kirchner wird zudem ein Blatt aus dem sogenannten Kunstfund Schwabing zu sehen sein. Nach dem Tod Cornelius Gurlitts im Mai 2014 erbte das Kunstmuseum Bern den 1919 entstandenen Farbholzschnitt.

Dass die Sammlungen der Kunsthalle Mannheim so überdurchschnittlich von den Enteignungsaktionen unter den Nationalsozialisten betroffen waren, lag paradoxerweise an der innovativen Ausstellungs- und Ankaufspolitik ihrer ersten beiden Direktoren Fritz Wichert und Gustav Hartlaub. Wichert war als Gründungsdirektor der Kunsthalle eingestellt worden, die damals noch keine große Sammlung besaß. Mit großer Weitsicht erwarb er französische Kunst des 19. Jahrhunderts und zeitgenössische Künstler. Mit höchsten Qualitätsansprüchen und Kennerblick kaufte er junge, avantgardistische Expressionisten. Sein Nachfolger Gustav Hartlaub setzte diese Ankaufsstrategie fort und erweiterte sie auf die aktuelle Kunst der Neuen Sachlichkeit. Diese beiden Strömungen waren von den Beschlagnahmungen der Nationalsozialisten am stärksten betroffen.

Insgesamt wurden 471 Graphiken in der Kunsthalle beschlagnahmt, darunter 177 Originalwerke (Aquarelle, Zeichnungen) und 289 Druckgraphiken sowie fünf nicht eindeutig einzuordnende Werke. Über ihr Schicksal nach der Enteignung konnte die Provenienzforschung des Hauses einige wesentliche Informationen recherchieren. So befinden sich nach aktuellem Wissensstand 53 Meisterwerke in renommierten Museen auf der ganzen Welt, darunter neben den bereits genannten u.a. das New Yorker Metropolitan Museum, die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München und die Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea in Rom.

Mit insgesamt 25 Blättern besitzt das Kulturhistorische Museum in Rostock den größten Bestand an ehemaligen Mannheimer Graphiken. Sie alle stammen aus dem Nachlass des Kunsthändlers Bernhard A. Böhmer, einem der deutschen Kunsthändler, die ab Ende der 1930er Jahre Zugriff auf die beschlagnahmten Werke aus deutschen Museen hatten. Während einige Blätter sich heute in Privatbesitz nachweisen lassen, ist von insgesamt 156 Arbeiten anzunehmen, dass sie von den Nationalsozialisten nach ihrer Beschlagnahmung zerstört wurden. Bei 234 Werken ist der aktuelle Verbleib unbekannt. Nur 19 befinden sich heute wieder im Bestand der Kunsthalle.

Bekannt ist darüber hinaus, dass vor allem die Druckgraphiken über Hildebrand Gurlitt und Bernhard A. Böhmer gehandelt wurden. So gingen nachweislich weit über 100 Graphiken durch die Hände der beiden Kunsthändler. Zum Bestand Gurlitt gehören auch jene fünf ehemaligen Mannheimer Graphiken, die sich seit 2014 im Kunstmuseum Bern befinden und aus dem Schwabinger Kunstfund stammen.

Die 34 Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken, die jetzt temporär in die Kunsthalle zurückkehren, besitzen nicht nur eine bewegte Vergangenheit. An ihnen zeigt sich auch exemplarisch, mit welchem Qualitätsanspruch Fritz Wichert und Gustav Friedrich Hartlaub die Mannheimer Moderne-Sammlung einst zusammentrugen. Oftmals direkt vom jeweiligen Künstler erworben, kamen Graphiken in den Bestand, die heute Spitzenwerke in internationalen Museen darstellen.

Die Kunsthalle Mannheim präsentiert diese Meisterwerke vom 22. März bis 23. Juni 2019 unter dem Titel „Beschlagnahmt! Rückkehr der Meisterblätter“ in der Graphischen Sammlung.

Beschlagnahmt! Rückkehr der Meisterblätter
22. März bis 23. Juni 2019
Eröffnung: 21. März 2019, 19 Uhr
Kuratoren: Dr. Thomas Köllhofer, Dr. Mathias Listl

 Fotocredit:  Ernst Ludwig Kirchner: Frau in der Nacht, 1919, Farbholzschnitt, 58 x 34,4 cm, Kunstmuseum Bern, Legat Cornelius Gurlitt 2014, © Kunstmuseum Bern
Kugeltanz (Foto: Volume V.)
06.02.19
„Arbeiter*innen-Tänze“: Von 19. bis 24.02. 2019 findet die Tanz- und Performance-Woche von Volume V in der Kunsthalle Mannheim statt

Was haben Tanz und Bewegung mit Arbeit zu tun? Dieser Frage spürt Volume V im Rahmen der aktuell verlängerten Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 2008–2018“ in einer Tanz- und Performance-Woche von Dienstag, 19.02., bis Freitag, 24.02.2019, nach. Die Künstler*innengemeinschaft erarbeitet, ausgehend von Bewegungsformen im Alltag und bei der Arbeit, mit Besucher*innen, Bürger*innen, Schüler*innen sowie regionalen Institutionen Tanz- und Bewegungschoreographien, Performances, Paraden, Walks und Workshops im Mannheimer Stadtraum, neben und in der Kunsthalle. Es finden zahlreiche situative und experimentelle Aktionen, Recherchen und Handlungen zu den dynamischen Prozessen von Stadt und Gesellschaft in Form von Versuchschoreographien statt, die kurzfristig angekündigt werden oder einfach in den Alltag einfließen.

Gegründet wurde die temporäre Arbeitsgemeinschaft Volume V von Künstler*innen im Umfeld der HBK Saar und Professor Georg Winter anlässlich der Sonderschau „Konstruktion der der Welt. Kunst und Ökonomie“ in der Kunsthalle Mannheim. Ausgehend von Fragestellungen des Strukturwandels postindustrieller Standorte arbeitet Volume V mit künstlerischen Werken an der Verfasstheit gesellschaftlicher Verhältnisse. Ihr kreatives Labor hat die Gruppe sich in einer ehemaligen Zahnklinik des US-Militärs, genannt MASH (Mobile Army Surgical Hospital), eingerichtet, die extra von den Konversionsflächen des Mannheimer Franklin Village an den Friedrichsplatz umgezogen ist. Das Publikum ist hier eingeladen, sich an Aktionen, Diskussionen oder ästhetischen Operationen zu beteiligen.

Dienstag, 19.02.2019 bis Sonntag, 24.02.2019, 12-18 Uhr

Tanz- und Performance-Woche:

Arbeiter*innen-Tänze

Alle Termine und weitere Infos online unter sar-projektbüro.de.

Der Eintritt zu alle Veranstaltungen ist frei.


Termine im Überblick (Auswahl):

Tragbare – ertragbare Stadt?

Freitag, 22.02.2019, 14-16 Uhr

Aufführung mit tragbaren Stadtmodellen der Schüler*Innen des Ludwig-Frank-Gymnasium Mannheim, aus einem Volume V-Workshop mit Johannes Höller und Julia Rabusai.

Ort: Vorplatz und Atrium der Kunsthalle Mannheim

Kukeri Masken

Samstag, 23.02.2019, 11-13 Uhr

Kukeri ist ein rituelles Spiel aus Bulgarien, das den Jahreswechsel einleitet. In diesem Workshop mit Franziska Ludwig-Selimska (Leiterin des EntoArtclubs) stellen die Teilnehmer*innen Kukeri Masken her. Diese Masken werden vorwiegend aus natürlichen Materialien hergestellt.

Begleiten Sie uns mit Ihren Masken zum Kukeri. Zum Abschluss laden wir Sie ein mit uns, nach einem bulgarischen Ritual, symbolisch die eigene Maske abzulegen, die Sie nicht mehr tragen möchten.

Ort: MASH (Container vor der Kunsthalle Mannheim am Friedrichsplatz)

Kukeri

Samstag, 23.02.2019, 15 Uhr

Gemeinsames Kukeri mit Live Musik

Ort: Start an Paradeplatz. Der Weg führt vom Paradeplatz über die Planken zu Wasserturm und schließlich Kunsthalle.

Kukeri Ausstellung

Sonntag, 24.02.2019, 10-18 Uhr

Ausstellung zu Kukeri im Atrium der Kunsthalle

Kooperation: Interkulturelles Haus – der Vielfalt e.V. und Volume V

Kukeri ist ein im Frühling im Freien aufgeführtes rituelles Spiel im Süden und im Westen von Bulgarien, bei dem die Akteure in Tiergestalt kostümiert und maskiert, die Vertreibung böser Geister, Szenen aus dem häuslichen Alltag und der Landwirtschaft darstellen. Erstmals wird in Mannheim die originale Kukeri-Tanzgruppe aus Bulgarien zu sehen sein. Volume V und das Interkulturelle Haus – der Vielfalt e.V. erproben zusätzlich Arbeiter*innentänze in und aus Mannheim.

Bewegung und Performance mit kurdischer Musik – Europäische Kugeltänze

Sonntag, 24.02.2019, 14-16 Uhr

Tanz-Workshop mit Bahzad Sulaiman. Im Workshop geht es darum, mit Live Musik die Teilnehmer*innen mit kurdischer Kultur und Musik vertraut zu machen. Geprobt und getanzt wird der Govend, ein kurdischer Kreistanz. Im Anschluss und mit dem Rhythmus der kurdischen Live-Musik wird im Atrium der Kunsthalle erstmals in Mannheim ein „Europäischer Kugeltanz“ erprobt. Der performative Tanz beschäftigt sich ausgehend von der Beobachtung neuer Bewegungsrituale der europäischen Rechten in Ungarn mit der Praxis des tänzerischen Widerstands, der Stärkung des Zusammenhalts durch die interkulturellen Gemeinschaften. 

Ort: Auditorium der Kunsthalle Mannheim

LS Line Circle

Dienstag, 19.02.2019,14-18 Uhr

Mittwoch, 20.02.2019, 16-20 Uhr

Donnerstag, 21.02.2019, 10-14 Uhr

Freitag, 22.02.2019, 10-14 Uhr

Samstag, 23.02.2019, 13-17 Uhr,

Sonntag, 24.02.2019, 12-16 Uhr

Marion Cziba hinterfragt in ihrer Maschinen-Tanz-Performance die Sinnhaftigkeit von Maschinen und Automaten. Maschinen unseres Alltags gelangen als Readymades zu einer neuen Schein-Identität, einer geliehenen Subjektivität, die „tanzend“ ihr vorgegebenes Programm aufführt und zugleich auf die unumkehrbare Vergänglichkeit jedes Moments verweist. Wo sind Maschinen nützlich, wo vielleicht überflüssig? Wo unterstützen sie, wo „entfähigen“ sie uns?

Ort: Atrium der Kunsthalle Mannheim

04.02.19
Fragen zu Konsum und Zukunft stellt der Künstler Abraham Cruzvillegas am 16. und 17.02.2019 in der Kunsthalle Mannheim

Inspiriert von zufälligen Begegnungen erschafft Abraham Cruzvillegas spontane Skulpturen und Installationen – und das mitten im öffentlichen Raum von Mannheim. Im Kontext der Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ in der Kunsthalle Mannheim findet die Performance des mexikanischen Künstlers am Samstag, 16.02.2019, von 10 bis 17 Uhr statt. Unter dem Titel „Untitled Non-Productive Activities” wird Cruzvillegas mit Materialien vor Ort und den Besucher*innen Themen wie Re- und Upcycling, Ineffizienz und Solidarität improvisierend erschließen. Die Aktion des Künstlers wird auf Video aufgezeichnet und anschließend in der App der Kunsthalle gezeigt werden.

Auch am Sonntag, 17.02.2019 (14.30 Uhr) widmet sich Abraham Cruzvillegas Fragen nach Ressourcen, Nachhaltigkeit und Vergänglichkeit im Rahmen der TOR 4-Gesprächsreihe. Gemeinsam mit Thorsten Pinkepank, Director Sustainability Relations der BASF, wird der Künstler bei einem Rundgang durch die Sonderausstellung diese Themen erörtern.

In der aktuellen Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ sind Cruzvillegas‘ Skulpturen aus der Serie der „Autokonßtrukschön Suites“ zu sehen, die extra für die Kunsthalle aus Mannheimer Fundstücken konstruiert wurden. Durch seine Methoden des Upcycling erschafft Cruzvillegas Skulpturen und Installationen von überraschender Materialvielfalt und Stabilität.

Inspiriert wurde Abraham Cruzvillegas vom Hausbau an den Rändern der immer größer werdenden Metropole Mexiko-Stadt und seiner Herkunft aus dem Stadtteil Ajusco, mit der Konstruktion improvisierter Lebensverhältnisse und dem Umgang mit Ressourcen.

Samstag, 16.02.2019, 10 bis 17 Uhr

Stadtforschung

Kooperation mit Abraham Cruzvillegas, Volume V

Ort: Treffpunkt 10:00 am MASH (Container vor der Kunsthalle Mannheim am Friedrichsplatz)

Kosten: Freier Eintritt in das MASH

Sonntag, 17.02.2019, 14.30 Uhr

Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie

Tor 4: Warum wird eigentlich alles besser? Gespräche zwischen BASF-Expert*innen und Künstler*innen

Der Künstler Abraham Cruzvillegas im Gespräch mit Thorsten Pinkepank, Director Sustainability Relations der BASF

Kosten: 4 € zzgl. Eintritt

Im Rahmen der großen Sonderausstellung:

Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 2008-2018

Teil 2: bis 03. März 2019

Kuratorenteam: Dr. Eckhart Gillen, Dr. Ulrike Lorenz, Dr. Sebastian Baden

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes (Hauptförderer), BASF SE (Hauptsponsor), H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Kunststiftung, Stiftung Kunsthalle Mannheim, VR Bank Rhein-Neckar eG, Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Medienpartner der Ausstellung ist das Handelsblatt.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Abraham Cruzvillegas: Autokonßtrukschön Suites, 2018 (Foto: Kunsthalle Mannheim)
Heinz Emigholz, Foto: Petra Nettelbeck
31.01.19
„Baujahre – Years of Construction“ von Heinz Emigholz über den Neubau der Kunsthalle wird auf der Berlinale am 11.02.2019 uraufgeführt – Ausstellung „Heinz Emigholz“ eröffnet am 28.03.2019 in Mannheim

Das Wasser hört man zuerst. Es schwappt in kleinen Wellen ans Rheinufer. Gegenüber eine Baustelle des Großkraftwerks Mannheim. Gegenschnitt Friedrichsplatz mit seinen rauschenden Wasserfontänen. Hier, am schönsten Platz Mannheims, wird die neue Kunsthalle Mannheim entstehen. So beginnt der Architekturfilm „Baujahre – Years of Construction“ von Heinz Emigholz, der im Auftrag der Kunsthalle Mannheim von 2013 bis 2018 entstand. Der Filmpionier und Zeichner begleitete den Prozess der schrittweisen Entwicklung des Museumsneubaus in einem ungewöhnlichen filmischen Langzeit-Porträt. Seine Welturaufführung feiert „Baujahre – Years of Construction“ nun am 11.02.2019 auf dem internationalen Filmfestival Berlinale.

In der Kunsthalle Mannheim findet die Premiere im Rahmen der Ausstellung „Heinz Emigholz“ (29.03. bis 23.06.2019) statt. Hier wird der Film als räumliche Sieben-Kanal-Projektion präsentiert, begleitet von zwei weiteren Emigholz-Filmen: „Streetscapes [Dialogue]“ (2017) und „Die Basis des Make-Up“ (1983 ff.). Die Kino-Version des Films „Baujahre – Years of Construction“ ist in der Alten Bibliothek im Jugendstilbau zu sehen.

Heinz Emigholz (* 1948) studierte in Hamburg Philosophie und Literaturwissenschaft. Seit 1973 ist er als freischaffender Filmemacher, bildender Künstler, Kameramann, Autor, Publizist und Produzent in Deutschland und den USA tätig. 1978 gründete er die Produktionsfirma Pym Films. Nach Arbeitsjahren in New York, baute er von 1993 bis 2013 den Lehrstuhl Experimentelle Filmgestaltung an der Universität der Künste Berlin auf. Er ist Mitbegründer des dortigen Instituts für zeitbasierte Medien und des Studiengangs „Kunst und „Medien“. Seit 2012 ist der mit internationalen Filmpreisen ausgezeichnete Künstler Mitglied in der Akademie der Künste in Berlin. Ihm war u.a. 2007/08 eine große Einzelausstellung im Berliner Museum Hamburger Bahnhof gewidmet.

„Baujahre – Years of Construction“ beginnt und endet mit Bildern der Stadt Mannheim, die 1909 eines der ersten Bürgermuseen der europäischen Moderne gründete. Über 100 Jahre später beobachtet Emigholz in seinem ersten Langzeitprojekt dessen materielle und geistige Transformation, welche er fünf Baujahre lang mit der Kamera begleitet. Dabei schweift der Blick durch Zwischenräume und Öffnungen der entstehenden Museumsarchitektur immer wieder in die Stadt hinaus. Der eigensinnige Experimentalfilmer zeigt die Kunsthalle Mannheim als Erweiterung des urbanen Raums mit anderen Mitteln und nach eigenen Gesetzen: Das „Museum in Bewegung“ antwortet der Stadt mit Offenheit, Mehrdeutigkeit und Eigendynamik.

Dokumentiert wird der sanierte Jugendstilbau von 1907 im Kontext mit einem Erweiterungsbau aus den 1980er Jahren, der zusammen mit einem unterirdischen Luftschutzbunker zu Beginn der Drehzeit abgerissen wird. Danach rückt der Neubau nach dem Entwurf von gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner in den Fokus: von der Aushebung der Baugrube bis hin zur ersten Ausstellung. Vorher und Nachher werden auf 93 Minuten komprimiert und vergleichbar gemacht.

„Baujahre – Years of Construction“ ist im Mai 2019 zum Jeonju Film Festival in Südkorea eingeladen, das als das beste Autorenfilmfestival Asiens gilt. Für 2020 ist eine große Retrospektive zu Heinz Emigholz geplant.

Filmvorführungen auf der Berlinale 2019:

Uraufführung: Mo 11.02.2019, 16:30 Uhr, Delphi Filmpalast, Berlin

Mi 13.02.2019, 14:00 Uhr, Werkstattkino@silent green, Berlin

Fr 15.02. 2019, 19:15 Uhr, CineStar 8, Berlin

Sa 16.02. 2019, 10:00 Uhr, Zoo Palast 2, Berlin

Heinz Emigholz

29. März bis 23. Juni 2019

Eröffnung Kubus 3: 28. März 2019

Kuratorin: Dr. Ulrike Lorenz

Finanziert durch die


„Baujahre – Years of Construction“

Deutschland 2019, 93 Min., dokumentarische Form, ohne Dialog, Farbe

Regie und Buch: Heinz Emigholz, Kamera und Montage: Till Beckmann, Heinz Emigholz; Sound Design: Christian Obermeier, Jochen Jezussek; Ton: Till Beckmann; Produzent*innen: Heinz Emigholz/ Heinz Emigholz Filmproduktion und Ulrike Lorenz/ Kunsthalle Mannheim

Weitere Infos: www.berlinale.de, https://pym.de, www.filmgalerie451.de/

30.01.19
„Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1919–1939“ – Teil 1 der Sonderschau in der Kunsthalle Mannheim endet am Sonntag, 03.02.2019

Diese Woche ist die letzte Gelegenheit, Teil 1 der großen Themenaus-stellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ zu besuchen, der sich den Jahren 1919 bis 1939 widmet. Mit über 240 Leihgaben aus aller Welt von über 130 Künstlern der Klassischen Moderne und der Gegenwart verdeutlicht die Sonderschau erstmals den dramatischen Einfluss der Ökonomie auf die Kunst in einem weltweiten Vergleich.


Ausgehend von der Neuen Sachlichkeit, die in der Kunsthalle Mannheim 1925 ihren Namen erhalten hat, wird eine ähnliche Wiederentdeckung der zeitgenössischen Wirklichkeit, die Hinwendung zu Gegenstand und Gegenwart in der sozialistischen Sowjetunion und in den USA betrachtet und erstmals ein Vergleich der Kunst dieser drei Länder gezogen. Als roter Faden dient die Frage: Wie beeinflusst das ökonomische Sein das künstlerische Bewusstsein und Handeln? Während der erste Teil auf die Zeit zwischen den Weltkriegen (1919–1939) fokussiert, befasst sich der zweite mit der Gegenwart (2008–2018), die von Globalisierung und Digitalisierung geprägt ist.

Seit ihrer Eröffnung am 11.10.2018 haben 70.750 Interessierte die Themenausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ in der Kunsthalle Mannheim besucht (Stand: 28.01.2019). Aufgrund der großen Nachfrage wird Teil 2 der Ausstellung, der die Jahre 2008 bis 2018 ins Visier nimmt, um einen Monat verlängert. Teil 1 endet am Sonntag, 03.02.2019 um 18 Uhr.


Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie –
1919-1939 und 2008-2018

Teil 1: bis 03. Februar 2019

Teil 2: verlängert bis 03. März 2019

Kuratorenteam: Dr. Eckhart Gillen (Berlin), Dr. Ulrike Lorenz, Dr. Sebastian Baden

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes (Hauptförderer), BASF SE (Hauptsponsor), H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Kunststiftung, Stiftung Kunsthalle Mannheim, VR Bank Rhein-Neckar eG, Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Medienpartner der Ausstellung ist das Handelsblatt.


Veranstaltungstipp im Rahmenprogramm der Ausstellung:

31.01. & 01.02.2019

Symposium: „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“

Donnerstag, 31.01.2019: ab 10.30 Uhr: Anmeldung und Gelegenheit zum Ausstellungsrundgang, ab 13 Uhr: Programm

Freitag, 01.02.2019: ab 9 Uhr

Das Thema ist aktueller denn je: Wie beeinflusst die Wirtschaft die Kunst? Das Symposium vertieft die im historischen und im zeitgenössischen Teil der Ausstellung entwickelten Fragen, um die Forschung zur Zusammenwirkung von Kunst und Wirtschaft um neue Perspektiven zu erweitern. Mit Beiträgen von Thomas Flierl, Sergej Fofanov, Xavier Fourt, Eckhart Gillen, Christian Saehrendt, Berit Sandberg, Stefan Scherer, Franz Schultheis,

Infos unter https://www.kuma.art/de/konstruktion-der-welt-kunst-und-oekonomie. Der Eintritt zum Symposium ist frei. Reservierungen: https://shop.kuma.art/#/product/event/122?date=2019-01-31&date_id=1218

Blick in die Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1919-1939“ (Foto: Kunsthalle Mannheim/ Maria Schumann)
Der Gewinner des Hector Preises 2019, Hiwa K, Foto: Sarhang Hars; Courtesy of KOW, Berlin
29.01.19
The awarding of the Hector Art Prize by the Kunsthalle Mannheim and the Hector Foundation: The jury selected Hiwa K as the winner on January 22, 2019

Hiwa K has been named the Hector Art Prize winner for 2019. The jury’s choice, made on Tuesday January 22, 2019, was a unanimous decision, coming after a three-stage selection process in which the judges narrowed down their favorite of the 14 nominated individual artists and artist collectives. Born in 1975 and originating from Sulaymaniyah in the Kurdish region of Iraq, the artist has lived in Germany for more than 20 years and, with his vast collection of works, has significantly contributed to the creation of a cross-cultural dialogue between Arab, Kurdish, and European culture.

Hiwa K’s work – ranging in form from sculptures to multimedia works, often making use of video installations – captivates the viewer through its formal, narrative, and anthropological qualities. His multifaceted, emotionally loaded, and politically charged works (such as those on display at documenta 14 in Kassel) draw on his own existential experiences, touching on both humans and objects from the artist’s life. The wide variety of artistic themes he confronts range from the current day military conflict over his Kurdish homeland and the intertwining of art and politics in Italy in the modern era to the postcolonial aspects of Europe’s relationship with Latin America. For example, at the Venice Biennale in 2015 the installation artist presented a bell forged out of military waste from the 1980–88 war between Iran and Iraq and the two Gulf Wars of 1991 and 2003.

“Hiwa K, who, as a Kurd, was forced to flee Iraq, uses his work to engage with the great challenges of our age: migration, the issue of belonging, and the theme of nationalism. Beginning from his own personal history, he has clearly succeeded in his attempts to grapple with these complex questions, both on a conceptual and a formal level, and to create works which deeply touch on our humanity,” the jury explained in their verdict. “Moreover, Hiwa K’s artistic methods are captivating in their precise analysis of social conditions across the world and their profound significance: his work highlighting individual experiences and also makes universal statements about power and its effects.”

The director of the Kunsthalle Mannheim, Dr. Ulrike Lorenz, is pleased with the jury’s unanimous decision: “The work of Hiwa K is a perfect addition to Kunsthalle Mannheim’s collection, a collection which century has consistently engaged with life’s existential questions since the beginning of the twentieth. Moreover, Hiwa K’s art is not afraid to take a stance on contemporary social questions – such as war, isolation, power, forced migration, identity, and heritage. This controversial, discussion-provoking art is exactly what we’re looking for at the Kunsthalle Mannheim, where we are not afraid to confront these social issues.”

Beginning in 1997, the Kunsthalle Mannheim, in association with the H.W. & J. Hector Foundation, have awarded the Hector Prize for contemporary art in Germany every three years. The award seeks to promote artists between the ages of 35 and 50 currently living in Germany and working in the three-dimensional disciplines of sculpture, readymades, and immersive multimedia installations. In this way, the Hector Art Prize highlights the Mannheim collection’s focus on sculpture. The winner receives a cash prize of 20,000 euros, an exhibition at the Kunsthalle, and an exhibition catalog. Previous winners include Alicja Kwade, Nairy Baghramian, Tobias Rehberger, Florian Slotawa and Gunda Förster.

The 2019 jury comprised:

  • Antonia Alampi, artistic co-director, SAVVY Contemporary – The Laboratory of Form-Ideas, Berlin
  • Dr. Sebastian Baden, contemporary art curator, Kunsthalle Mannheim
  • Dr. Andreas Beitin, director, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
  • John Feldmann, member of the board of trustees for the H.W. & J. Hector Stiftung II
  • Krist Gruijthuijsen, director, KW Institute for Contemporary Art, Berlin
  • Dr. Thomas Köllhofer, curator of the graphic collection, Kunsthalle Mannheim
  • Mirjam Varadinis, curator, Kunsthaus Zürich.

 

Nominees for the 2019 Hector Art Prize alongside Hiwa K:

  • Julius von Bismarck, German, born 1983, Berlin
  • Simon Denny, New Zealander, born 1982, Berlin
  • Jason Dodge, American, born 1969, Berlin
  • FORT (Alberta Niemann, German, born 1982, & Jenny Kropp, German, born 1978), Berlin
  • Simon Fujiwara, British, born 1982, Berlin
  • Judith Hopf, German, born 1969, Berlin
  • Sofia Hultén, Swedish, born 1972, Berlin
  • Anne Duk Hee Jordan, Korean, born 1978, Berlin
  • Veit Laurent Kurz, German, born 1985, Berlin/ Frankfurt
  • Michaela Meise, German, born 1976, Berlin
  • Peles Empire (Katharina Stöver, German, born 1982, & Barbara Wolff, Romanian, born 1980), Berlin
  • Yorgos Sapountzis, Greek, born 1976, Berlin
  • Viron Erol Vert, German, born 1975, Berlin and Istanbul

 

 

Hiwa K’s works will be shown at the Kunsthalle Mannheim in an exhibition curated by Dr. Sebastian Baden between July 5 and September 1, 2019 as part of the Hector Art Prize for 2019.

 

Promoted by the H.W. & J. Hector Foundation.

 

24.01.19
Kunsthalle Mannheim und Hector-Stiftung verleihen den Hector Preis: Hiwa K wurde am 22.01.2019 von Jury zum Preisträger 2019 gewählt

Der Hector Preis-Träger 2019 heißt Hiwa K. In einem dreistufigen Wahlvorgang hat die Jury den Preisträger am Dienstag, 22.01.2019 aus einer Auswahl von 14 nominierten Künstler*innen und Kunstkollektiven einstimmig gewählt. Der aus Sulaimaniyya im kurdischen Teil des Irak stammende Künstler (Jahrgang 1975) lebt seit mehr als 20 Jahren in Deutschland und hat mit seinem umfangreichen Werk einen elementaren Beitrag zum interkulturellen Verständnis zwischen der arabischen, kurdischen und europäischen Lebenswelt geleistet.

Das intermediale, skulpturale und oft in Videoinstallationen gezeigte Werk von Hiwa K besticht durch seine formale, erzählerische und anthropologische Qualität. Seine vielschichtigen, emotional aufgeladenen und politisch spannungsreichen Arbeiten (u.a. auf der documenta14 in Kassel zu sehen) greifen auf eigene, existentielle Erfahrungen zurück und beziehen sich auf Menschen und Objekte, die dem Künstler dabei begegnet sind. Der weite thematische Horizont seiner Kunst erfasst die jüngste Zeitgeschichte mit den kriegerischen Konflikten um seine Heimat Kurdistan ebenso wie die Verstrickung von Politik und Kunst in der Neuzeit in Italien oder die postkoloniale Beschäftigung mit der Beziehung zwischen Europa und Lateinamerika. Auf der Biennale von Venedig 2015 präsentierte der Installationskünstler z.B. eine Glocke aus militärischen Abfallprodukten des Iran-Irak-Krieges (1980–1988) und der beiden Golfkriege (1991, 2003).

„Hiwa K, der als Kurde aus dem Irak fliehen musste, beschäftigt sich in seinem Werk mit den großen Herausforderungen unserer Zeit: Migration, Fragen der Zugehörigkeit und dem Thema Nationalismus. Ausgehend von seiner eigenen Geschichte gelingt es ihm, diese komplexen Fragen sowohl konzeptionell wie auch formal überzeugend umzusetzen und Werke von tiefer Menschlichkeit zu schaffen“, erläutert die Jury ihr Urteil. „Darüber hinaus bestechen die künstlerischen Strategien von Hiwi K durch präzise Analysen global-gesellschaftlicher Verhältnisse und durch ihre umfassende Gültigkeit: Individuelle Erfahrungswerte finden ebenso Eingang in seine Kunst wie allgemein gültige Aussagen über Macht und deren Ausübung.“

Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim, freut sich über die einstimmige Jury-Entscheidung: „Das Werk von Hiwa K reiht sich ein in die Sammlung der Kunsthalle Mannheim, die seit ihrer Gründung Anfang des 20. Jahrhunderts um existenzielle Fragen kreist. Darüber hinaus bezieht Hiwa K in seiner Kunst Stellung und mischt sich ein in aktuelle gesellschaftliche Debatten – um Krieg, Ausgrenzung, Macht, Flucht, Identität und Herkunft. Diese Art der Auseinandersetzung suchen wir mit unserer neuen Kunsthalle, die sich einmischen und in die Gesellschaft hinein wirken will.“

Seit 1997 vergeben die Kunsthalle Mannheim und die H.W. & J. Hector-Stiftung im dreijährigen Rhythmus den Hector Kunstpreis für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Die Auszeichnung fördert Künstler, die in Deutschland leben, zwischen 35 und 50 Jahre alt sind und im dreidimensionalen Bereich der Bildhauerei, Objektkunst, Raum- und Multimediainstallation arbeiten. Damit unterstreicht der Hector Preis den Mannheimer Sammlungsschwerpunkt Skulptur. Er ist mit 20.000 € dotiert und mit einer Ausstellung in der Kunsthalle sowie begleitender Publikation verbunden. Unter den bisherigen Preisträgern waren Alicja Kwade, Nairy Baghramian, Tobias Rehberger, Florian Slotawa und Gunda Förster.

Die Jury 2019 setzte sich zusammen aus:

  • Antonia Alampi, Artistic Co-Director, SAVVY Contemporary – The Laboratory of Form-Ideas, Berlin
  • Dr. Sebastian Baden, Kurator zeitgenössische Kunst, Kunsthalle Mannheim
  • Dr. Andreas Beitin, Direktor, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
  • John Feldmann, Mitglied im Kuratorium der H.W. & J. Hector Stiftung II
  • Krist Gruijthuijsen, Direktor, KW Institute for Contemporary Art, Berlin
  • Dr. Thomas Köllhofer, Kurator Graphische Sammlung, Kunsthalle Mannheim
  • Mirjam Varadinis, Kuratorin, Kunsthaus Zürich.


Für den Hector-Preis 2019 nominiert waren neben Hiwa K:

  • Julius von Bismarck, D, *1983, Berlin
  • Simon Denny, NZ, *1982, Berlin
  • Jason Dodge, USA, *1969, Berlin
  • FORT (Alberta Niemann, D, *1982, & Jenny Kropp, D, *1978), Berlin
  • Simon Fujiwara, GB, *1982, Berlin
  • Judith Hopf, D, *1969, Berlin
  • Sofia Hultén, SWE, *1972, Berlin
  • Anne Duk Hee Jordan, KOR, *1978, Berlin
  • Veit Laurent Kurz, D, *1985, Berlin/ Frankfurt
  • Michaela Meise, D, *1976, Berlin
  • Peles Empire (Katharina Stöver, D, *1982, & Barbara Wolff, ROU, *1980), Berlin
  • Yorgos Sapountzis, GR, *1976, Berlin
  • Viron Erol Vert, D, *1975, Berlin und Istanbul


Die Werke von Hiwa K werden vom 05. Juli bis 01. September 2019 im Rahmen des Hector Preises 2019 in der Kunsthalle Mannheim präsentiert, kuratiert von Dr. Sebastian Baden.

Gefördert durch die H.W. & J. Hector Stiftung.

Die Jury des Hector Preises 2019 (v.l.n.r.): John Feldmann, Dr. Thomas Köllhofer, Dr. Sebastian Baden, Mirjam Varadinis, Krist Gruijthuijsen, Antonia Alampi und Dr. Andreas Beitin, Foto: Kunsthalle Mannheim/ Heiko Daniels
22.01.19
Das Symposium "Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie" vertieft am 31.01. und 01.02.2019 Fragen der Sonderausstellung

Neue Perspektiven auf die Erforschung der Zusammenhänge von Kunst und Wirtschaft öffnet das zweitägige Symposium zur Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ in der Kunsthalle Mannheim. Am Donnerstag, 31.01.2019, und Freitag, 01.02.2019, werden die Themen der Schau in Vorträgen und Diskussionen von Wissenschaftler*innen erörtert.

Am Freitag steht der historische Teil der Ausstellung (1919-1939) im Fokus. Dieser folgt den visuellen Spuren in den USA, der Sowjetunion und der Weimarer Republik, welche die Inflation, die relative Stabilisierung und die Weltwirtschaftskrise zwischen den Kriegen in den Bildenden Künsten hinterlassen haben. Nach dem Ersten Weltkrieg bestimmte ein großes Bedürfnis nach Ordnung und Stabilität die öffentliche Meinung aller drei Länder. In den Künsten fand dieses Bedürfnis ihren Ausdruck in Formen der Sachlichkeit und in einer Orientierung an positiven Tatsachen. In der Folge der Weltwirtschaftskrise um 1929 wird in allen drei Ländern eine weitere tiefe Zäsur spürbar: Eine Orientierung weg von der technikbegeisterten, sachlichen, stromlinienförmigen Kunst, hin zu einer neuen Heimatkunst, welche die harten Kontraste des modernen Lebens weichzeichnete. Der Glaube an das System eines vom Staat nicht regulierten Kapitalismus, der sich selbst und den heilenden Kräften des Marktes überlassen werden könne, schmolz dahin.

Am Samstag widmet sich das Symposium dem zeitgenössischen Teil der Ausstellung (2008–2018), der Fragen über die Rolle der Kunst und der Künstler*innen für das Bild der (neuen) Ökonomie und für den Wert der Arbeit aufwirft. In Teil 2 der Schau stehen vor allem künstlerische Positionen im Zentrum, welche die gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Auswirkungen der jüngsten Wirtschaftskrise nach 2008 aufgreifen. Veränderte Produktionsbedingungen, neue Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und politische Konflikte werden in den Werken problematisiert.


Der Eintritt zum Symposium ist frei.

Reservierung und Programmübersicht unter https://shop.kuma.art/#/product/event/122?date=2019-01-31&date_id=1218

14.01.19
In der Reihe „Film & Kunst“ gewährt der Film „Master of the Universe“ am 24.01.2019 Einblicke in die Welt der Banken und Finanzbörsen

In der Reihe „Film & Kunst“ gewährt der Film „Master of the Universe“ am 24.01.2019 Einblicke in die Welt der Banken und Finanzbörsen

Büro-Räume in einem Frankfurter Hochhaus, der Blick aus einer Chef-Etage: Wer hierbei direkt an Banker, Börsenhändler und die schillernde Welt der Finanzen denkt, liegt nicht ganz falsch. Aber eben auch nicht ganz richtig. Die Dokumentation „Master of the Universe“ gewährt am Donnerstag, 24.01.2019 (19.30 Uhr) in der Reihe „Film & Kunst“ – eine Kooperation von Kunsthalle Mannheim und Cinema Quadrat – interessante Einblicke in den Finanzsektor. Der ehemalige Investmentbanker Rainer Voss berichtet aus der Insider-Perspektive über die Realitäten dieser Parallelwelt.

Blicke in leere Büro-Räume eines verlassenen Bankgebäudes; das Auf und Ab eines Aufzuges wird von der Kamera verfolgt. Aus dem Fenster der ehemaligen Chef-Etage blickt man nach „ganz oben“. Die Bilder des Dokumentarfilms (D 2013, 90 Min.) ziehen unaufgeregt und dennoch eindrücklich vorüber: Dramatisch hingegen erscheinen die Ausführungen des Insiders Rainer Voss. Er jonglierte in seiner aktiven Zeit als Banker mit Millionen und berichtet nun präzise aus eigener Erfahrung, wie es in der Finanzwelt zugeht – mit all ihren Abgründen, Skrupellosigkeiten und quasi-religiösen Gesetzmäßigkeiten. Vor allem macht Voss deutlich, welche Macht in den Händen der einzelnen Player dieser abgeschotteten Welt liegt, deren Gewinnstreben und Zocker-Mentalität die Wirtschaftssysteme ganzer Länder taumeln lassen. Regisseur Marc Bauder wirft mit seinem Film Fragen auf – Fragen nach Auflagen, nach Einsichten und Veränderungen im globalen Finanzgeschehen.

Die aktuelle Staffel „Film & Kunst“ stellt sich einer besonderen inhaltlichen Herausforderung, denn alle ausgewählten Filme – von September 2018 bis Februar 2019 – stehen im Zeichen der Themenausstellung „Konstruktion der Welt: Kunst und Ökonomie“. Die große Sonderschau thematisiert erstmals den dramatischen Einfluss der Ökonomie auf die Kunst in einem weltweiten Vergleich und zeigt dies anhand zweier Epochen auf. Ökonomische Phänomene in der Klassischen Moderne der 1920/30er Jahre werden mit Fokus auf Deutschland, Russland und die USA reflektiert und künstlerischen Positionen der unmittelbaren Gegenwart gegenübergestellt. Hier ist der Ausgangspunkt für die Werkauswahl die globale Finanzkrise 2008, die die Wirtschaftssysteme in Amerika und Europa in ihren Grundfesten erschütterte und unsere Gegenwart nachhaltig beeinflusst.

Das Programm der 20. Staffel „Film & Kunst“ ermöglicht mit einer Auswahl von preisgekrönten Dokumentarfilmen einen vertiefenden Blick auf das ökonomische Geschehen unserer Tage und ergänzt die Ausstellung um sehenswerte filmische Positionen. In Einführungsvorträgen wird der jeweilige Bezug der Filme zur Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ hergestellt.

In der Reihe „Film & Kunst“:

Master of the Universe

(D 2013, Regie: Marc Bauder, 90 Minuten, Dokumentarfilm)

Donnerstag, 24.01.2019, 19.30 Uhr

Ort: Cinema Quadrat

Kosten: 8 €/ erm. 6 €/ Mitglieder Förderkreis für die Kunsthalle Mannheim bzw. Cinema Quadrat 5 €

Mit einer Einführung von Dr. Dorothee Höfert

Der ehemalige Investmentbanker Rainer Voss gibt Einblicke in die Finanzwelt – Filmstill „Master of the Universe“
10.01.19
lab.Bode-Schulprojekt an der Kunsthalle Mannheim: Einladung zur Abschlusspräsentation „Wir konstruieren die Welt von morgen“ am 23.012019 (um 17 Uhr).Kulturstiftung des Bundes und Staatliche Museen zu Berlin fördern Vermittlungsarbeit

Gestalten wir einen riesigen Plan B für unsere berufliche Zukunft? Oder zeichnen wir Skizzen für innovative Roboter, die unsere Mitschüler nach unseren Vorgaben konstruieren? Vor diesen und anderen Fragen stehen rund 50 Schüler*innen der Kerschensteiner Gemeinschaftsschule, die am Schulprojekt „Arbeitswelten der Zukunft – Wir konstruieren die Welt von morgen“ in der Kunsthalle Mannheim teilnehmen.

Die Klassen 8a und 8b besuchen an je vier Terminen die Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1918–1938 und 2008–2018“. Die Sonderausstellung beschäftigt sich mit der Kernfrage, wie sich Künstler*innen mit soziopolitischen Themen ihrer jeweiligen Gegenwart auseinandersetzen. In den präsentierten Gemälden, Fotografien, Collagen, Filmen und Installationen werden gesellschaftlich relevante Aspekte des Arbeitens verhandelt, kritisiert oder auch ironisiert.

„Was bedeutet mir Arbeit? Wie stelle ich mir die Arbeitswelt von morgen vor, wie kann ich sie gestalten?“ In lebendigem Austausch regen die Kunstvermittler*innen die Schülerinnen und Schüler dazu an, anhand der Kunstwerke eigene Fragen zur zukünftigen Arbeitswelt zu formulieren. Ihre Beobachtungen sind Motivation zur Gestaltung eigener künstlerischer Arbeiten, Installationen, Videos und Aktionen, die am 23. Januar 2019 in einer Abschlussveranstaltung gezeigt werden.

Konzipiert wurde das Schulprojekt von Denise Koch, lab.Bode Volontärin an der Kunsthalle Mannheim, in Kooperation mit vier Kursleiter*innen der Mannheimer Abendakademie und den Klassenlehrer*innen der Kerschensteiner Gemeinschaftsschule. Für die Mannheimer Schule im Stadtteil Schönau steht die individuelle Entwicklung der Schüler*innen im Vordergrund. „Kunst und kulturelle Bildung ist Prävention und Motivation“, bemerkt die Schulleiterin Christine Senger, „und ist schon seit Jahren fester Bestandteil des Schulprogramms.“ Neben der Ernennung als „Kulturschule 2020“ im Jahr 2014 und der Nominierung für den Deutschen Schulpreis 2018 durch die Robert-Bosch-Stiftung, sind es die enorme Nachfrage seitens der Elternschaft und die baulichen Erweiterungspläne, die den außerordentlichen Erfolg der Schule aufzeigen.

Das Schulprojekt wird mit 5.000 Euro durch lab.Bode – Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen gefördert, ein gemeinsames Programm der Kulturstiftung des Bundes und der Staatlichen Museen zu Berlin. Mit lab.Bode sollen Veränderungsprozesse in Museen angestoßen werden, die der Vermittlungsarbeit einen hohen Stellenwert einräumen. Ziel ist es, vor allem junge Menschen anzusprechen und einzubinden. Zu diesem Zweck stellt die Kulturstiftung des Bundes für den Zeitraum von 2016 bis 2020 insgesamt 5,6 Mio. Euro zur Verfügung. Über die Förderung von 23 wissenschaftlichen Volontariaten im Bereich Vermittlung an Museen mit Sammlungsschwerpunkt Kunst in ganz Deutschland entfaltet das lab.Bode bundesweit Wirkung. Zentrale Aufgabe der 23 Volontär*innen ist es, die im Vermittlungslabor am Berliner Bode-Museum entwickelten Vermittlungsformate und -methoden innerhalb eines eigenständigen Schulprojektes in den 23 beteiligten Museen zu erproben.

Der Ansatz der Initiative, Veränderungsprozesse in Museen aufzuzeigen und vor allem Kinder und Jugendliche ins Visier zu nehmen, passt ausgezeichnet zum Leitbild der Kunsthalle Mannheim, die sich als ein „Museum in Bewegung“ versteht und, getreu dem Motto ihres Gründungsdirektors Fritz Wichert, „Kunst für alle“ zugänglich macht.

Kooperationspartner für das Volontärsprogramm von lab.Bode sind die Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel sowie der Deutsche Museumsbund e.V.

Wir laden alle Pressevertreter*innen herzlich ein zur

Abschlusspräsentation „Wir konstruieren die Welt von morgen“

23. Januar 2019, 17 Uhr

Ort: Kunsthalle Mannheim, Werkkubus, Friedrichsplatz 4, Mannheim

 

 

10.01.19
Nach 13 erfolgreichen Wochen wird Teil 2 von "Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 2008–2018" in der Kunsthalle Mannheim bis 03.03.2019 verlängert

Aufgrund der großen Nachfrage wird nun Teil 2 der Ausstellung, der sich den Jahren 2008 bis 2018 widmet, um einen Monat verlängert.

Die Sonderschau verdeutlicht erstmals den dramatischen Einfluss der Ökonomie auf die Kunst in einem weltweiten Vergleich: Während der erste Teil auf die Zeit zwischen den Weltkriegen (1919–1939) fokussiert, befasst sich der zweite mit der Gegenwart (2008–2018), die von Globalisierung und Digitalisierung geprägt ist. Dieses Ausstellungskapitel rückt den rasanten Wandel in den ökonomischen und politischen Verhältnissen heute in den Fokus. Der Umbruch der Industriegesellschaft in eine international vernetzte Informations- und Dienstleistungsgesellschaft, Migration und Big Data, neue Formen der Wertschöpfung und des Arbeitsmarkts – all dies verändert unser Leben.

„Der zeitgenössische Teil gibt ein Feedback auf die Beobachtungen der historischen Werke der Ausstellung. Heute haben sich die Arbeits- und Lebensbedingungen extrem verändert. Die Kunst macht diese spannende Entwicklung sichtbar und zwei entscheidende Epochen vergleichbar“, sagt Dr. Sebastian Baden, der das zweite Ausstellungskapitel kuratiert hat, das sich der unmittelbaren Gegenwart zuwendet. „Die Konzentration liegt auf der aktuellen Wechselwirkung von Kunst und Ökonomie: Wo werden neue Potenziale frei, wo kommt es zu Konflikten – und wie können wir unsere Reaktion darauf kontrollieren? Die Verlängerung des zweiten Teils der Ausstellung gibt weiteren Besuchern die Chance, sich auf eine herausfordernde Thematik einzulassen.“

30 Künstler*innen aus 19 Ländern beobachten die Grundbedingungen der menschlichen Existenz nach dem Zusammenbruch des Antagonismus zwischen Kapitalismus und Sozialismus 1989. Dabei wird die künstlerische Arbeit selbst zu einem Medium, das zur Reflektion über die postindustrielle Revolution im frühen 21. Jahrhundert anregt. Ortsbezogene Installationen, Skulpturen, Filme, Fotografien, aber auch Performances, soziale Aktionen im Stadtraum von Mannheim und Diskussionsforen mit Kooperationspartnern wie der BASF erhellen spezifische Themen, z.B. Ressourcenverteilung und Konsumverhalten, Finanzmarkt und Überwachungsstaat, Widerstand gegen Ausbeutung und alternative Wirtschaftsformen.

Mit Arbeiten von Dario Azzellini, Maja Bajevic, Bureau d’Etudes, BBM, Chto Delat?, Claire Fontaine, Jacques Coetzer, Abraham Cruzvillegas, Szilárd Cseke, Jeremy Deller, Simon Denny, Tatjana Doll, Antje Ehmann, Harun Farocki, Thierry Geoffroy, Andreas Gursky, Thomas Hirschhorn, Olaf Holzapfel, Sanja Iveković, Alicja Kwade, Charles Lim Yi Yong, Maha Maamoun, José Antonio Vega Macotela, Tobias Rehberger, Oliver Ressler, Mika Rottenberg, Superflex, Zefrey Throwell, Volume V, Maya Zack sowie Artur Żmijewski.

Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie –
1919-1939 und 2008-2018

Teil 1: bis 03. Februar 2019

Teil 2: verlängert bis 03. März 2019

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes (Hauptförderer), BASF SE (Hauptsponsor), H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Kunststiftung, Stiftung Kunsthalle Mannheim, VR Bank Rhein-Neckar eG, Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Medienpartner der Ausstellung ist das Handelsblatt.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Blick in die Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 2008-2018“ auf Ebene eins des Neubaus Foto: Kunsthalle Mannheim/ Maria Schumann
Lewis Wickes Hine, Powerhouse Mechanic, 1921, silver gelatin print, 25,1 x 20,3 cm. Harvard Art Museum/ Fogg Museum, Transfer from the Carpenter Center for Visual Arts. Foto: Imaging Department © President and Fellows of Harvard College
18.12.18
Mit „Käpt‘n Zukunft“ erforschen Kinder in einem Workshop am 03. und 04.01.2019 in der Kunsthalle Mannheim die Zukunft

Zahnräder, Schrauben und Nieten, Bolzen, Stifte und Platten: Maschinen sind komplexe Konstruktionen. Wie werden sie in der Zukunft aussehen? Was werden sie leisten können und in welchen – vielleicht sogar neuen – Berufen werden sie eingesetzt? Diesen Fragen gehen die jungen Teilnehmer*innen des Workshops „Wenn ich groß bin… Käpt'n Zukunft und andere (Traum-)Berufe“ in der Kunsthalle Mannheim nach. Am Donnerstag, den 03.01.2019, und Freitag, den 04.01.2019 (jeweils von 10 bis 15 Uhr) erforschen die 8- bis 12-Jährigen das Thema und erfinden eigene Maschinen. Durch szenische Spiele und fantasievolles Basteln mit ungewöhnlichen Materialien werden die jungen Forscher an Konstruktionen aller Art herangeführt.

Bei einem Rundgang durch die Kunsthalle Mannheim entdecken die Kinder Bilder und Installationen, die Apparate aus ungewöhnlichen Blickwinkeln zeigen. Gemeinsam überlegen sie, woraus sie bestehen und probieren aus, wie sie sich bewegen und welche Körperhaltungen, Balance und Gewichte damit zu tun haben. Ihre Erfahrungen setzen sie direkt in ihren eigenen Erfindungen um. Aus einfachen Materialien wie Schachteln und Röhren bauen sie eine ganz eigene, „unmögliche“ Maschine. Die jungen Ingenieur*innen lernen mechanische Verbindungen wie Stecksysteme kennen, um ihre Apparaturen zusammenzubauen.

Im Rahmenprogramm zu „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“:

Donnerstag, 03.01.2019 und Freitag, 04.01.2019, 10-15 Uhr

Wenn ich groß bin… Käpt'n Zukunft und andere (Traum-)Berufe

Kosten: 50 € inkl. Material & Eintritt (für zwei Tage), Anmeldung über www.abendakademie-mannheim.de oder +49 621 1076 150 mit der Kursnummer S196052. Anmeldeschluss ist der 20.12.2018.

Ort: Kunsthalle Mannheim, Treffpunkt: Kassentresen im Atrium.

17.12.18
Die große Herbst-Ausstellung „Inspiration Matisse“ eröffnet am 26. September 2019 in der Kunsthalle Mannheim

2019 ist es 150 Jahre her, dass der französische Maler, Graphiker und Bildhauer Henri Matisse (1869–1954) geboren wurde. Matisse hat die Kunst des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt – in seinem Heimatland, aber auch international. Matisse setzte neue Maßstäbe und verblüffte durch unkonventionelle Malerei. Schon um 1905/06 ließen sich zahlreiche Künstler der Avantgarde von seiner farbtrunkenen, expressiven Malerei inspirieren, allen voran André Derain, der mit jugendlichem Ungestüm auch umgekehrt auf Matisse Einfluss ausübte.

In der großen Herbst-Ausstellung „Inspiration Matisse“ zeigt die Kunsthalle Mannheim mit gut 100 ausgewählten Gemälden, Plastiken und graphischen Arbeiten die eindrucksvolle Entwicklung von Matisse als „Künstler für Künstler“. Gleichzeitig spürt die Schau seinen Anregungen im Werk geistesverwandter Zeitgenossen in drei zentralen kunsthistorischen Feldern nach: im französischen Fauvismus, dem deutschen Expressionismus sowie unter den deutschen Schülerinnen und Schülern der Académie Matisse. Ausgehend vom zentralen Thema der Figur und des Aktes im Raum, weitet sich der Blick auf Landschaftsbilder und mediterrane Szenerien bis zu Porträt und Stillleben.

Neben Matisse präsentiert die Mannheimer Ausstellung zentrale Werke von André Derain, Georges Braque, Charles Camoin, Kees van Dongen, Raoul Dufy, Henri Manguin oder Albert Marquet ebenso wie von Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, August Macke, Gabriele Münter und Max Pechstein und schließlich von Rudolf Levy, Oskar und Margarete Moll, Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller. Die kostbaren Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen reisen an aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, der Schweiz, Spanien und den USA. Die verschiedenen künstlerischen Positionen treten in einen offenen Dialog und ermöglichen neue Perspektiven. Dabei geht es nicht darum, vermeintliche oder tatsächliche Einflüsse und Abhängigkeiten zu suggerieren, sondern motivische und malerische Affinitäten in der Ästhetik aufzuzeigen und die Betrachter zur eigenen Anschauung anzuregen. Es wird deutlich, dass Matisse formal wie inhaltlich neue Wege wies und zugleich wie ein Katalysator für jeweils individuelle künstlerische Befreiungen wirkte.

Mit dem Aufkommen von Kubismus und Futurismus wurde aus dem „Künstler für Künstler“ ein „Klassiker der Moderne“. Matisse entwickelte nach 1911 sein Œuvre als einen individuellen Beitrag zur Moderne weiter. Mit einem kompromisslosen Interesse an Verdichtung erreicht er die für ihn typische sinnbild- und zeichenhafte Reduktion seiner Formensprache. Als Maler und Bildhauer erforschte er die Grenzen zur Abstraktion. Die Ausstellung schließt mit den vier lebensgroßen Rückenakten in Bronze, die ihn zwei Jahrzehnte beschäftigten. Sie gelten als ein Höhepunkt des Werks von Henri Matisse.

Große Sonderausstellung:

Inspiration Matisse

27. September 2019 bis 19. Januar 2020

Eröffnung: 26. September 2019, 19 Uhr

Kuratoren: Dr. Peter Kropmanns (Paris), Dr. Ulrike Lorenz

Henri Matisse, Offenes Fenster, Collioure, 1905, Öl auf Leinwand, 55,3 x 46 cm, Collection of Mr. and Mrs. John Hay Whitney National, Gallery of Art, Washington 1998.74.7, © Succession H. Matisse/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018
11.12.18
ProgrammPlus: Symposium „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ am 31.01. und 01.02.2019 in der Kunsthalle Mannheim


Überwiegend positive Pressestimmen und ein begeistertes Publikum: 46.200 Besucher*innen (Stand 10.12.2018) haben nach der Hälfte der Laufzeit die große Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1918–1938 und 2008–2018“ seit ihrer Eröffnung am 11.10.2018 gesehen und beweisen, dass das Thema aktueller denn je ist: Wie beeinflusst die Wirtschaft die Kunst? Anlässlich der Ausstellung lädt die Kunsthalle Mannheim am 31.01. und 01.02.2019 zum gleichnamigen Symposium ein. Die Tagung vertieft die im historischen und im zeitgenössischen Teil der Ausstellung entwickelten Fragen, um die Forschung zur Zusammenwirkung von Kunst und Wirtschaft um neue Perspektiven zu erweitern.

In Bezug auf den historischen Teil der Ausstellung (1919-1939) folgt das Symposium den visuellen Spuren in den USA, der Sowjetunion und der Weimarer Republik, welche die Inflation, die relative Stabilisierung und die Weltwirtschaftskrise zwischen den Kriegen in den Bildenden Künsten hinterlassen haben. Nach dem Ersten Weltkrieg bestimmte ein großes Bedürfnis nach Ordnung und Stabilität die öffentliche Meinung aller drei Länder. In den Künsten fand dieses Bedürfnis ihren Ausdruck in Formen der Sachlichkeit und in einer Orientierung an positiven Tatsachen. In der Folge der Weltwirtschaftskrise um 1929 wird in allen drei Ländern eine weitere tiefe Zäsur spürbar: Eine Orientierung weg von der technikbegeisterten, sachlichen, stromlinienförmigen Kunst, hin zu einer neuen Heimatkunst, welche die harten Kontraste des modernen Lebens weichzeichnete. Der Glaube an das System eines vom Staat nicht regulierten Kapitalismus, der sich selbst und den heilenden Kräften des Marktes überlassen werden kann, schmolz dahin.

Wie reflektieren zeitgenössische Künstler die heutige Arbeitswelt und welche Rolle spielen Kunst und Künstler*innen für das Bild der (neuen) Ökonomie und für den Wert der Arbeit? Diesen Fragen geht der zeitgenössische Teil der Ausstellung (2008–2018) nach. Dabei stehen vor allem künstlerische Positionen im Zentrum, welche die gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Auswirkungen der jüngsten Wirtschaftskrise nach 2008 aufgreifen. Veränderte Produktionsbedingungen, neue Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und politische Konflikte werden in den Werken problematisiert.

Im Rahmen des Symposiums erläutert u.a. der Kunsthistoriker und Kurator Sergey Fonfanov unter dem Titel „Überwindung von Hoffnung und Enttäuschung“ das neue Konzept der Tretjakow Galerie Moskau für die Neupräsentation der dortigen ständigen Sammlung. Der Soziologe Franz Schultheis hält einen Vortrag über „Ökonomie der Kunst. Der Handel mit unhandelbaren Gütern?“. Er beschreibt die ungeschriebenen Regeln der Kunstwelt beim Vermarkten der Kunstwerke und versucht, die kollektive „Illusio“ transparent zu machen. „Neue Perspektiven auf Künstler*innen in Unternehmen“ wirft Prof. Dr. Berit Sandberg, Professorin für Public und Non-Profit-Management“. Mit Ausstellungsrundgängen und Laboren sowie Beiträgen von u.a. Maja Bajevic, Iris Dressler, Thomas Flierl und Mannheimer Expert*innen aus der Wirtschaft.

ProgrammPlus:

Symposium „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“

Donnerstag, 31.01.19, ab 10:30 Uhr: Anmeldung und Gelegenheit zum Ausstellungsrundgang; Programm 13–20 Uhr und Freitag, 01.02.19, Programm: 9–13:30 Uhr 

Ort: Kunsthalle Mannheim, Auditorium

Teilnahmegebühr: 80 €, ermäßigt 50 €

Weitere Infos ab dem 20.12. unter www.kuma.art.

Harun Farocki & Antje Ehmann: Eine Einstellung zur Arbeit – Labor in a Single Shot, 2011–2014, 9-Kanal-Video-Installation, Videostill: Amy van Houten, Nimble Fingers, Johannesburg 2014, © Farocki GbR
05.12.18
ProgrammPlus: Theresia Enzensberger liest im „Labor für Weitsicht“ am 12.12.2018 aus ihrem Roman „Blaupause“

Bubikopf, Bauhaus und Federboa: Die 1920er Jahre erleben aktuell ein kulturelles Revival – mit spannenden Serien, süffigen Romanen und facettenreichen Ausstellungen. Überraschende Parallelen zur Gegenwart machen die „Goldenen Zwanziger“ relevanter denn je. Am Mittwoch, 12.12.2018 (um 19 Uhr), widmet sich Theresia Enzensberger im „Labor für Weitsicht“ der Kunsthalle Mannheim diesem vielseitigen Thema. Die Autorin und Journalistin liest aus ihrem Debüt „Blaupause“ und berichtet im Anschluss über ihre Recherchen zu den kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen im Deutschland dieser ereignisreichen Jahre Anfang des 20. Jahrhunderts.

In „Blaupause“ kommt die architekturbegeisterte Luise Schilling ans Bauhaus in Weimar, wo sie sich in ganz unterschiedlichen sozialen Kreisen bewegt und mit Vorurteilen sowie Sexismus zu kämpfen hat. In einem Durcheinander von Weltanschauungen lernt sie Utopien kennen, die bis heute prägend sind. Allen Schwierigkeiten und Enttäuschungen zum Trotz hält die Studentin an ihrem Wunsch fest: Sie will Architektin werden.

Das Frauenbild wandelt sich in den 1920er Jahren: Ehrgeizige und mutige Frauen erobern für sie bisher ungewöhnliche Branchen. Die Protagonistin Luise in Enzensbergers Roman kämpft um ihren Platz in der Welt der Architektur. In der Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ treffen die Besucher ebenfalls auf eine Architektin. Dargestellt wurde sie von Nikolai Sagrekow als „Mädchen mit Reißschiene“ 1929 in einem Ölgemälde. Mit entschlossenem Blick und selbstbewusster Haltung scheint sie bereit, die Welt zu verändern.

Die Autorin Theresia Enzensberger wurde 1986 in München geboren und lebt in Berlin. Sie studierte Film und Filmwissenschaft am Bard College in New York und schreibt als freie Journalistin unter anderem für die FAZ, FAS, ZEIT Online, Krautreporter und Monopol. 2014 gründete sie das vielfach preisgekrönte BLOCK Magazin. Mit „Blaupause” veröffentlichte die Autorin 2017 ihren Debüt-Roman.

ProgrammPlus: Unter dem Motto „Kunst für alle“ schuf Fritz Wichert 1911 mit der „Akademie für Jedermann“ und dem „Freien Bund zur Einbürgerung der bildenden Kunst in Mannheim“ ein innovatives Kommunikations- und Bildungsangebot für die Mannheimer Stadtgesellschaft. Mit ihrem ProgrammPlus greift die Kunsthalle Mannheim dieses Gründungsmotto auf, um in inspirierender Atmosphäre durch Kunst einen neuen Zugang zu unserer Gegenwart zu eröffnen: Kunst wird relevant für unseren Alltag und das eigene Leben.

Im „Labor für Weitsicht“ greift die Kunsthalle zeitgenössische Themen auf. Auf dem Programm stehen aktuelle Debatten in Kultur und Gesellschaft, aber auch Fragen zu Kontexten der Sammlung und Ausstellungen.

ProgrammPlus – Labor für Weitsicht
Mittwoch, 12.12.2018, 19 Uhr
Labor für Weitsicht:
Lesung & Gespräch mit Theresia Enzensberger, Autorin des Romans „Blaupause“
Kosten: 5 € zzgl. Eintritt
Ort: Kunsthalle Mannheim, Auditorium

Theresia Enzensberger, Foto: © Rosanna Graf
30.11.18
Die große Frühlingsausstellung „Henri Laurens – Wellentöchter“ eröffnet am 28. Februar 2019 in der Kunsthalle Mannheim

Sie winden sich nach links und rechts, kräuseln sich wie Wogen im Meer, recken ihre Köpfe nach oben und legen ihren Fischschwanz lässig vor sich ab. Weibliche Wasserwesen bevölkern das skulpturale Werk von Henri Laurens (1885–1954). Ihm widmet die Kunsthalle Mannheim die große Frühjahrsausstellung „Henri Laurens – Wellentöchter“ (01.03. – 16.06.19). Mit der Hommage an den bedeutendsten französischen Bildhauer der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts rückt die Kunsthalle gleichzeitig ihren deutschlandweit gerühmten Skulpturenschwerpunkt in den Fokus.

Henri Laurens gehörte zum Kreis der Kubisten um Georges Braque und Pablo Picasso. Zunächst als Steinmetz und Dekorbildhauer ausgebildet, schuf der häufig als zurückhaltend und bescheiden beschriebene Pariser Künstler ein ebenso opulentes wie vielgestaltiges Oeuvre, dessen besonderer Charakter im Fokus der monografischen Ausstellung steht. Die Mannheimer Werkschau umfasst rund 60 Skulpturen aus allen Schaffensphasen Henri Laurens‘, die im Dialog miteinander in den drei großzügigen Sonderausstellungsräumen im Neubau präsentiert werden. Ergänzt werden sie durch zirka 50 Druckgrafiken, Zeichnungen und Künstlerbücher des Plastikers, die als wegweisende und stete Begleiter seines bildhauerischen Schaffens interessante Einblicke gewähren.

Die Ausstellung legt den Fokus auf Laurens‘ reifes Werk, dessen figurative Gestalten ab 1932 an Fülle und Volumen gewinnen. Sie sind charakterisiert durch fließende Linienführung und erstaunliche Raumpräsenz. Der Ausstellungstitel „Wellentöchter“ verweist auf Laurens‘ inhaltliche Neigung zum Sujet der Meereswesen und charakterisiert gleichzeitig seine innovative Position auf dem Weg zur abstrahierten Naturinterpretation in der Skulptur. Um die Mannheimer Bronze „Sirene“ (1945) versammeln sich ausgewählte, teils großformatige Skulpturen wie die „Undinen“, „Die Welle“ und „Sirenengruppe“, die ebenfalls dieser Werkreihe entstammen.

Der üppigen Formenvielfalt des reifen Werks steht das geometrisch anmutende und streng konstruierte Frühwerk gegenüber: Inspiriert durch den Kontakt zur Pariser Avantgarde und zum Kubismus überträgt Laurens die gewonnen Erkenntnisse der Malerei auf die Plastik und analysiert ihre Wechselwirkung mit dem umgebenden Raum. So bekannte er: „Die Skulptur atmet und braucht Luft zum Atmen. Der Raum, der sie umgibt, gehört ihr.“ Das kostbare Mannheimer Frühwerk „Frau mit Fächer“ wird begleitet von diversen Figurendarstellungen und Stillleben, u.a. von einer seiner frühesten Kreationen, der fragilen Holzkonstruktion „Der Clown“.

Die Schau „Henri Laurens – Wellentöchter“ bildet den Auftakt des Ausstellungsjahres 2019, das ganz im Zeichen der französischen Moderne steht und mit der Herbstausstellung „Inspiration Matisse“ (27.09.2019 – 19.01.2020) einen Höhepunkt feiert. Mit dem Frankreich-Schwerpunkt 2019 knüpft die Kunsthalle Mannheim bewusst an ihre Wurzeln an und reflektiert ihre historisch gewachsene Sammlung. Die geistige Nähe zu Frankreich prägt das Kunstmuseum seit seiner Gründung. Das bedeutendste Werk der Sammlung ist Edouard Manets „Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko“ (1868-69), welches bereits 1910 vom damaligen Direktor Fritz Wichert erworben wurde. Seit den 1950er Jahren wurde der Sammlungsschwerpunkt der Französischen Plastik des 20. Jahrhunderts stetig ausgebaut. Die „Sirene“ und „Frau mit Fächer“ sind zwei Herzstücke der umfangreichen Skulpturensammlung und gleichzeitig herausragende Hauptwerke aus verschiedenen Schaffensphasen von Henri Laurens.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Gerhard-Marcks-Haus, Bremen. Der Katalog erscheint im Dezember im Wienand Verlag – mit Beiträgen von Arie Hartog, Elisabeth Lebon, Christa Lichtenstern, Anne-Sophie Pieper und Veronika Wiegartz (146 S., 130 farbige Abb., gebunden, deutsch / englisch, Buchhandel: 29,80 €, ISBN 978-3-86832-483-9).


Die Ausstellung in Mannheim wird gefördert durch die H.W. & J. Hector Stiftung.


Henri Laurens – Wellentöchter

01. März 2019 bis 16. Juni 2019

Eröffnung: 28. Februar 2019, 19 Uhr

Kuratorin: Dr. Ulrike Lorenz in Kooperation mit dem Gerhard-Marcks-Haus, Bremen. Kuratorische Assistenz: Anne-Sophie Pieper, M.A.

„Begegnungen“ – Plakatmotiv der Schülerausstellung von Aliena Bommer, eine Schülerin des Max-Born-Gymnasiums Neckargemünd
30.11.18
Einladung zur Vernissage „Begegnungen“ – eine Ausstellung von Schülerarbeiten im Werkkubus der Kunsthalle von 05. bis 12.12.2018

Die Kunsthalle Mannheim mit ihrem lichtdurchfluteten Neubau und attraktiven Ausstellungsprogramm ist ein beliebtes Ziel vieler Schulklassen aus Mannheim und der Metropolregion geworden. Hier werden intensive Begegnungen mit Kunstwerken der Klassischen Moderne und der Gegenwart ermöglicht. Darüber hinaus bieten zwei Atelierräume und ein Ausstellungsfoyer auf Ebene eins Schüler*innen die Möglichkeit, ihre eigenen Arbeiten in direkter Nähe zu den Highlights der Mannheimer Sammlung zu präsentieren. Diese Chance ergreifen elf engagierte Schülerinnen des Kunst-Neigungskurses des Max-Born-Gymnasiums Neckargemünd, bereits seit 2016 Kooperationsschule der Kunsthalle. Die Werke der Jugendlichen sind unter dem Titel „Begegnungen“ von 05. bis 12. Dezember 2018 im Werkkubus der Kunsthalle Mannheim zu sehen.
Zur Eröffnung am Mittwoch, 5. Dezember 2018 um 18.30 Uhr, laden wir Sie herzlich ein.

Im Zuge der Eröffnung des Neubaus am 01. Juni 2018 haben sich die Schülerinnen des Kunst-Neigungskurses gemeinsam mit ihrem Kunstlehrer, Frédéric Briend, mehrmals auf den Weg nach Mannheim gemacht, um sich zeichnerisch, fotografisch und digital mit dem Architekturensemble aus Hector- und Jugendstil-Bau auseinanderzusetzen. Der Titel „Begegnungen“ verweist auf das Konzept der Ausstellung, das mit Gegenüberstellungen wie „Alt und Neu“, „Analog und Digital“, „Groß und Klein“ arbeitet.

Sowohl die digitalen Fotografien als auch die analogen Bleistift-Zeichnungen wurden von den Schülerinnen in der Kunsthalle angefertigt. Dabei brachten sie u.a. ein Motiv der Kuppelhalle des Jugendstilbaus mit einer digitalen Fotografie des Neubau-Inneren in Verbindung. Durch die kreative grafische Verbindung der beiden Bilder sind eigenständige Raumgebilde aus sich durchdringenden Architekturformen entstanden.

Das Ausstellungskonzept verfolgt außerdem einen partizipativen Gedanken: Besucher*innen können die präsentierten Arbeiten der Schülerinnen mit Hilfe der kostenlos verfügbaren App der Kunsthalle Mannheim und dem eigenen Smartphone digital ergänzen und sich zudem anregen lassen, selbst digital oder analog mit dem Zeichenstift die Architektur des Kunstmuseums zu erkunden. Material dafür finden die Gäste im Ausstellungsraum.

Die Vernissage von „Begegnungen“ findet am Mittwoch, 05. Dezember 2018, um 18.30 Uhr im Werkkubus der Kunsthalle Mannheim auf Ebene eins statt.Der Eintritt ist frei, da MVV-Kunstabend (jeden ersten Mittwoch im Monat von 18 bis 22 Uhr).

Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim, vor der Collection Wall im Atrium des Neubaus, Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
22.11.18
Direktorin Dr. Ulrike Lorenz spricht am 23.11.2018 bei „Architektur im Dialog: Frankreich“ in Berlin über das Museum im 21. Jahrhundert

Direktorin Dr. Ulrike Lorenz spricht am 23.11.2018 bei „Architektur im Dialog: Frankreich“ in Berlin über das Museum im 21. Jahrhundert

Wie sieht das Museum der Zukunft aus – wie der Louvre Abu Dhabi oder der Louvre Lens? Vielleicht aber auch wie die neue Kunsthalle Mannheim? Am Freitag, 23.11.2018, endet „Architektur im Dialog: Frankreich“ in der französischen Botschaft in Berlin. Abgeschlossen wird die Veranstaltungsreihe mit einem Vortrag von Hala Wardé zum Louvre Abu Dhabi, entworfen von dem französischen Architekten Jean Nouvel. Im anschließenden Gespräch tauschen sich Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim, und Luc Piralla, stellvertretender Direktor des Louvre Lens, über „Das Museum und das Sammeln im 21. Jahrhundert“ aus. Es moderiert Dr. Heike Fuhlbrügge. Grußworte sprechen die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes und der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, Ali Abdulla Al Ahmed.

Dr. Ulrike Lorenz ist seit 2009 Direktorin der Kunsthalle Mannheim. Unter ihrer Leitung entstand 2012–2018 der innovative Neubau als offene „Stadt in der Stadt“ mit einer umfassenden Digitalen Strategie. Zu seiner Eröffnung im Juni 2018 legte sie „Fünf Thesen für ein Museum der Zukunft“ vor.

Die Veranstaltungsreihe „Architektur im Dialog: Frankreich“ findet in Kooperation mit der Architektenkammer Berlin statt. Ziel der Reihe ist der Dialog und Austausch im Bereich Architektur zwischen Frankreich und Deutschland. Die Veranstaltungen öffnen den Blick in die internationale Nachbarschaft: Architekturbüros stellen ihre Arbeitsweisen und -bedingungen in Frankreich und Deutschland vor.

Freitag, 23.11.2018, 19 Uhr
Vortrag: „Der Louvre Abu Dhabi“ mit Hala Wardé, Atelier Jean Nouvel
Im Anschluss: „Das Museum und Sammeln im 21. Jahrhundert“
Gesprächsrunde mit Dr. Ulrike Lorenz und Luc Piralla
Ort: Französische Botschaft, Pariser Platz 5, 10117 Berlin.
Anmeldung: event@institutfrancais.de.
Weitere Infos unter www.institutfrancais.de.

19.11.18
ProgrammPlus: Tine Voecks kreiert für die Bar der Gegenwart am 05.12.2018 einen Drink

Kunstwerk oder Cocktail – Skulptur oder Drink? Die Frage, ob man „nur“ schauen oder auch trinken darf, wird am Mittwoch, 05.12.2018 (um 19:30 Uhr) in der Bar der Gegenwart geklärt. Unter dem Titel „Step/ Stufe. Ein skulpturaler Drink und andere Arbeiten von Tine Voecks“ spricht Dörte Dennemann, Programmkuratorin der Kunsthalle Mannheim, mit der bildenden Künstlerin, die eigens für diesen Abend einen Drink kreiert. Darüber hinaus ist ihre künstlerische Praxis ebenso Thema wie ihr Interesse an der räumlichen sowie ästhetischen Gestaltung von Gesprächsumgebungen. An diesem Abend erhalten die Teilnehmer*innen außerdem einen Einblick in Videoarbeiten, Fotografien und Performances der Künstlerin.

Tine Voecks (geboren 1981 in Dachau) ist Bildende Künstlerin und Kulturwissenschaftlerin. Sie studierte an der Universität Hildesheim mit dem Schwerpunkt Kunstvermittlung und Bildende Kunst bei Ernst Caramelle sowie bei Nora Schultz an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, die sie 2015 als Meisterschülerin abschloss. Seit 2009 arbeitet Voecks auch an Schnittstellen zur Kunstvermittlung und entwickelt u.a. Workshop-Formate in institutionellen Kontexten wie in freien Projekten.

Unter dem Motto „Kunst für alle“ schuf Fritz Wichert 1911 mit der „Akademie für Jedermann“ und dem „Freien Bund zur Einbürgerung der bildenden Kunst in Mannheim“ ein innovatives Kommunikations- und Bildungsangebot für die Mannheimer Stadtgesellschaft. Mit ihrem ProgrammPlus greift die Kunsthalle Mannheim dieses Gründungsmotto auf, um in inspirierender Atmosphäre durch Kunst einen neuen Zugang zu unserer Gegenwart zu eröffnen: Kunst wird relevant für unseren Alltag und das eigene Leben.

Ein Format des ProgrammPlus ist die „Bar der Gegenwart“. Immer am ersten Mittwoch im Monat wird dort um 19.30 Uhr bei einem Drink mit lokalen wie internationalen Künstler*innen, Macher*innen und Denker*innen diskutiert: Wie bestimmt die Kunst das Leben? Wie inspiriert sie uns, auch einmal anders auf die täglichen Fragen zu blicken, z.B. wie man mit der Zeit umgeht, seinen Arbeitsplatz organisiert oder wie man zusammen leben will.

ProgrammPlus – Bar der Gegenwart:
Mittwoch, 05.12.2018, 19:30 Uhr
Step/Stufe. Ein skulpturaler Drink und andere Arbeiten von Tine Voecks
Kosten: 5 €, Eintritt frei (da MVV Kunstabend)
Ort: Kunsthalle Mannheim, Auditorium

Bildunterschrift: Tine Voecks: Step(s), 2018
14.11.18
Digital Classroom: 13 neue Arbeitsblätter zum Download dienen Lehrkräften und Schulklassen zur Vorbereitung auf ihren Museumsbesuch

Das „digitale Klassenzimmer“ der Kunsthalle Mannheim wird größer: Seit heute stehen 13 neue Arbeitsblätter zum Download auf der Homepage unter www.kuma.art/de/kunstvermittlung bereit. Im Rahmen der digitalen Strategie zielt die Kunstvermittlung der Kunsthalle Mannheim darauf, mit diesem besonderen Online-Angebot Schüler*innen neue Lernerfahrungen und frische Zugänge zu künstlerischen Themen zu ermöglichen. Im Juni 2018 wurden die ersten drei Arbeitsblätter online gestellt, die sich Lehrkräfte kostenlos von der Homepage des Kunstmuseums herunterladen konnten. Aktuell werden insgesamt 16 Arbeitsblätter für unterschiedliche Jahrgangsstufen und Schulformen angeboten.

„Wir wollen die Chancen, die die Digitalisierung bietet, sinnvoll nutzen sowie Lehrkräfte und Schüler*innen für Kunst, Künstler*innen und unser Haus interessieren“, erklärt Dr. Dorothee Höfert, Leiterin der Kunstvermittlung. „Unsere Arbeitsblätter bieten Schüler*innen die Möglichkeit, sich mit künstlerischen Fragestellungen und Wahrnehmungen auseinanderzusetzen.“

Gedacht sind die Arbeitsblätter als Ergänzung zum Besuch einer Schulklasse in der Kunsthalle. Sie orientieren sich an den Bildungsplänen Baden-Württembergs. Die Blätter ermöglichen einen ersten Einstieg in verschiedene künstlerische Themen und Fragestellungen und können zur Vorbereitung bereits vor einem Museumsbesuch im Unterricht eingesetzt werden. Zusätzlich liefern sie praktische Anregungen zur Nachbereitung, inklusive Hinweisen zu weiterführender Literatur und Links.

 

Die Arbeitsblätter sind didaktisch aufbereiteten und ansprechend gestaltetet. Der erste Teil mit grundlegenden Informationstexten zur Handhabung des Arbeitsblatts und zu den Bildungsplanbezügen adressiert die Lehrkräfte. Der abwechslungsreich gestaltete zweite Teil spricht die Schüler*innen an. Er enthält Aufgaben, Anregungen und Informationen zu Künstlern und Werken und bezieht sich auf die prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen des geltenden Bildungsplans.

Ziel der Arbeitsblätter ist es, eine ästhetisch-forschende Grundhaltung von Schüler*innen ab Klassenstufe 3 zu unterstützen und ihre individuellen Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten zu fördern. Dieses Online-Angebot der Kunstvermittlung wird stetig erweitert. Gelayoutet wurden die Arbeitsblätter von Luise John, PIKDREI – Agentur für visuelle Kommunikation, Mannheim.

Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung.

Robert Delaunays „Das Fenster zur Stadt“ (1910–14) ist ein Meisterwerk der Sammlung, das in einem der 16 Arbeitsblättern der Kunstvermittlung behandelt wird (Foto: Kunsthalle Mannheim/ Kathrin Schwab)
12.11.18
„Mannheim wächst. Bilder einer Industriestadt“ eröffnet am 06.12.2018 in der Graphischen Sammlung der Kunsthalle Mannheim

Rauchende Schlote und Hafenkräne, der nächtliche Wasserturm von elektrischem Licht bestrahlt, Plakate für Benz-Automobile und Werbung für Flugmotoren: In Ergänzung und Erweiterung der Großausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ präsentiert die Graphische Sammlung eine Ausstellung, die den Fokus auf Mannheim als Industriestadt lenkt. Kurator Dr. Thomas Köllhofer zeigt unter dem Titel „Mannheim wächst. Bilder einer Industriestadt“ (07. Dezember 2018 bis 10. März 2019) Zeichnungen, Druckgraphiken und Plakate vor allem aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus den Sammlungen der Kunsthalle Mannheim und des Marchivum, die die Produktion, den Hafen und den Verkehr als Motoren der prosperierenden Wirtschaftsmetropole in den Mittelpunkt rücken.

Die Graphiken führen vor Augen, wie sehr die Eigenwahrnehmung Mannheims von einer dynamischen Industrie- und Großstadtästhetik geprägt war. Qualmende Schornsteine, Ladekräne, Eisenbahnschienen und Autobahn wurden zu Symbolen der Moderne. Das schlagkräftig gestaltete Plakat eroberte als optisch wirksamer Werbeträger den öffentlichen Raum. Eröffnet wird die Ausstellung in der Graphischen Sammlung der Kunsthalle Mannheim am Donnerstag, 06.12.2018 (19 Uhr) in der Kuppelhalle des Jugendstilbaus.

Die geographische Lage zwischen Rhein und Neckar ließ Mannheim seit dem frühen 19. Jahrhundert zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt mit einem der größten Binnenhäfen Europas werden. Auch nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts der Rhein südlich von Mannheim schiffbar gemacht wurde, blieb die Stadt zentraler Umschlagplatz für Waren, die von der Küste in den Süden transportiert wurden. Unweit vom Hafen entstand ein zentraler Güter-Rangierbahnhof. Unter den Nationalsozialisten sollte von hier aus die erste Autobahnstrecke Deutschlands in Betrieb genommen werden. Bahn und Straßenverkehr sind die Bildthemen der damaligen Zeit. Den stärksten Nachhall in den Arbeiten der Mannheimer Künstler hat jedoch der Hafen mit seinen Wasserstraßen, Schiffen und Verladekränen gefunden.

Mit der Industrialisierung entstanden auch neue Druckverfahren, die eine preiswerte Herstellung von druckgraphischen Auflagen in bisher unerreichter Höhe ermöglichten. Seit Anfang des Jahrhunderts konnten Firmen auf diese Weise massenhaft mit Plakaten für ihre industriell erzeugten Serienprodukte werben. In den 1920er Jahren prägt eine produktbezogene Sachlichkeit mit klarer Typographie und die Fotomontage als modernes Stilmittel das Erscheinungsbild dieser Plakate. Rauchende Schornsteine werden zum Symbol einer prosperierenden Industrie mit Vollbeschäftigung und Wohlstand. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wird die Sprache der Plakate martialischer. Diagonal in den Bildraum ragende Schornsteine erinnern an Kanonenrohre und bereiten die Bevölkerung auf den nahenden Krieg vor.

Save the Date:
Pressekonferenz „Mannheim wächst. Bilder einer Industriestadt“
Dienstag 04. Dezember, 2018, 11 Uhr
Kunsthalle Mannheim, Alte Bibliothek

Mannheim wächst. Bilder einer Industriestadt
07. Dezember 2018 bis 10. März 2019
Eröffnung: 06. Dezember 2018, 19 Uhr
Kurator: Dr. Thomas Köllhofer

Karl Weber: Handwerkskunst im Maschinenzeitalter, 1928 Foto: MARCHIVUM
Filmkonzert „Survival Strategies for Cold Countries“, Foto: shortfilmlivemusic
09.11.18
Das ProgrammPlus der Kunsthalle Mannheim im November 2018

Grundsätzliche Aspekte aus der Wirtschaft werden im November im ProgrammPlus zu der Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ in der Kunsthalle Mannheim ins Visier genommen.

Im Labor für Weitsicht vertieft die Kunsthalle mit Abendvorträgen und anschließender Diskussion zeitgenössische Themen und Fragen zu den Kontexten der Ausstellungen sowie zu aktuellen Debatten in Kultur und Gesellschaft. Am Mittwoch, 14.11.2018 (19 Uhr), hält Prof Dr. Michael Hutter den Vortrag „Ökonomisierung und Ästhetisierung als Wert-schöpfungsstrategien“. Seine These: Kommerzielle und ästhetische Spiele sind ineinander verwickelt. Die Ökonomisierung von Kunstwerken und die Ästhetisierung von Waren sind Wertschöpfungsstrategien, die in den jeweils fremden Welten neue Möglichkeiten für Aufführende und Zuschauende schaffen. Hutter führt dies an Beispielen vor, z.B. von Edouard Manet, Andy Warhol, Simon Denny, Ludwig Mies van der Rohe und Isa Genzken.

Der Ökonom und Soziologe Michael Hutter (*1948 in München) hatte eine Forschungsprofessur zu „Kultur, Wissen und Innovation“ am Institut für Soziologie der Technischen Universität Berlin inne und leitete 2008-2015 die Forschungsabteilung „Kulturelle Quellen von Neuheit“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).

In der Reihe Live im Atrium findet am Sonntag, 25.11.2018 (15 Uhr) das Filmkonzert „Survival Strategies for Cold Countries“ zum Thema Migration statt. Zu allen Zeiten gab es in Deutschland entlang der wirtschaftlichen Entwicklungen große Aus- und Einwanderungsbewegungen.

Migration ist ein Normalfall – gestern wie heute. Doch was bedeutet es, in der Fremde anzukommen? Dazu befragte das Dresdner Kollektiv shortfilmlivemusic aktuelle und historische Quellen, literarische Texte, Filme und Zeitzeugen. Aus der Verbindung von Film, Musik und Schauspiel entsteht eine poetische Erzählung über das Ankommen – über das Warten und die bestehenden Erwartungen, über Zuschreibungen und Zugehörigkeiten und über Strategien, die Menschen entwickeln, um sich in einer zunächst fremden Umgebung zu orientieren.

Mit ProgrammPlus öffnet sich die Kunsthalle Mannheim in die Stadtgesellschaft. Bereits 1911 schuf Fritz Wichert unter dem Motto „Kunst für alle“ mit der „Akademie für Jedermann“ und dem „Freien Bund zur Einbürgerung der Kunst in die Stadt Mannheim“ ein innovatives Kommunikations- und Bildungsangebot für die Mannheimer Stadtgesellschaft. Im ProgrammPlus greift die Kunsthalle Mannheim das Gründungsmotto auf, um in inspirierender Atmosphäre durch Kunst einen neuen Zugang zu unserer Gegenwart zu eröffnen. Im Selbstverständnis einer „Stadt in der Stadt“ nimmt das Kunstmuseum die Grundkoordinaten der menschlichen Existenz in den Blick. Themen und Fragen, die unser Leben bestimmen, finden sich in der Kunst, aber auch im Alltag der urbanisierten Gesellschaft. Die Formate reichen von der Bar der Gegenwart und Live im Atrium über das Labor für Weitsicht und Symposien bis hin zum Community College. Es sind Treffpunkte für alle, die Lust haben, die Kunst, sich selbst und die „Anderen“ besser kennenzulernen und zu verstehen.

Mittwoch, 14.11.2018,19 Uhr

ProgrammPlus zu „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“

Labor für Weitsicht: “Ökonomisierung und Ästhetisierung als Wertschöpfungsstrategien”

Ein Vortrag von Prof. Dr. Michael Hutter

Kosten: 5 € zzgl. Eintritt


Sonntag, 25.11.2018, 15 Uhr

ProgrammPlus zu „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie”

Live im Atrium: Survival Strategies for Cold Countries

Ein Filmkonzert über das Ankommen

Kosten: 12 €, ermäßigt 10 €

07.11.18
ProgrammPlus: Das Community College der Kunsthalle Mannheim macht am Samstag, 10.11.2018, einen Stadtspaziergang mit Thierry Geoffroy

Als „Colonel“ trägt er einen blauen UN-Helm und verbreitet in der ganzen Kunstwelt seine Botschaft: Thierry Geoffroy thematisiert mit seiner Aktionskunst Protest und Kritik gegenüber dem Kunstmarkt und der Zivilgesellschaft. Im Rahmen des Community College am Samstag, 10.11.2018 (15 Uhr), lädt der Künstler Interessierte zu einem Stadtspaziergang mit interaktiven Performances mitten in Mannheim ein.

„To express aesthetically about the crisis is not going to solve it“ hat Thierry Geoffroy auf ein gelbes Zwei-Personen-Zelt gesprüht, das er mal vor der Kunsthalle, mal direkt im Atrium des Neubaus platziert. Die mit Slogans beschrifteten Iglu-Zelte sind als Symbol des Widerstands zu lesen. Der Künstler schlägt sie bei Kunst-Biennalen und anderen Großveranstaltungen der Kunstwelt auf – auch anlässlich der Documenta in Kassel war er 2012 und 2017 mit diesem Format präsent. Im Kontext der Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ stellt Geoffroy mit seinen Werken die Frage: Welche Wirkkraft besitzt Kunst angesichts der gesellschaftspolitischen Veränderungen?

Die Teilnehmer*innen des Community Colleges am 10.11.2018 machen sich mit dem Künstler Thierry Geoffroy auf den Weg in den Mannheimer Stadtraum. Sie lassen sich in seine Aktionen einbinden: Mit der nur scheinbaren Naivität eines Inspektor Columbo fragt der gebürtige Franzose in seinen Aktionen und Performances danach, was hinter diesem oder jenem Anspruch steckt, was die verschiedenen kuratorischen Entscheidungen einer Ausstellung beeinflusst. Denn genau wie anspruchsvolle Titel und Pressetexte zum Marketing einer Ausstellung gehören, stehen hinter einer Ausstellung vielleicht auch stadtpolitische oder finanzielle Interessen, die mit einem kritischen Anspruch der Kunstakteure schwer vereinbar sind. Geoffroy entwickelt für seine Aktionen unterschiedliche, humorvolle wie kritische Formate, die ihm erlauben, das Publikum mit einzubeziehen. Er lädt die Besucher zum Tanzen und Joggen ein und animiert zu vielseitiger Aktivität.

Das Community College ist Teil des ProgrammPlus. Mit diesem Format ruft die Kunsthalle Mannheim zu Mitmachaktionen, Diskussionen, Stadtspaziergängen und regelmäßigen Treffs auf, in denen Themen aufgegriffen werden, die für die Stadtgesellschaft Mannheims Bedeutung haben. Gleichzeitig bietet das Community College die Gelegenheit mit unterschiedlichsten Akteuren, Lieblingsorte aufzusuchen, neue Orte zu entdecken sowie andere Sichtweisen und Ansichten kennenzulernen und miteinander auszutauschen. Eine kosmopolitische Gesellschaft ist die regionale Antwort auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt.

ProgrammPlus
Samstag, 10.11.,15 Uhr
Community College: Themen der Stadtgesellschaft – Themen der Kunsthalle
Stadtspaziergang mit Thierry Geoffroy
Kosten: 4 € inklusive Eintritt
Treffpunkt: Atrium (Nähe Kassentresen), Kunsthalle Mannheim

Thierry Geoffroy als „Colonel“ bei der Eröffnung der neuen Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ Foto: Kunsthalle Mannheim/ Maria Schumann
Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
06.11.18
Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim, wird die neue Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar – Start im Sommer 2019

In der Stiftungsratssitzung am Dienstag, 06.11.2018, wurde es beschlossen: Dr. Ulrike Lorenz soll die neue Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar werden und voraussichtlich im Sommer 2019 die Nachfolge von Hellmut Seemann antreten.

Mit dem Neubau der Kunsthalle Mannheim, der im Juni 2018 eröffnet wurde und seither über 116.905 Besucher (Stand: 05.11.2018) in seinen Ausstellungsräumen zählte, hat die gebürtige Geraerin ein riesiges Projekt abgeschlossen. „Der Erfolg bleibt hier“, betont Lorenz. „Ich wäre gerne noch länger geblieben, um die neue Kunsthalle zu stabilisieren. Aber das ist ein Angebot, das man nur einmal im Leben erhält.“

„Mit der Eröffnung des Kunsthallen-Neubaus und dem damit verbundenen innovativen kuratorischen Programm sowie der digitalen Strategie hat Dr. Ulrike Lorenz neue Impulse für Mannheim als Kunst- und Kulturstadt gesetzt. Dass sie Mannheim verlassen wird, bedauern wir sehr. Für ihre Arbeit danken wir Frau Dr. Lorenz und wünschen ihr als neue Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar viel Erfolg“, sagen Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, und Kulturbürgermeister Michael Grötsch.

Die Klassik Stiftung Weimar, zweitgrößte Kulturstiftung Deutschlands, bildet ein einzigartiges Ensemble von Kulturdenkmalen. Mit ihren mehr als 20 Museen, Schlössern, historischen Häusern und Parks sowie den Sammlungen der Literatur und Kunst zählt sie zu den größten und bedeutendsten deutschen Kultureinrichtungen. Elf Liegenschaften des Ensembles sind als Teil des „Klassischen Weimars“ in der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgeführt. Mehr als 700.000 Menschen besuchen jährlich die Häuser der Klassik Stiftung. Im Stiftungsrat sitzen Bund, Land Thüringen und die Stadt Weimar.

Dr. Ulrike Lorenz (Jahrgang 1963) ist seit 2009 Direktorin der Kunsthalle Mannheim. Unter ihrer Führung wurde der Jugendstilbau von Hermann Billing generalsaniert und 2013 mit „Dix/ Beckmann: Mythos Welt“ wiedereröffnet. Die von Lorenz gemeinsam mit Beatrice Borman kuratierte Schau war sowohl bei der Kritik als auch den Besuchern ein großer Erfolg.

Unter Lorenz' Leitung entstand 2012 bis 2018 der zukunftsweisende Neubau der Kunsthalle Mannheim als „Stadt in der Stadt“ mit einer radikal demokratischen Museumsphilosophie einschließlich einer beispielhaften Digitalen Strategie.

Die 55-Jährige gilt als Expertin für die Kunst der Moderne und der Gegenwart. Sie hat Kunstgeschichte und Archäologie in Leipzig studiert und in Weimar mit einer Arbeit über den Avantgarde-Architekten Thilo Schoder promoviert. Bereits 1990 leitete sie das Otto-Dix-Haus und die Kunstsammlung sowie ab 2003 auch das Stadtmuseum in Gera. Lorenz wirkte als Direktorin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie in Regensburg (2004–2008).

Die Dix-Expertin kuratierte 2016 die erste große Dix-Retrospektive in Lateinamerika: „Otto Dix: Violencia y Pasión“ für das Museo de Arte Contemporáneo de Monterrey und die Nationalgalerie in Mexiko City. Ulrike Lorenz ist mit zahlreichen Ausstellungen und grundlegenden Publikationen zu Kunst und Architektur der Klassischen Moderne sowie zu zeitgenössischen Künstlern hervorgetreten (Lovis Corinth, Die Brücke, Wolf Vostell, Franz Erhard Walter, Rosa Loy u.v.a.). Lorenz war acht Jahre lang Vorstandsmitglied des Deutschen Museumsbundes e.V. und ist seit 2014 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion „Bildende Kunst“ sowie im Leipziger Kreis der deutschen Kunstmuseen. Am 09.11.2018 wird sie mit der Goldenen Ehrennadel des Frauenbrücke-Preises für die innere Einheit Deutschlands 2018 ausgezeichnet.

Wenn alles planmäßig verläuft, wird Dr. Ulrike Lorenz voraussichtlich im Sommer 2019 die Kunsthalle Mannheim verlassen. „Der Museumsbetrieb im Neubau ist schon jetzt gut eingeschwungen und das Großprojekt „Neue Kunsthalle“ auf Kurs. Es ist aber auch noch rechtzeitig, um meiner Nachfolge die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Vorstellungen und Prägungen einzubringen.“

Dankbar ist Lorenz für alle Erfahrungen, die sie in Mannheim gesammelt hat. „Gerade die Fähigkeiten in Bezug auf strategisches Führen und Steuern – vor allem bei der Umsetzung des Neubaus und der neuen Kunsthalle mit ihrer umfassenden digitalen Strategie – werde ich in Weimar wunderbar nutzbar machen.“ Lorenz freut sich darüber hinaus, dort ihre Liebe zu Literatur und Philosophie wieder stärker ausleben zu können.

05.11.18
Dr. Ulrike Lorenz erhält am 09.11.2018 die Goldene Ehrennadel des Frauenbrücke-Preises für die innere Einheit Deutschlands in Europa

Dr. Ulrike Lorenz erhält am Freitag, 09.11.2018 die Goldene Ehrennadel des 10. Frauenbrücke-Preises für die innere Einheit Deutschlands in Europa 2018. Der Festakt findet um 17 Uhr im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam statt. Ebenfalls mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet wird die Journalistin und Buchautorin Petra Reski. Dr. Manfred Stolpe, erster Ministerpräsident des Landes Brandenburg (1990 bis 2002), erhält als beispielhafte politische Persönlichkeit eine außerordentliche Ehrung. Die Laudatio auf Lorenz hält Dr. h. c. Ingrid Mössinger, Generaldirektorin a.D. der Chemnitzer Kunstsammlungen.

Der erste Frauenbrücke-Preis wurde am 5. November 1999 anlässlich des zehnten Jahrestages der Maueröffnung von der Frauenbrücke Ost-West verliehen. Um eine möglichst breite öffentliche Diskussion über die Entwicklung der inneren Einheit in Deutschland zu fördern und um die Verleihung des Preises auf Dauer unabhängig vom Verein sicher zu stellen, gründete Helga Niebusch-Gerich am 2. November 2000 die gemeinnützige "Stiftung Frauenbrücke-Preis für die innere Einheit in Deutschland". Mit der Verleihung des Preises möchte die Stiftung die innere Einheit Deutschlands sowie die innere Zusammengehörigkeit in Europa durch gemeinsames Handeln fördern und stärken. Der Preis wird alle zwei Jahre ausgeschrieben.

Als beispielhafte Brückenbauerin zwischen den alten und neuen Bundesländern, die mit ihrer Offenheit existierende Unterschiede respektiert und zugleich den Weg über diese hinaus ebnet, wird Dr. Ulrike Lorenz 2018 mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Lorenz ist – wie Otto Dix, der lange Zeit ein Fixpunkt für die Kunsthistorikerin war – in Gera aufgewachsen. Seit 2009 ist sie Direktorin der Kunsthalle Mannheim. Unter ihrer Leitung entstand 2012 bis 2018 der zukunftsweisende Neubau der Kunsthalle Mannheim als „Stadt in der Stadt“ mit einer radikal demokratischen Museumsphilosophie einschließlich einer beispielhaften Digitalen Strategie. Zuvor wirkte sie als Direktorin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie in Regensburg (2004–2008) und der Kunstsammlung Gera (1991–2004).

Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
„Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ – Blick in die Ausstellungsräume, Foto: Kunsthalle Mannheim/ Maria Schumann
30.10.18
ProgrammPlus: AICA-Symposium „Kunstkritik und Netzkultur – Bestandsaufnahmen aus dem Arbeitsalltag“ am 10.11.2018 in der Kunsthalle Mannheim


 Welche Zukunft hat die Kunstkritik? Wie lässt sie sich finanzieren? Welche Rolle hat geschriebener Text angesichts der wachsenden Bedeutung bildbasierter Repräsentation? Wie verändert sich dessen Gewicht aufgrund der Gruppendynamik von Social Media-Posts und Beiträgen von so genannten Influencern? Nach den Auswirkungen, welche aktuelle Entwicklungen der Digitalisierung auf die Welt der Kunst- und Kulturkritik haben, fragt die Internationale Vereinigung der Kunstkritiker (AICA) Deutschland bei einem öffentlichen Symposium am Samstag, 10.11.2018 (ab 9 Uhr) in der Kunsthalle Mannheim.

Auf der Tagung der AICA Deutschland werden Chancen und neue Herausforderungen für die Kultur- und Kunstberichterstattung diskutiert und die Funktionsweise verschiedener Medienformate, neuer Begrifflichkeiten und Verschlagwortungen im Internet betrachtet sowie die Bildung neuer Interessensgemeinschaften bzw. das Entstehen von Interessenskonflikten ins Visier genommen. Kunstkritik kann ein Ort sein für die Entwicklung von ästhetischen Bewertungskriterien, der Ort freier und unabhängiger Argumentation. Sie steht im Wechselverhältnis zum Kunstmarkt, der einen Bedarf an Expertisen über die monetäre Wertschätzung von Kunst erzeugt.

Die Beiträge des Symposiums stammen primär von AICA-Mitgliedern und werden von knappen Thesenpapieren und Diskussionsbeiträgen weiterer Mitglieder moderiert und flankiert. Dabei sind: Dr. Danièle Perrier (Präsidentin der AICA Deutschland e.V.), Johannes Bendzulla (Künstler, Fotograf, Journalist), Dr. Barbara Hess (Autorin), Annekathrin Kohout, (Herausgeberin und Redakteurin der Zeitschrift POP. Kultur und Kritik), Sabine Maria Schmidt (Kunsthistorikerin, Kuratorin und Autorin) und Thomas Wagner (Autor und Textchef der Zeitschrift designreport). Eröffnet wird die Veranstaltung mit einer Start-Up Performance des Künstlers Thierry Geoffroy, dessen Werk aktuell in der Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ der Kunsthalle zu sehen ist.

Gegründet wurde AICA Deutschland 1951 und bestand anfangs aus 20 Kritiker*innen. Heute ist die Vereinigung auf 200 Mitglieder angewachsen. Der Verband vergibt jährlich Auszeichnungen an herausragende Museen und Ausstellungen, fördert Kunstkritik und regt den Austausch über Kunst und Kultur an. Weitere Infos unter http://www.aica.de.

ProgrammPlus zu „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“:
Samstag, 10.11.2018, 9 bis 15 Uhr
Symposium: Kunstkritik und Netzkultur- Bestandsaufnahmen aus dem Arbeitsalltag
Tagung des Kunstkritikerverbands AICA Deutschland
Konzeption: Sabine Maria Schmidt, Vize-Präsidentin der AICA Deutschland
Kosten: 10 €/ erm. 5 €/ AICA-Mitglieder: Symposium frei, zzgl. Eintritt
Treffpunkt: Auditorium Kunsthalle Mannheim
Weitere Infos und Tickets unter www.kuma.art/de/programmplus

Sonderausstellung der Kunsthalle Mannheim
Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1919–1939 und 2008–2018
Laufzeit: 12. Oktober 2018 bis 03. Februar 2019
Kuratoren: Dr. Eckhart Gillen, Dr. Ulrike Lorenz, Dr. Sebastian Baden

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes (Hauptförderer), BASF SE (Hauptsponsor), H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Kunststiftung, Stiftung Kunsthalle Mannheim, VR Bank Rhein-Neckar eG, Stadt Mannheim, Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Medienpartner der Ausstellung ist das Handelsblatt.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

29.10.18
ProgrammPlus: Am 07.11.2018 diskutiert die Künstlergruppe Volume V in der Bar der Gegenwart der Kunsthalle Mannheim

Es ist erstaunlich, dass ein so enger, auf den ersten Blick unwirtlicher Ort ausreicht, um frische, partizipative Kunstwerke zu kreieren. Bereits im August hat die Künstlergruppe Volume V ihr Quartier in einer grauen Baracke vor dem Neubau der Kunsthalle Mannheim bezogen, um im Austausch mit und der Beteiligung von Bürger*innen Kunstproduktion anzuregen. Am Mittwoch, 07.11.2018 (19.30 Uhr), haben Besucher nun die Gelegenheit, die Künstler*innen des Projekts Volume V der Hochschule der Bildenden Künste Saar in der „Bar der Gegenwart“ kennenzulernen. Zum Auftakt lädt die Gruppe das Publikum zu einer Performance im Atrium ein sowie zu einem Rundgang mit Aktionen, Filmen, und künstlerischen Übungen in ihrem Container. Im Anschluss sprechen die Künstler*innen im Auditorium bei einem Drink über Ihre Arbeit.

Gegründet wurde die temporäre Arbeitsgemeinschaft Volume V von Künstler*innen im Umfeld der HBK Saar und Professor Georg Winter anlässlich der Sonderschau „Konstruktion der der Welt. Kunst und Ökonomie“ in der Kunsthalle Mannheim. Ausgehend von Fragestellungen des Strukturwandels postindustrieller Standorte arbeitet Volume V mit künstlerischen Werken an der Verfasstheit gesellschaftlicher Verhältnisse. Ihr kreatives Labor hat die Gruppe sich in einer ehemaligen Zahnklinik des US-Militärs, genannt MASH (Mobile Army Surgical Hospital), eingerichtet, die extra von den Konversionsflächen des Mannheimer Franklin Village an den Friedrichsplatz umgezogen ist.

Dort ergänzt das Studio nun bis Anfang 2019 die große Sonderausstellung, deren zweiter Teil sich auf die zeitgenössische Kunst zwischen 2008 und 2018 konzentriert und die Reflexion der Arbeitswelt im 21. Jahrhundert vorstellt. Abstrakte ökonomisch-politische Themen werden von Volume V aufgegriffen und mit freiwilliger Teilnahme der Besucher*innen aktiv behandelt. Was man sich darunter konkret vorstellen kann, erfährt man u.a. im Gespräch mit den Künstler*innen am 07.11.2018.

In der Bar der Gegenwart wird bei einem Drink mit lokalen wie internationalen Künstler*innen, Macher*innen und Denker*innen besprochen, wie wir die Gegenwart verstehen können und wie Kunst uns inspiriert, anders auf unsere täglichen Fragen zu blicken – z.B. wie wir mit Zeit umgehen, wie wir unseren Arbeitsplatz organisieren, was uns für unseren Beruf motiviert und wie wir zusammenleben wollen. Die Bar der Gegenwart findet an jedem ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr statt.

Darüber hinaus lädt Volume V alle Interessierten ein, den Künstler*innen im MASH-Container einen Besuch abzustatten. Aktionen und Veranstaltungen werden auf Facebook unter „Volume V Mannheim“ sowie auf der Internetseite www.sar-projektbüro.de angekündigt.

ProgrammPlus zu „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“:

Mittwoch, 07.11.2018, 19.30 Uhr
Bar der Gegenwart: Performances, Aktionen, Gespräche und Drinks mit der Gruppe Volume V der HBK Saar
Treffpunkt: Museumskasse Atrium
Kosten: 5 € inkl. Eintritt (MVV-Kunstabend)

Weitere Veranstaltungen an diesem MVV-Kunstabend:

Mittwoch, 07.11.2018, 18.30 Uhr und 20 Uhr
Weltsprache Abstraktion
Kunstgespräch für Neugierige in der Sammlungspräsentation "OFFEN"

Mittwoch, 07.11.2018, 18.30 Uhr und 20 Uhr
Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 2008–2018

Kunstgespräch für Neugierige in der Sonderausstellung

MVV-Kunstabend:
1. Mittwoch im Monat, 18-22 Uhr, Eintritt frei

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes (Hauptförderer), BASF SE (Hauptsponsor), H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Kunststiftung, Stiftung Kunsthalle Mannheim, VR Bank Rhein-Neckar eG, Stadt Mannheim, Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Medienpartner der Ausstellung ist das Handelsblatt.

Die Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Volume V: Working on MASH (Mobile Army Surgical Hospital), 2018, © Volume V, Foto: Kunsthalle Mannheim
26.10.18
Programm Plus: Die öffentliche Tor 4-Gesprächsreihe „Warum wird eigentlich alles besser?“ in Kooperation mit der BASF geht am 04.11. weiter.

Mit Containern kennen sich beide aus: Malerin Tatjana Doll und BASF-Logistikmanager Thorsten Bieker werden am 04.11.2018 (14.30 Uhr) die öffentliche Gesprächsreihe „Warum wird eigentlich alles besser?“ fortführen. Die ProgrammPlus-Veranstaltung der Kunsthalle Mannheim hat bereits das Künstler- und Kuratoren-Kollektiv BBM mit dem Chief Digital Officer der BASF zusammen gebracht. Dabei wird sowohl die Perspektive der Kunst und der Künstler*innen als auch die der Wirtschaft diskutiert.

Die Kunsthalle Mannheim und die BASF wollen mit der Gesprächsreihe eine Verbindung zwischen der Welt von Forschung und Wirtschaft und der Gesellschaft und Kultur herstellen. Diese Verbindung ist auch der Kern der aktuellen Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ in der Kunsthalle Mannheim.

Die Frage, der sich die Diskussion widmen wird, scheint zunächst nicht eindeutig: Kann man bei all den herrschenden Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten tatsächlich von einer besseren Welt sprechen? Wie sind die hohen Lebensstandards westlicher Gesellschaften im Vergleich zu denen anderen Regionen der Erde zu bewerten? Und welche Rolle spielt dabei die Kunst?

Die Künstlerin Tatjana Doll und Thorsten Bieker, Leiter der Standortlogistik BASF Ludwigshafen, werden diese Fragen bei ihrem Rundgang mit dem Publikum durch die Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ am Sonntag, 04.11., besprechen. Dolls riesige Containerbilder werden dabei den Gesprächsstoff liefern– über Welthandel, technischen Fortschritt und was die Riesencontainer damit zu tun haben.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.


ProgrammPlus zu Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie

Sonntag, 04.11.2018, 14.30 Uhr

Tor 4 Gesprächsreihe: Warum wird eigentlich alles besser?
Über Welthandel und technischen Fortschritt
Gespräch zwischen der Künstlerin Tatjana Doll und Thorsten Bieker, BASF-Logistikmanager Standort BASF Ludwigshafen
Kosten: 3 € zzgl. Eintritt
Treffpunkt: Atrium, Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4, 68165 Mannheim

Sonderausstellung der Kunsthalle Mannheim
Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie –
1919–1939 und 2008–2018
vom 12. Oktober 2018 bis 03. Februar 2019
Kuratorenteam: Dr. Eckhart Gillen (Berlin), Dr. Ulrike Lorenz, Dr. Sebastian Baden
Projektleitung: Dr. Inge Herold, Assistenz: Lisa Valentina Riedel, M. A. mult., Elisabeth Bohnet, M.A.; Monique Hoffmann, M.A., Teresa Heinzelmann, B.A.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes (Hauptförderer), BASF SE (Hauptsponsor), H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Kunststiftung, Stiftung Kunsthalle Mannheim, VR Bank Rhein-Neckar eG, Stadt Mannheim, Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Medienpartner der Ausstellung ist das Handelsblatt.

18.10.18
Kurator Dr. Thomas Köllhofer führt am 24.10.2018 (18.30 Uhr) durch die Ausstellung „CALLOT. Graphische Monumente“

Mit größter Sorgfalt ausgearbeitete winzige Feinheiten und Details – diese Besonderheit der Radierungen des Künstlers Jacques Callot präsentiert Dr. Thomas Köllhofer am Mittwoch, 24.10.2018 (18.30 Uhr), in der Kunsthalle Mannheim. Seine Führung „Mit der Lupe betrachtet. Die besondere Technik der Radierung bei Jacques Callot“ gibt den Besucher*innen vertiefende Einblicke zu der Sonderausstellung „CALLOT. Graphische Monumente“, an der der Kurator selbst mit gearbeitet hat. Mit bereitgestellten Lupen können die ausgestellten Radierungen genauer untersucht werden.

Jacques Callot (1592–1635) gilt als der bedeutendste spätmanieristische Kupferstecher des frühen 17. Jahrhunderts. Er arbeitete für Cosimo di Medici in Florenz und später für die Höfe in Lothringen, Paris, den Niederlanden und Spanien. Kaum einem Künstler ist es wie ihm gelungen, mit der Kunst der Radierung zu Weltruhm zu gelangen. Callot liebte theatralische Grotesken und elegante Hofszenen. Seine Werke leben von einem unerschöpflichen Detailreichtum, dem der geniale Radierer Monumentalität und fesselnde Präsenz verliehen hat. Der Zyklus „Die Schrecken des Krieges“ hat Künstler wie Franzisco de Goya oder Otto Dix beeinflusst. Sein Gesamtwerk umfasst 1.428 Graphiken; die Kunsthalle Mannheim besitzt mit über 500 Radierungen gut ein Drittel.

„Der Galgenbaum“ aus der Serie „Die Schrecken des Krieges“ (1633) ist das bekannteste Blatt von Jacques Callot. Die gewaltsamen Handlungen des 30-jährigen Krieges stellt er keineswegs heroisierend dar, sondern schildert vielmehr nüchtern mit dem ihm eigenen Detailreichtum den Alltag in diesen Zeiten. Gleiches gilt für die großformatigen Darstellungen der Besetzung von Breda oder von La Rochelle. Sowohl seine großformatigen Belagerungsbilder wie auch seine topographisch exakten Landschaften machen diesen Schwerpunkt auf dem täglichen Leben der Menschen deutlich.

Fantasievolle, oft fantastische Ausgestaltungen kennzeichnen Callots Radierungen. Meist bearbeitet er kleine Platten, auf denen er eine vielgestaltige Szene mit einer dicht verwobenen Detailfülle unterbringt. Hauptfiguren stellt er monumental in den Vordergrund. Jede einzelne Figur erzählt eine eigene kleine Geschichte. Um diese detaillierte Kleinteiligkeit seiner Graphiken zu ermöglichen, entwickelt Callot besondere Methoden der Radierung: so benutzt er einen speziellen, härteren Firnis für besonders feine Linien, erzeugt kunstvoll an- und abschwellende Linien mit der „Echope“, um Hell- und Dunkelwerte zu erzeugen, und setzt stufenweise Ätzprozesse ein, die räumlich-atmosphärische Wirkungen erzeugen.

Die Ergebnisse dieser besonderen Techniken präsentiert die Kunsthalle Mannheim in der Ausstellung „CALLOT. Graphische Monumente“ erstmals mit rund 100 Drucken von Jacques Callot. Zahlreiche Blätter konnten mit der großzügigen Unterstützung privater Bildpaten und der Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg vorab restauriert werden.

Mittwoch,24.10.2018, 18.30 Uhr
CALLOT. Graphische Monumente
Kuratorenführung durch die Sonderausstellung
Mit der Lupe betrachtet. Die besondere Technik der Radierung bei Jacques Callot
Kosten: 3 € zzgl. Eintritt

Foto: Kunsthalle Mannheim/ Kathrin Schwab
08.10.18
Kurator Dr. Thomas Köllhofer führt am 10.10.2018 (um 18.30 Uhr) durch die Ausstellung „CALLOT. Graphische Monumente“

Wer eine Liebe für filigrane Linienführung hegt, kommt am Mittwoch, den 10.10.2018 (18.30 Uhr) in der Kunsthalle Mannheim auf seine Kosten: Dr. Thomas Köllhofer führt durch die von ihm kuratierte Sonderausstellung „CALLOT. Graphische Monumente“, die die faszinierend kleinteiligen Werke des Künstlers Jacques Callot präsentiert. Die akribischen Feinheiten können mit bereitgestellten Lupen genauer betrachtet werden.

Jacques Callot (1592–1635) gilt als der bedeutendste spätmanieristische Kupferstecher des frühen 17. Jahrhunderts. Er arbeitete für Cosimo di Medici in Florenz und später für die Höfe in Lothringen, Paris, den Niederlanden und Spanien. Kaum einem Künstler ist es wie ihm gelungen, mit der Kunst der Radierung zu Weltruhm zu gelangen. Callot liebte theatralische Grotesken und elegante Hofszenen. Seine Werke leben von einem unerschöpflichen Detailreichtum, dem der geniale Radierer Monumentalität und fesselnde Präsenz verliehen hat. Der Zyklus „Die Schrecken des Krieges“ hat Künstler wie Franzisco de Goya oder Otto Dix beeinflusst. Sein Gesamtwerk umfasst 1.428 Graphiken; die Kunsthalle Mannheim besitzt mit über 500 Radierungen gut ein Drittel.

„Der Galgenbaum“ aus der Serie „Die Schrecken des Krieges“ (1633) ist das bekannteste Blatt von Jacques Callot. Die gewaltsamen Handlungen des 30-jährigen Krieges stellt er keineswegs heroisierend dar, sondern schildert vielmehr nüchtern mit dem ihm eigenen Detailreichtum den Alltag in diesen Zeiten. Gleiches gilt für die großformatigen Darstellungen der Besetzung von Breda oder von La Rochelle. Sowohl seine großformatigen Belagerungsbilder wie auch seine topographisch exakten Landschaften machen diesen Schwerpunkt auf dem täglichen Leben der Menschen deutlich.

Fantasievolle, oft fantastische Ausgestaltungen kennzeichnen Callots Radierungen. Meist bearbeitet er kleine Platten, auf denen er eine vielgestaltige Szene mit einer dicht verwobenen Detailfülle unterbringt. Hauptfiguren stellt er monumental in den Vordergrund. Jede einzelne Figur erzählt eine eigene kleine Geschichte. Um diese detaillierte Kleinteiligkeit seiner Graphiken zu ermöglichen, entwickelt Callot besondere Methoden der Radierung: so benutzte er einen speziellen, härteren Firnis für besonders feine Linien, erzeugte kunstvoll an- und abschwellende Linien mit der „Echope“, um Hell- und Dunkelwerte zu erzeugen, und setzte stufenweise Ätzprozesse ein, die räumlich-atmosphärische Wirkungen erzeugten.

Die Ergebnisse dieser besonderen Techniken präsentiert die Kunsthalle Mannheim in der Ausstellung „CALLOT. Graphische Monumente“ erstmals mit rund 100 Drucken von Jacques Callot. Zahlreiche Blätter konnten mit der großzügigen Unterstützung privater Bildpaten und der Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg vorab restauriert werden.

Mittwoch,10.10.2018, 18.30 Uhr
Kuratorenführung durch die Sonderausstellung „CALLOT. Graphische Monumente“ mit  Dr. Thomas Köllhofer
Höfisch, kriegerisch, grotesk. Die große Bandbreite der Themen in Radierungen des Jacques Callot
Kosten: 3 € zzgl. Eintritt

Weitere Kuratorenführungen:
Mittwoch, 24.10.2018, 18.30 Uhr
Mit der Lupe betrachtet. Die besondere Technik der Radierung bei Jacques Callot.

Mittwoch, 14.11.2018, 18.30 Uhr
Monumentalität im Kleinformat. Bildgestaltung und Narration bei Jacques Callot.

Foto: Kunsthalle Mannheim/ Kathrin Schwab
© James Turrell, Sammlung Kunsthalle Mannheim, Foto: Kunsthalle Mannheim/ Florian Holzherr
05.10.18
Kunsthalle Mannheim krönt mit Lichtpassage „Split Decision“ von James Turrell ihr Neubau-Projekt

Über 200 Quadratmeter und acht Metern Höhenausdehnung breitet sich im ehemaligen Athene-Trakt das neueste Werk des amerikanischen Lichtkunstpioniers James Turrell aus. Es macht den Übergang zwischen Jugendstilbau und Neubau der Kunsthalle Mannheim zu einem unvergesslichen Wahrnehmungserlebnis. Nach vier Jahren Entwicklungs- und Realisierungszeit krönt das Mannheimer Kunstmuseum mit der dauerhaften und ortspezifischen Lichtinstallation „Split Decision“ ihr Neubau-Projekt und fügt ihrer bedeutenden Moderne-Sammlung ein Hauptwerk der Gegenwartskunst hinzu. Das Projekt wurde von der Hector Stiftung II Kunst gGmbH initiiert und finanziert.

„Meine Arbeiten handeln nicht von Licht – sie sind Licht“, sagt James Turrell (*1943). Das im Herzen der Kunsthalle Mannheim entstandene Lichtkunstwerk „Split Decision“ verwandelt den Athene-Trakt, der den Neubau von gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner mit dem Jugendstilbau von Hermann Billing verbindet, in eine einzigartige Lichtpassage. Sie verbindet nicht nur zwei programmatische Museumsarchitekturen miteinander, sondern führt wie eine meditative Zeitreise vom frühen 21. Jahrhundert ins frühe 20. Jahrhundert. „Ein absoluter Glücksfall für Sammlung und Architektur der Kunsthalle Mannheim“, ist sich Direktorin Ulrike Lorenz sicher. „James Turrell bewirkt mit seiner Kunst eine Transformation von Zeit, Raum und dem wahrnehmenden Individuum. Seine Lichtkunstwerke verwandeln und verzaubern; sie führen uns über die Grenzen unserer Sinne hinaus.“

„Split Decision“ besetzt eine zentrale Stelle im Museum: den Übergang zwischen Neubau und Jugendstilbau. Die atmosphärisch aufgeladene Passage illuminieren zwei wandfüllende Lichtquellen – ähnlich den „Tall Glasses“ – mit wechselnden Farbspektren. Sie bestehen aus 80 Farbbildern, die in festgelegter Kombination komplementär ergänzen und Reihenfolge langsam ineinander übergehen. Nach 154 Minuten beginnt die meditative Abfolge der farblich komplexen Lichtstimmungen von vorn.

 

Mehr noch als bei der Serie der „Tall Glasses“ gehört in Mannheim der gesamte umgebende Raum zur Installation, die sowohl im Erdgeschoss und als auch auf Ebene 1 über eine Brücke durchschritten werden kann. Die Passage bietet eine Blickachse in den Altbau auf den reflektierenden „Großen Fisch“ von Constantin Brancusi im Erdgeschoss und den selbstleuchtenden „Starbrick“ von Olafur Eliasson unter der Kuppel. In die andere Richtung öffnet sich der Athene-Trakt über einen Tunnel in das lichtdurchflutete Atrium des Neubaus.

Durch seine künstlerische Auseinandersetzung mit Licht, Farbe und Raum nimmt James Turrell in der Gegenwartskunst eine herausragende Position ein. Ausgehend von der Konzeptkunst der 1960er Jahre und in Fortführung der abstrakten Malerei hat für den aus einer Quäkerfamilie stammenden Lichtkünstler die Ausrichtung seiner Werke auf die Gegebenheiten des Ortes oberste Priorität. Mit aufwendigen architektonischen und technischen Installationen kreiert er immersive Räume aus Licht: Seine Werke vereinnahmen die Betrachter körperlich, lassen sie physisch eintauchen in einen scheinbar grenzenlosen Raum aus Licht.

 

James Turrell versteht seine Kunst als „Perceptual Art“ („Kunst der Wahrnehmung“): „Licht hat eine enorme Kraft. Und wir sind mit ihm auf ganz ursprüngliche Weise verbunden“, so Turrell. „Ich forme dieses Material, soweit das möglich ist. Ich will es so einsetzen, dass man es körperlich spürt, dass man wirklich die Anwesenheit von Licht spüren kann, von Licht, das einen Raum ausfüllt.“

 

Wie sich das Licht in der Installation „Split Decision“ materialisiert, können die Besucher ab sofort in der Kunsthalle Mannheim selbst wahrnehmen.

Ermöglicht durch die

Hector Stiftung II Kunst gGmbH

Dr. Ulrike Lorenz begrüßt die 100.000 Besucherin Petra Paweletzki mit ihrer Tochter Meike (Foto: Kunsthalle Mannheim/ Heiko Daniels)
04.10.18
Museumsdirektorin Dr. Ulrike Lorenz begrüßt heute Vormittag die 100.000 Besucherin in der Kunsthalle Mannheim

„Ich darf Ihnen gratulieren: Sie sind unsere 100.000 Besucherin seit unserer Eröffnung am 01. Juni 2018!“, begrüßt Dr. Ulrike Lorenz heute Vormittag Petra Paweletzki im Atrium des Neubaus der Kunsthalle Mannheim. Die Direktorin der Kunsthalle überreicht der gebürtigen Würzburgerin, die mit ihrer Tochter Meike in das Mannheimer Museum gekommen ist, einen Blumenstraß, das Neubau-Buch „Stadt in der Stadt. Die neue Kunsthalle Mannheim“ sowie einen Gutschein für ein Essen für zwei Personen im Wert von 100 Euro im Museumsrestaurant LUXX. „Das ist uns noch nie passiert! Da reservieren wir gleich für heute Abend einen Tisch“, freuen sich Mutter und Tochter. „Das wird ein schöner Abschluss für unseren Ausflug.“

Gestern haben sich Petra und Meike Paweletzki das Heidelberger Schloss angeschaut, heute ist Mannheim an der Reihe. „Das ist ja auch eine sehr interessante Stadt und wir wollten als erstes in die Kunsthalle.“ Meike Paweletzki hatte im Vorfeld im Internet recherchiert. „Ich hatte gelesen, dass hier alles neu gemacht wurde“, erklärt die 22-Jährige.

Nun sind die beiden Fränkinnen gespannt auf die Kunstwerke und die Sammlung. Die Architektur gefällt ihnen schon einmal auf Anhieb: „Wow, das ist sehr schön hier – so großzügig und offen“, sagt Petra Paweletzki. Oder wie man in Franken tiefstapelnd sagt: „Passt scho!“

Dr. Ulrike Lorenz freut sich indes, dass die Marke der 100.000 Besucher bereits Anfang Oktober geknackt wurde. „Wir hoffen natürlich, dass sich dieser positive Trend fortsetzt und wir mit unserer nächsten großen Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ noch viele Besucher begeistern können.“

26.09.18
Zu Gast aus aller Welt – Das Aquarell „Im Café (Hakenkreuzritter)“ von Georg Scholz auf Besuch in der Ausstellung „(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle 1933 bis 1945 und die Folgen“

Von Marc Chagall über Robert Delaunay bis hin zu Georg Scholz reichen die Kunstwerke, die unter dem Titel „Zu Gast aus aller Welt“ an einer Wand der Ausstellung „(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle 1933 bis 1945 und die Folgen“ im Wechsel präsentiert werden. Hier begrüßt die Kunsthalle Werke, die 1937 aus ihrer berühmten Moderne-Sammlung als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt wurden und heute in Museen oder privaten Sammlungen auf der ganzen Welt beheimatet sind – oftmals als Glanzstücke der jeweiligen Institution. Dies zeigt eindrücklich, welche Kunstschätze die Kunsthalle einst besessen hat und die ihr durch die nationalsozialistischen Beschlagnahmungen genommen worden sind.
Seit 18. September 2018 kann nun das 1921 entstandene Aquarell „Im Café (Hakenkreuzritter)“ von Georg Scholz im Jugendstilbau bewundert werden. Wie viele der 1937 brutal aus der Sammlung gerissenen Werke hatte die Kunsthalle auch diese kleine, fast prophetische Karikatur eines großbürgerlichen Parteigängers der Nationalsozialisten von dem Mannheimer Kunsthändler Herbert Tannenbaum angekauft. Für 130 Reichsmark kam es 1929 in die Sammlung.Über das Schicksal des Blattes nach seiner Beschlagnahmung ist relativ wenig bekannt: So ist es zwischen 1938 und 1941 im Depot für die Wanderausstellung „Entartete Kunst“ im brandenburgischen Velten nachzuweisen, ehe sich seine Spuren für Jahrzehnte verlieren. Erst Mitte der 1970er Jahre taucht „Im Café“ wieder im Kunsthandel auf. Heute ist das Aquarell im Bestand der New Yorker Merrill C. Berman Collection, die es freundlicherweise für die Ausstellung „(Wieder-) Entdecken“ als Leihgabe zur Verfügung stellt, wo es bis 02. Dezember 2018 bestaunt werden darf. Die Dauerausstellung „(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle Mannheim 1933 bis 1945 und die Folgen“ veranschaulicht die Auswirkungen, welche die Zeit des Nationalsozialismus bis heute auf die Kunsthalle Mannheim, ihre Sammlung sowie auf die mit dem Museum verbundenen Menschen hat. Ein Fokus liegt auf dem dauerhaften Verlust von über 500 Werken, den das Museum 1937 im Zuge der Beschlagnahmungen „entarteter Kunst“ erlitten hat. Deutlich wird aber auch, dass die Kunsthalle Mannheim nicht ausschließlich als Opfer zu begreifen ist. In der Ausstellung wird mit den „Kulturbolschewistischen Bildern“ gleichzeitig auch der Blick auf jene 1933 von der Kunsthalle Mannheim durchgeführte Propaganda-Ausstellung gelenkt, die am Anfang der nationalsozialistischen Hetzkampagnen gegen die moderne Avantgarde steht.
Mit den bisherigen Ergebnissen der Provenienzforschung an der Kunsthalle Mannheim werden abschließend die Anstrengungen thematisiert, die das Museum aktuell unternimmt, um von den Nationalsozialisten begangenes Unrecht aufzudecken und möglichst wieder gut zu machen. Der Besucher hat hier die Möglichkeit, die komplizierte Suche nach sogenannter NS-Raubkunst in der Mannheimer Sammlung nachzuvollziehen. Die Provenienzforschungsstelle wird gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste.

(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle Mannheim 1933 bis 1945 und die Folgen
02. Juni 2018 bis 2020
Kurator: Dr. Mathias Listl

© The Merrill C. Berman Collection, New York
04.09.18
Am 11.10.2018 eröffnet die Mammut-Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ in der Kunsthalle Mannheim

Diese Ausstellung wird groß: Über 240 Exponate von über 130 Künstlern der Klassischen Moderne und der Gegenwart mit Leihgaben aus aller Welt – aus USA und Russland sowie aus vielen europäischen Ländern und Mexiko. „Diese Leihgaben möglich zu machen, war eine Mammutaufgabe“, sagt Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim, die in den USA und in Russland persönlich mit potenziellen Leihgebern und Kooperationspartnern Kontakt aufgenommen hat.

Auf zwei Etagen im Neubau findet die Sonderschau Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie statt, die am Donnerstag, 11. Oktober 2018, eröffnet wird (19 Uhr). Versammelt sind auch eine Vielzahl verschiedener Kunstgattungen: Malerei, Filme, Installationen, Collagen, Fotografien, Zeichnungen und Plakate. „Die visuellen Künste der Zwischenkriegszeit im 20. Jahrhundert waren vielfältig und betrafen nicht nur die Hochkunst, sondern griffen in das Alltagsleben der Menschen ein und Motive der Massenkultur auf“, so Lorenz. „In der Gegenwart sind die Gattungsgrenzen sowieso aufgehoben.“

Ausgehend von der Neuen Sachlichkeit, die in der Kunsthalle Mannheim 1925 ihren Namen erhalten hat, wird eine ähnliche Wiederentdeckung der zeitgenössischen Wirklichkeit, die Hinwendung zu Gegenstand und Gegenwart in der sozialistischen Sowjetunion und in den USA betrachtet und erstmals ein Vergleich der Kunst dieser drei Länder gezogen. Als roter Faden dient die Frage: Wie beeinflusst das ökonomische Sein das künstlerische Bewusstsein und Handeln?

Ein zweites Kapitel wendet sich der unmittelbaren Gegenwart zu, in der Globalisierung, Digitalisierung und die internationale Finanzwirtschaftskrise Künstler zu engagierten Aussagen antreiben. Im Zentrum stehen etwa 35 internationale Künstlerinnen und Künstler mit ca. 70 Arbeiten in den Medien Film, Installation, Fotografie und Performance. Vertreten sind u.a. Jeremy Deller (UK), Maja Bajevic (Bosnien-Herzegowina, F), Alicja Kwade (D/PL), Abraham Cruzvillegas (Mex), Harun Farocki (D) und Antje Ehmann (D).

Das Kuratorenteam für Teil 1 mit Dr. Eckhart Gillen, Berlin, und Ulrike Lorenz sowie Sebastian Baden (Kunsthalle Mannheim) für Teil 2 strebt an, im vergleichenden Sehen und Verstehen der visuellen Kulturen beider Epochen die Analogien und Differenzen in der Verarbeitung des Themas zu erkennen.

Highlights unter den Ausstellungstücken sind beispielsweise der „Schifferstreik IV“ (1930) von Gerd Arntz aus der Sammlung Merrill C. Berman, das „Motorrad Rennen“ (1923-25) von Konstantin Vjalov aus der Tretjakov Galerie Moskau sowie die „Cotton Pickers“ (1935) von Jackson Pollock aus der Albright-Knox-Gallery – ein unbekanntes Frühwerk, das stilistisch eine Überraschung birgt.

Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie –
1919-1939 und 2008-2018
12. Oktober 2018 bis 03. Februar 2019
Eröffnung: 11. Oktober 2018, 19 Uhr

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, BASF SE (Hauptsponsor), Stiftung Kunsthalle Mannheim, H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Stiftung, VR Bank Rhein-Neckar eG, Stadt Mannheim
Projekt Volume V – im Kontext von “Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 2008-2018” wird gefördert durch den Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Medienpartner der Ausstellung ist das Handelsblatt.

#artandeconomy

 Foto: Alexej Sergeew, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Foto: Kunsthalle Mannheim
30.08.18
Seit September 2012 bietet die Kunsthalle Mannheim ein FSJ Kultur an 2017/18 unterstützten erstmals drei Freiwillige gleichzeitig das Museum

Ein Tag im Juli: Neugierig schauen sich 30 Augenpaare im Atrium um. Die jungen Erwachsenen haben sich in die Hände von Selin Hacikoglu, Florian Höft und Rosa Bergmann begeben, die seit September 2017 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ Kultur) in der Kunsthalle Mannheim absolvieren. An diesem Sommertag ist es das erste Mal, dass die Drei eine so große Gruppe von Menschen selbständig durch das Kunstmuseum führen. Sie erzählen frei und aus ihrer Perspektive über die Kunstwerke und die besondere Art der Präsentation, über den Neubau und die Geschichte des Hauses. Ihre Zuhörer, die ebenfalls als Freiwillige an verschiedenen Institutionen in Heidelberg arbeiten, hören ihnen interessiert zu.

Im September 2012 wurde in der Kunsthalle Mannheim erstmalig ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur eingerichtet. Die damit verbundene Stelle war in der Abteilung „Kunstvermittlung“ angesiedelt und wurde finanziell durch die Wüstenrot Stiftung Ludwigsburg ermöglicht. Seitdem hat sich das System „FSJ Kultur“ im Mannheimer Kunstmuseum fest etabliert und stetig erweitert. Dieses Jahr arbeitete die 19-jährige Selin Hacikoglu aus Eberbach in der Kunstvermittlung. In der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird bereits seit drei Jahren auf die Unterstützung einer Freiwilligen gesetzt – in diesem Jahrgang war das Rosa Bergmann (ebenfalls 19 Jahre) aus Leutershausen. Neu war 2017/2018 die Einrichtung einer FSJ Kultur-Stelle im Marketing der Kunsthalle, die von Florian Höft (20 Jahre) aus Ilvesheim übernommen wurde.

Dass sie in ihrem Jahrgang besonderes Glück hatten, darüber sind sich die drei Freiwilligen einig. Noch bei geschlossenen Museumsbetrieb traten sie im September 2017 ihr freiwilliges Jahr an – und wurden sofort eingebunden in die umfangreichen und aufregenden Vorbereitungen für die Eröffnung des Museums im Juni 2018. „Es ist großartig, wie viel Verantwortung wir hier von Beginn an übernehmen durften und wie viel Vertrauen uns entgegen gebracht wurde“, freut Rosa Bergmann sich.

Die junge Frau weiß es besonders zu schätzen, dass sie in der Pressearbeit an spannenden Ereignissen wie dem Besuch des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zu den „Tagen der offenen Tür“ im vergangenen Dezember teilhaben durfte. An der Vorbereitung und Durchführung dieses Riesentermins war sie ebenso beteiligt wie an den Pressekonferenzen anlässlich des Grand Opening des Museums. So begleitete sie z.B. verschiedene Medienteams – von RNF über SWR bis ZDF – bei ihren Dreharbeiten. „Das war totales Neuland für mich.“

In der Kunstvermittlung übernahm Selin Hacikoglu direkt nach ihrem Einstieg die Illustrationen der „Aktiv-Blätter“ für eine neu entwickelte Kinder-Kunst-Box. Ihre Ideen und Zeichnungen sind in das attraktive Produkt eingeflossen, das mittlerweile im Museumsshop erhältlich ist. Selin organisierte darüber hinaus Führungen für unterschiedliche Besuchergruppen und brachte sich inhaltlich bei den Arbeitsblättern für Lehrer und Schülergruppen ein.

Für Florian Höft war die Durchführung der Kunstmesse ART Karlsruhe zu Beginn des Jahres 2018 ein persönliches Highlight: „Ich war von Anfang an in die Vorbereitungen auf die Messe integriert – vom Recherchieren attraktiver Give-Away-Artikel über die Neugestaltung des Messestandes bis hin zum tatsächlichen Messeauftritt in Karlsruhe, wo ich selbst als Repräsentant der Kunsthalle auftrat“, erzählt er begeistert.

Besonders stolz sind sie auf ihr gemeinsames Projekt, das sie eigenständig erarbeitet haben. Sie haben für die Social Media-Kanäle der Kunsthalle eine Serie aus Film- und Fotobeiträgen entwickelt mit dem Ziel, während des geschlossenen Museums die Öffentlichkeit dennoch an den Vorbereitungen und Aufbauprozessen bis zur Eröffnung teilhaben zu lassen.

Nun ziehen die drei jungen Erwachsenen weiter. Sie werden studieren oder bereiten sich mit einem Mappenkurs auf die Aufnahme an einer Kunsthochschule vor. Ihre Nachfolger stehen bereits in den Startlöchern: Ab September werden Rebekka Wadle, Gina Ries und Keona Buvari ihr Freiwilliges Soziales Jahr Kultur an der Kunsthalle Mannheim beginnen.

Bildunterschrift: Die „Freiwilligen“ 2017/18 (v.l.): Rosa Bergmann, Selin Hacikoglu und Florian Höft im Neubau (Foto: Kunsthalle Mannheim)

29.08.18
Noch Plätze frei im Sommerferien-Workshop "Deine Szene als Foto – wie von Jeff Wall" für Jugendliche am 04. und 05. September 2018

Fotos macht ihr tägliche Dutzende mit Eurem Handy oder Tablet. Im Gegensatz dazu braucht der Fotograf Jeff Wall manchmal zwei Jahre für einen seiner großformatigen Leuchtkästen, für die er bekannt geworden ist. Der kanadische Künstler (Jahrgang 1946) zeigt Menschen in unterschiedlichen Situationen, beim Picknick, auf dem Weg zur Arbeit oder in ihrer Wohnung. Was wie zufällig aufgenommen aussieht, ist in Wirklichkeit perfekt inszeniert und erinnert oft an berühmte Gemälde der Kunstgeschichte. Jeff Wall beschäftigt sich mit Fragen medialer Inszenierungen und Klischeevorstellungen in der zeitgenössischen Fotografie.

„Deine Szene als Foto – wie von Jeff Wall" heißt der Sommerferien-Workshop für Kinder für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren am Dienstag 04. und Mittwoch, 05. September 2018 von 10.15 bis 16 Uhr in der Kunsthalle Mannheim stattfindet. Gemeinsam mit Kunstvermittlerinnen schauen sich die TeilnehmerInnen die Ausstellung an, entwickeln Themen, Strategien und Motive für verschiedene inszenierte Fotos und werden anschließend selbst kreativ.

Bitte mitbringen: Essen, Trinken, Sonnenschutz.

Anmeldung: www.abendakademie-mannheim.de, Kursnummer R196066, Kosten: 40 € (inkl. Material und Eintritt).

Foto: Kunsthalle Mannheim
Foto: Kunsthalle Mannheim/ Maria Schumann
29.08.18
Die „Bar der Gegenwart: Fotografie jetzt“ am 05.09.2018 beschäftigt sich am Beispiel von Jeff Wall mit zeitgenössischer Fotografie

Ist heute nicht jeder Mensch ein Fotograf? „Fotografie jetzt“ ist das Thema der „Bar der Gegenwart“ am Mittwoch, 05. September 2018 (19.30 Uhr) in der Kunsthalle Mannheim. ProfessorInnen und Studierende verschiedener Kunsthochschulen fragen, welche neuen Strömungen in der zeitgenössischen künstlerischen Fotografie zu entdecken sind, wie die Ausbildung im Bereich der Fotografie an Kunsthochschulen aussieht und welchen Stellenwert Positionen wie die von Jeff Wall darin einnehmen? Gemeinsam mit den VertreterInnen der Kunsthochschulen wird besprochen, wie Fotografie heute gelehrt wird, welchen Stellenwert analoge Techniken und die Bildkultur der sozialen Medien in der Kunst haben. Zu Gast sind u.a. Susanne Kriemann, Professorin für Künstlerische Fotografie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, und Dr. Jörg Scheller, Journalist, Kunstwissenschaftler und Leiter des Theorie-Bereichs im Bachelor-Studiengang „Kunst & Medien“ an der Züricher Hochschule der Künste.

Die „Bar der Gegenwart“ am 05. September 2018 ist eine der letzten Gelegenheiten, die Sonderausstellung „Jeff Wall. Appearance“ zu sehen, die nur noch bis Sonntag, 09. September 2018 läuft.

In der „Bar der Gegenwart“ wird bei einem Drink mit lokalen wie internationalen KünstlerInnen, MacherInnen und DenkerInnen diskutiert, wie Kunst das Leben bestimmt und uns inspirieren kann, anders auf unsere täglichen Fragen zu blicken. Die Veranstaltung zählt zum „ProgrammPlus“ der Kunsthalle Mannheim, mit dem sich das Museum der Stadtgesellschaft öffnen möchte. Im Selbstverständnis einer „Stadt in der Stadt“ – also eines exemplarischen Ausschnitts der Gesellschaft – nimmt die Kunsthalle die Grundkoordinaten der menschlichen Existenz in den Blick.

Mittwoch, 05.09.2018, 19.30 Uhr
ProgrammPlus zu „Jeff Wall. Appearance“
Bar der Gegenwart: Fotografie jetzt.
Kosten: 5 €, Museumseintritt frei – MVV Kunstabend
Moderation: Dörte Dennemann und Dr. Sebastian Baden
 

Weitere Veranstaltungen an diesem MVV-Kunstabend:

Mittwoch, 05.09.2018, 18.30 Uhr und 20 Uhr
Anselm Kiefer und sein Kosmos
Kunstgespräch für Neugierige
Kosten: 3 €, Museumseintritt frei – MVV Kunstabend

Mittwoch, 05.09.2018, 18.30 Uhr
Jeff Wall. Appearance
Kunstgespräch für Neugierige
Kosten: 3 €, Museumseintritt frei – MVV Kunstabend

Mittwoch, 05.09.2018, 20 Uhr
Überblicksführung durch die neuinszenierte Sammlung OFFEN
Kunstgespräch für Neugierige
Kosten: 3 €, Museumseintritt frei – MVV Kunstabend

MVV-Kunstabend:
1. Mittwoch im Monat, 18 - 22 Uhr, Eintritt frei

28.08.18
Red Dot Award für OFFEN: Kampagne der Agentur loved im Auftrag der Kunsthalle Mannheim wird für hohe Designqualität ausgezeichnet

Erinnern Sie sich noch an OFFEN? Seit Frühjahr 2018 warb die Kunsthalle Mannheim mit diesem typographischen Motiv und lud ein zu ihrer feierlichen Eröffnung am 01. Juni 2018. Jetzt wurde die Agentur loved für die OFFEN-Kampagne mit dem renommierten Red Dot Award: Communication Design 2018 in der Kategorie "Poster - Typographie" ausgezeichnet. 24 internationale Juroren haben sich nach der Betrachtung von mehr als 8.600 Kommunikationsdesign-Arbeiten aus 45 Ländern unter anderem für die Eröffnungskampagne der Kunsthalle entschieden.

Bereits 2017 hatte die Kunsthalle Mannheim die Gestaltungsagentur loved mit ihrer Eröffnungskampagne beauftragt. Loved – eine Tochter der großen Hamburger Full-Service-Agentur thjnk – wird nun am 26. Oktober 2018 im Rahmen der Preisverleihung des Red Dot Awards ausgezeichnet. Während der Designers’ Night im ewerk Berlin wird die Plakatkampagne OFFEN den internationalen Gästen des Events vorgestellt – in der Siegerausstellung „Design on Stage“, die exklusiv eine Nacht lang den State of the Art im weltweiten Kommunikationsdesign in Szene setzt. Das Plakatmotiv OFFEN für die Kunsthalle Mannheim wird ebenfalls im International Yearbook Communication Design 2018/2019 präsentiert, das am 15. November erscheint und in rund 40 Ländern vertrieben wird.

Um die Vielfalt im Bereich Design fachgerecht bewerten zu können, unterteilt sich der Red Dot Design Award in die drei Disziplinen Red Dot Award: Product Design, Red Dot Award: Communication Design und Red Dot Award: Design Concept. Der Red Dot Award ist einer der größten Design-Wettbewerbe der Welt. 1955 kam erstmals eine Jury zusammen, um die besten Gestaltungen der damaligen Zeit zu bewerten. In den 1990er-Jahren entwickelte Red Dot-CEO Professor Dr. Peter Zec den Namen und die Marke des Awards. Die begehrte Auszeichnung „Red Dot“ ist seitdem das international hochgeachtete Siegel für hervorragende Gestaltungsqualität. Weitere Informationen unter www.red-dot.de.

21.08.18
Große Herbstausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ schickt Vorboten: Manets „Erschießung Kaiser Maximilians“ ist ab 28.08.2018 in neuem Kontext zu sehen

Museum in Bewegung: Die kommende Mega-Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ bringt bereits jetzt Bewegung in die neue Kunsthalle Mannheim. Schon diese Woche beginnen die Umbauarbeiten und am kommenden Dienstag, 28.08.2018, eröffnet ein erster Themenkubus seine Pforten. In Vorbereitung auf die Sonderschau, die am 11.10.2018 eröffnet,
wird das Herzstück der Mannheimer Sammlung neu positioniert: Édouard Manets „Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko“ (1868-69) zieht in Kubus 1, der daher ab heute bis Sonntag, 26.08.2018, geschlossen ist.

Interessierte Besucher haben bis Sonntag noch ein letztes Mal die Gelegenheit, das Manet-Gemälde in Kubus 3 mit der raumgreifenden Installation „Arena“ von Rita McBride zu erleben. Am Freitag, 24.08.2018 (10.30 bis 12 Uhr), und Samstag, 25.08.2018 (15 bis 17 Uhr), findet dort die Perfomance „Bodies and Structure“ von Alexandra Waierstall statt.

Manets berühmtes Ölgemälde ist ab Dienstag, 28.08.2018, in „seinem“ Kubus 1 in der neuen Konstellation mit „The Chisel and the Sinkhole“ (2016-2017) von José Antonio Vega Macotela zu erleben. Ab Dienstag, 28.08.2018, bis zur Eröffnung von „Konstruktion der Welt“ am Donnerstag, 11.10.2018 (19 Uhr) werden die Kuben 2 bis 4 für die Sonderschau vorbereitet und sind daher für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Mit seinem Umzug in Kubus 1 erobert Manet jenen Galerieraum, der originär für das riesige Meisterwerk entworfen wurde. Die Gegenüberstellung mit dem Werk von Vega Macotela markiert den kunsthistorischen Ansatz der Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“.

Die zweite Sonderausstellung seit der Neueröffnung beleuchtet zehn Jahre nach der Finanzkrise erstmals sichtbare Einflüsse der Ökonomie auf Kunst und Künstler in der Periode von 1919 bis 1939 und zwischen 2008 und 2018. Ein internationaler Vergleich der visuellen Künste zwischen den Weltkriegen und in der Gegenwart führt durch eine sich dramatisch wandelnde Erfahrungswelt von Mensch und Arbeit. Etwa 250 Gemälde, Filme, Fotografien, Collagen und Multimedia-Installationen von rund 150 Künstlern und Kollektiven aus mehr als 20 Nationen reflektieren Fragen und beschreiben Phänomene, die heute brisanter sind denn je.

José Antonio Vega Macotelas „The Chisel and the Sinkhole“ (Der Meißel und der Stollen) ist eine Klangskulptur, die aus der Mechanik einer europäischen Spieluhr und Werkzeugen des Bergbaus der lateinamerikanischen Kolonialzeit zusammengesetzt wurde. Auf diese Weise verknüpft Macotela die Geschichte der kolonisierten Bevölkerung mit jener der Kolonialherren. In seinen Werken greift der Künstler (Teilnehmer der documenta 14 in Kassel und Athen) die Themen Ökonomie, Macht, Gefangenschaft und Widerstand auf. Im Kontext des Historienbildes von Edouard Manet bringt er aktuelle sozioökonomische und politische Aspekte der Globalisierung auf den Punkt, deren Ursprünge in die Geschichte der Eroberung der Welt durch europäische Interessen zurückreichen.

Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1919-1939 und 2008-2018
12. Oktober 2018 bis 03. Februar 2019
Eröffnung: 11. Oktober 2018, 19 Uhr

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, BASF SE (Hauptsponsor), Stiftung Kunsthalle Mannheim, H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Stiftung, VR Bank Rhein-Neckar eG, Stadt Mannheim.

Projekt Volume V – im Kontext von „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 2008-2018“ wird gefördert durch den Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Rainer Diehl/Kunsthalle Mannheim
 Foto: Georg Winter
10.08.18
Kunsthalle Mannheim begrüßt Vorboten der großen Herbstausstellung Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie: Franklin Village zu Gast am Friedrichsplatz – Künstlerprojekt Volume V und Olaf Holzapfel ab 10.08.2018

Die große Herbstausstellung der Kunsthalle Mannheim thematisiert unter dem Titel „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ den wechselseitigen Einfluss von Wirtschaft und Kunst zwischen den Weltkriegen (1919–1939) und in der Gegenwart (2008–2018). Dabei wird erstmals die sich dramatisch wandelnde Erfahrungswelt von Mensch und Arbeit in einem internationalen Vergleich beleuchtet. Etwa 250 Gemälde, Filme, Fotografien, Collagen und Multimedia-Installationen von rund 150 Künstlern und Kollektiven aus mehr als 20 Nationen reflektieren Fragen und beschreiben Phänomene, die heute brisanter sind denn je. Die zweiteilige Themenausstellung wird am 11. Oktober 2018 eröffnet und wird bis 03. Februar 2019 zu erkunden sein.

Doch schon ab dem 10. August 2018 installieren die Künstlergruppe Volume V und der Bildhauer Olaf Holzapfel – Vorboten des Großprojekts – ihre Werke im Außenraum der Kunsthalle Mannheim. Direkt am Friedrichsplatz errichtet Volume V ein künstlerisches Labor. Dafür verlässt die ehemalige Zahnklinik des US-Militärs, genannt MASH (Mobile Army Surgical Hospital), die Konversionsflächen des Franklin Village und zieht auf den Vorplatz der Kunsthalle Mannheim. Das Publikum ist hier eingeladen, sich an Aktionen, Diskussionen oder ästhetischen Operationen zu beteiligen. Die Gruppe Volume V wurde von Künstlerinnen und Künstlern im Umfeld der Hochschule der Bildenden Künste Saar gegründet und zusammen mit Georg Winter für die Ausstellung eingeladen.

An der Roonstraße errichtet Olaf Holzapfel seine neue Skulptur „3 Brücken“ – eine Art moderne Version von Fachwerkarchitektur. Die violett leuchtende Skulptur wirkt leicht und transparent und verknüpft traditionelles Handwerk mit konstruktivistischer Ästhetik. Holzapfel nutzt natürliche Rohstoffe wie Holz, Stroh, Heu oder Wolle und bezieht sich auf lokale Traditionen, sei es in Polen oder Patagonien. Damit pocht er auf Nachhaltigkeit und Ressourcenbewusstsein in der Ökonomie heute. Holzapfel studierte an der Staatlichen Kunsthochschule Dresden und lehrte in Karlsruhe und Hamburg. 2017 war er Teilnehmer der documenta 14 in Kassel und Athen. Er lebt in Berlin.

Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1919-1939 und 2008-2018
12. Oktober 2018 bis 03. Februar 2019
Eröffnung: 11. Oktober 2018, 19 Uhr

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, BASF SE (Hauptsponsor), Stiftung Kunsthalle Mannheim, H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Stiftung, VR Bank Rhein-Neckar eG, Stadt Mannheim

Projekt Volume V – im Kontext von “Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1919-1939 und 2008-2018” wird gefördert durch den Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

28.07.18
„CALLOT. Graphische Monumente“ eröffnet am 13. September 2018 in der Graphischen Sammlung der Kunsthalle Mannheim

Kaum einem Künstler ist es wie ihm gelungen, mit der Kunst der Radierung zu Weltruhm zu gelangen. Jacques Callot (1592–1635) gilt als der bedeutendste spätmanieristische Kupferstecher des frühen 17. Jahrhunderts. Er arbeitete für Cosimo di Medici in Florenz und später für die Höfe in Lothringen und in Paris, der Niederlanden und Spaniens.
In der Ausstellung „CALLOT. Graphische Monumente“ (14. September bis 25. November 2018) präsentiert die Kunsthalle Mannheim erstmals rund 100 Drucke von Jacques Callot. Zahlreiche Blätter konnten mit der großzügigen Unterstützung privater Bildpaten und der Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg vorab restauriert werden.
Callot liebte theatralische Grotesken und elegante Hofszenen. Seine Werke leben von einem unerschöpflichen Detailreichtum, dem der geniale Radierer Monumentalität und fesselnde Präsenz verliehen hat. Der Zyklus „Die Schrecken des Krieges“ hat Künstler wie Franzisco de Goya oder Otto Dix beeinflusst. Sein Gesamtwerk umfasst 1.428 Blätter; die Kunsthalle Mannheim besitzt mit über 500 Radierungen gut ein Drittel seiner Graphiken.
Fantasievolle, oft fantastische Ausgestaltungen kennzeichnen Callots Radierungen. Meist bearbeitet er kleine Platten, auf denen er eine vielgestaltige Szene mit einer dicht verwobenen Detailfülle unterbringt. Hauptfiguren stellt er monumental in den Vordergrund. Jede einzelne Figur erzählt eine eigene kleine Geschichte. Um diese detaillierte Kleinteiligkeit seiner Graphiken zu ermöglichen, entwickelt Callot einen speziellen, härteren Firnis, der ihm das Radieren besonders feiner Linien erlaubt. Zudem bringt er den Einsatz der sogenannten „Echope“ zu großer Meisterschaft. Mit dieser besonderen Form der Radiernadel kann man an- und abschwellende Linien anfertigen, um Hell- und Dunkelwerte ohne Schraffuren zu erzeugen.
„Der Galgenbaum“ aus der Serie „Die Schrecken des Krieges“ (1633) ist das bekannteste Blatt von Jacques Callot. Die kriegerischen Handlungen stellt er keineswegs heroisierend dar, sondern schildert vielmehr nüchtern mit dem ihm eigenen Detailreichtum den Alltag in Zeiten des 30-jährigen Krieges. Gleiches gilt für die großformatigen Darstellungen der Besetzung von Breda oder von La Rochelle.
Bis heute sind seine Darstellungen des höfischen Lebens wichtige zeithistorische Dokumente. Callot füllt seine Blätter mit buckligen Zwergen, den gnomenhaften „Gobbi“ und Figuren der Commedia dell’arte („Balli di Sfessania“) und viele anderen Akteuren des höfischen Lebens.

CALLOT. Graphische Monumente
14.09. – 25.11.18
Eröffnung: 13.09.18, 19 Uhr
Kurator: Dr. Thomas Köllhofer

Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
27.07.18
Die Stiftung Kunsthalle Mannheim stellt sich personell neu auf – Konstituierende Sitzung am 27. Juli 2018

Nach Fertigstellung des Museumsneubaus stehen bei der Stiftung Kunsthalle Mannheim personelle Veränderungen an. Damit werden Weichen für die Weiterentwicklung der 2012 gegründeten Stiftung gestellt.

Dr. Manfred Fuchs, der bisher den Vorsitz des Stiftungsrats führte, scheidet aus dem Stiftungsrat aus. In Anerkennung seiner Verdienste um die Stiftung und den Neubau wird er zum Ehrenvorsitzenden des Stiftungsrats bestellt.

Auch Dr. Hans-Werner Hector und Bürgermeister Lothar Quast nehmen ihren Abschied aus dem Stiftungsrat. Hans-Werner Hector und seine Ehefrau Josephine haben mit ihrer großzügigen Zuwendung von 50 Mio. € den Museumsneubau ermöglicht, der in Würdigung ihrer mäzenatischen Leistung den Namen „Hector-Bau“ trägt.

Dr. Hans-Werner Hector und Dr. Manfred Fuchs bleiben der Kunsthalle Mannheim sowie der Stiftung auch künftig als Förderer und als Mitglieder des Stifterkreises verbunden.

Gemäß Stiftungssatzung wird der Stiftungsrat jetzt von bisher sechs auf künftig neun Mitglieder erweitert. Neu gewählt wurden (in alphabetischer Reihenfolge):
-    Dr. Inka Drögemüller, stellvertretende Direktorin der Schirn Kunsthalle Frankfurt
-    Ralf Eisenhauer, Vorsitzender der SPD-Fraktion des Gemeinderats Mannheim
-    Verena Eisenlohr, Rechtsanwältin, Vorsitzende des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim
-    Dr. Susanne Fuchs, Tierärztin und Betriebswirtin, übernimmt den Vorsitz im Stiftungsrat
-    Claudius Kranz, Vorsitzender der CDU-Fraktion des Gemeinderats Mannheim.
-    Dr. Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel-Museums Hannover.

Ihre Stiftungsratsmandate führen weiter:
-    Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim
-    Michael Grötsch, Kulturbürgermeister der Stadt Mannheim
-    Dr. John Feldmann.

Darüber hinaus gibt es eine Veränderung im Vorstand der Stiftung: Dipl.-Ing. Hanno Diehl, der als Bauvorstand für die erfolgreiche Erstellung des Museumsneubaus verantwortlich zeichnete, scheidet aus dem Vorstand aus. Er führt als Bevollmächtigter der Stiftung Kunsthalle Mannheim und der Stadt noch laufende Bauangelegenheiten zu Ende.

Der Vorstand wird künftig von bisher drei auf zwei Mitglieder verkleinert. Dr. Ulrike Lorenz, bleibt als Direktorin der Kunsthalle Mannheim Vorstandsvorsitzende und Bernhard Siegel ist kaufmännischer Vorstand.

Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
25.07.18
Bar der Gegenwart: Artist Talk mit Alexandra Waierstall zur Performance „Bodies and Structure“ am 01. August 2018

„Der Körper in unterschiedlichen Kontexten mit all seinen Möglichkeiten und in seinen Konflikten rückt in meiner choreografischen Arbeit ins Zentrum der Reflexion“, sagt Alexandra Waierstall. Die Choreographin ist am Mittwoch, 01. August 2018, 19.30 Uhr zu Gast in der Veranstaltungsreihe „Bar der Gegenwart der Kunsthalle Mannheim. Im Gespräch mit Alexandra Waierstall, den AkteurInnen der Performance „Bodies and Structure“ sowie den TeilnehmerInnen geht es unter anderem darum, was der Mensch durch die körperliche Wahrnehmung über die Gegenwart lernen kann und wie dieses Körperempfinden von zeitgenössischen KünsterInnen genutzt wird.

Bereits um 18.30 Uhr ist Alexandra Waierstalls Performance „Bodies and Structure“ im Kubus 3 zu sehen sowie an sechs weiteren Terminen im August. Ausgangspunkt der Performance ist die Präsentation von Rita McBrides „Arena“ gegenüber des Herzstücks der Mannheimer Sammlung: Edouard Manets „Erschießung Kaiser Maximilian I. von Mexiko“ (1868/69).

Waierstall eröffnet mit ihrer von hoher Sensitivität geprägten Handschrift prozesshaft eine Landschaft, in der nie etwas be- oder vollendet werden wird. Ähnlich wie bei dem Solo „Sounding Silence“, das 2016 im Rahmen der Time Based Academy in der Kunsthalle Düsseldorf präsentiert wurde, teilen sich die PerformerInnen und BesucherInnen einen Raum in Stille. Zyklisch entfalten sich hier auf und neben der „Arena“ immer wieder Begegnungen zwischen den PerformerInnen und BesucherInnen, den PerformerInnen und dem Raum.

Vertikale und horizontale Verbindungen zwischen Handelnden und Beobachtenden, Resonanzen, Übergänge, Perspektivwechsel und Transformationen werden unmittelbar von Augenblick zu Augenblick stetig wechselnd und wachsend erfahrbar. In den Interventionen „Bodies and Structure“ werden diese Prozesse, die nicht durch Fixpunkte, Anfänge oder Abgänge gekennzeichnet sind, und diese Situationen, die sich nie ganz vervollständigen, fokussiert und dabei unendliche Sichtweisen auf das Verhältnis von Mensch und Raum, von Körper und Struktur choreografisch reflektiert.

Choreographie und Konzept: Alexandra Waierstall
Künstlerische Partner: Rita McBride
Performance und Mitarbeit: Harry Koushos, Ioanna Paraskevopoulou, Karolina Szymura und weitere
Sound Research: Stavros Gasparatos
Management: Judith Jaeger
Produktion: Alexandra Waierstall; Koproduktion: Kunsthalle Mannheim.

Gefördert durch die Kunststiftung NRW, Ministerium für Kultur und Wissenschaft Landes Nordrhein-Westfalen/ Spitzenförderung Tanz des Landes NRW.

ProgrammPlus: Bar der Gegenwart:
„Der Körper in der Kunst und im Alltag“
Mittwoch, 01. August 2018
18.30-21.30 Uhr, Performance „Bodies and Structure #03“, Kubus 3, Eintritt frei
19.30 Uhr, Artist Talk mit Alexandra Waierstall, Kubus 3, Eintritt: 5 Euro

Weitere Termine der Performance:
#04 Fr 3.8. 10.30-12 Uhr
#05 Sa 4.8. 15-17 Uhr
#06 So 5.8. 15-17 Uhr
#07 Mi 22.8. 18-19.30 Uhr
#08 Fr 24.8. 10.30-12 Uhr
#09 Sa 25.8. 15-17 Uhr

18.07.18
„Themen der Stadtgesellschaft – Themen der Kunsthalle: Ästhetik des Alltags“ heißt es am Samstag 21.7.2018 beim Community College, 15 bis 17.30 Uhr

Die Ästhetik des Alltags steht am Samstag, 21. Juli 2018 (15 bis 17.30 Uhr), beim Community College der Kunsthalle Mannheim im Mittelpunkt. Ausgehend von dem Werk „Mask Maker“ (2015) des kanadischen Fotografen Jeff Wall besuchen Dörte Dennemann, Kunsthalle Mannheim und Tanja Krone, zeitraumexit e.V., mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Menschen, die in ihrem beruflichen Alltag und aus ihrem biographischen Lebensgeschichten heraus neue Blickwinkel auf das Werk des kanadischen Fotokünstlers erlauben.
Nach einer gemeinsamen Betrachtung des „Mask Makers“ von Jeff Wall geht es zu Fuß in die Quadrate, wo der Mannheimer Unternehmer Roger Davis in einen seiner Geschäfte einlädt. Der Einzelhändler sieht in einer Maske, die man aufsetzt, auch eine Brücke zum anderen, steht die Maske doch für ein Narrativ, da man über sich selbst erzählt. Es gilt Parallelen zur fotografierten Szenerie in den internationalen Einzelhandelsgeschäften der Mannheimer Innenstadt zu entdecken.
Weiter geht es in die Jungbuschstraße, wo Milan Ilic einen Frisörsalon betreibt. Er sieht sich selbst als „Haarschamane", der seine Kunden anregt, über Aussehen und Wirkung nachzudenken und sie in einer schamanischen Sitzung darin unterstützt, sich selbst näher zu kommen. Die Frage des Tages lautet: Welche Maske trage ich heute, wofür und wen?
Das Community College ist ein neues Format im Rahmen des ProgrammPlus. Die Kunsthalle Mannheim ruft in Form von Mitmachaktionen, Diskussionen, Stadtspaziergängen und regelmäßigen Treffs auf, über Themen nachzudenken, die für die Stadtgesellschaft Mannheims Bedeutung haben. Gleichzeitig bietet das Community College die Gelegenheit mit unterschiedlichsten Akteuren, Lieblingsorte aufzusuchen, neue Orte zu entdecken sowie andere Sichtweisen und Ansichten kennenzulernen und miteinander auszutauschen. Eine kosmopolitische Gesellschaft ist die regionale Antwort auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt.

Samstag, 21.7.18, 15 Uhr
Community College:
Themen der Stadtgesellschaft – Themen der Kunsthalle: Ästhetik des Alltags
Treffpunkt: Litfaßsäule, Atrium, Kunsthalle Mannheim
Eintritt: 4 €
Der Rundgang endet gegen 17.30 Uhr in der Jungbuschstraße, Mannheim.
In Kooperation mit zeitraumexit.

© Jeff Wall
© Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
04.07.18
Nach der Bedeutung von Jeff Wall heute fragt das Symposium „Fotografie als Kunst“ am 25. & 26.07.18 in der Kunsthalle Mannheim

Innerhalb des Kunstsystems hat Jeff Wall bereits mit seiner ersten Ausstellung 1978 eine intensive Diskussion über Fotografie als Kunst angestoßen und damit seit den 1990er Jahren zugleich deren künstlerische Anerkennung soweit legitimiert, dass sich aus heutiger Perspektive die Frage stellt, wie seine Kunst umgekehrt die Fotografie beeinflusst hat.
Der Kunsthistoriker Michael Fried stellt Walls Arbeiten an den Ausgangspunkt seines Buches „Why Photography matters as Art as never before“ (2008) und hebt z.B. Jeff Walls großformatige Tableaus hervor, die kunsthistorisch an das Prinzip der Historienmalerei anknüpfen, sowie Jeff Walls Praxis der Mise-en-Scène in der Fotokunst.
Der Künstler selbst hat die Entwicklung seines Werkes und dessen Wahrnehmung vom ersten Schritt an mit kunstkritischen Beiträgen über Zeitgenossen, Interviews und spezifischen Stellungnahmen begleitet bzw. sogar gesteuert. Auf diesen wechselseitigen Diskurs nimmt das Symposium Bezug und verknüpft ihn mit aktuellen Forschungsarbeiten zur jungen Geschichte der Fotografie.
Mit einem öffentlichen Abendvortrag von Prof. Dr. Steffen Siegel, Folkwang Universität der Künste, Essen, am Mittwoch, 25.7, 18:30 Uhr (Eintritt: 5 € für Interessierte ohne Symposiums-Ticket).

Symposium:
„Die Bedeutung von Jeff Wall heute – Fotografie als Kunst“,
Mittwoch 25. Juli 2018, 13:30 – 20:00 Uhr
Donnerstag 26. Juli 2018, 9:00 – 13:00 Uhr
Ort: Auditorium, Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4
Teilnahmegebühr: 30 €, ermäßigt 20 € (für Studierende und Doktoranden mit Immatrikulationsbescheinigungsnachweis)

Alle Infos und Anmeldung unter www.kuma.art oder direkt über https://events.mcon-mannheim.de/frontend/index.php?folder_id=938

03.07.18
„The School of narrative Dance“ von Marinella Senatore zieht am 12. Juli 2018 von der Kunsthalle zum Nationaltheater Mannheim

Was ist ein Kunstwerk? Marinella Senatores Arbeiten entstehen durch öffentliche Mitwirkung. Die bildende Künstlerin arbeitet mit vielen Mitteln – von Video und Fotografie über Zeichnung, Collage, Malerei und Skulptur bis hin zu Klängen. Ihr verblüffendstes Medium ist jedoch der Mensch selbst, der auch bei ihrer öffentlichen Parade „The School of narrative Dance“ am Donnerstag, 12. Juli 2018 zum Einsatz kommt. In Zusammenarbeit mit Mannheimer Bürgern, Vereinen, Clubs und Initiativen choreographiert Marinella Senatore zur Eröffnung des Festivals „Mannheimer Sommer“ eine neue Parade, die vom Atrium der kürzlich eröffneten Kunsthalle Mannheim bis zum Vorplatz des Nationaltheaters führt. Neben Musik und Tanz spielen vor allem die Mannheimer bei dieser Parade die Hauptrolle. (Dauer: ca. 90 Min., Eintritt frei.)
In der Kunsthalle Mannheim wird während des Festivalzeitraums und darüber hinaus (12. Juli bis 26. August 2018) in der BOX eine temporäre Ausstellung von Werken Marinella Senatores zu sehen sein, die ebenfalls am 12. Juli eröffnet wird (17 Uhr).
Marinella Senatore hat ihre Paraden, Performances und sozialen Skulpturen bereits auf der ganzen Welt realisiert – in China, Südamerika, Europa und den USA. Ihr Thema ist der Dialog zwischen individuellen Lebensgeschichten, kollektiver Kultur und sozialen Strukturen, die sich überall gleichen und doch überall unterschiedlich sind.
Senatore (*1977) besuchte die Schule für Schöne Künste in Neapel, die Nationale Filmschule in Rom, das Konservatorium für Musik und absolvierte im Jahr 2006 ihr Kunststudium an der Universität von Castilla-La Mancha (Spanien), wo sie sieben Jahre lang außerordentliche Professorin war. Ab 2003 widmete sie sich künstlerischer und didaktischer Arbeit: Sie war sechs Jahre Professorin an der Universität Complutense Madrid, Gastprofessorin an den Universitäten von Rom, Universität Granada (Spanien), der State University of New York, Columbia University (New York) u.a. Zurzeit lebt und arbeitet sie in Berlin und London.
Marinella Senatores künstlerische Arbeiten sind durch öffentliche Beteiligung gekennzeichnet. Wo auch immer sie eine Arbeit produziert, involviert sie Gemeinschaften und Gruppen in den künstlerischen Prozess, um die kreative Kraft einer Menschenmenge zu fördern und einen Dialog zu initiieren. Dabei geht es der gebürtigen Italienerin nicht nur darum, soziale Prozesse auszulösen, sondern Konzepte wie gesellschaftliche und soziale Verantwortung zu hinterfragen, neue Erzählformen zu finden und schließlich durch gemeinsames Handeln ein kollektives Gedächtnis zu generieren.
In ihrer Arbeit „Rosas“ (2012), einer Oper für die Leinwand, beispielsweise waren 20.000 Menschen aus Spanien, Deutschland und Großbritannien involviert. Zu den Teilnehmern zählten professionelle Tanzgruppen, Laienschauspieler, Tischler, Kunststudenten und Gemeindechöre, die am Libretto als Schauspieler, Sänger oder als Filmcrew beteiligt waren. Sie wurden durch kostenlose Workshops unter der Leitung von lokalen Experten auf die verschiedenen Rollen und Aufgaben für die Produktion der Oper vorbereitet, z.B. in den Bereichen Filmmusik, Dramaturgie und Schnitt.
Die Tatsache, dass Marinella Senatore ihre Kunst als soziales Engagement sieht, zeigt sich besonders deutlich in der „School of narrative Dance“, die sie 2013 gründete. Dabei handelt es sich um eine mobile, kostenlose Schule, die sich auf das Geschichtenerzählen konzentriert, das u.a. auf Emanzipation und Inklusion ausgerichtet ist. Die Ziele dieser speziellen Ausbildung sind Alphabetisierung, Austausch von Fähigkeiten und Nachhaltigkeit.

Eine Koproduktion von Kunsthalle Mannheim und Nationaltheater Mannheim.

© Marinella Senatore
© Christian Falsnaes
27.06.18
Der dänische Künstler Christian Falsnaes spricht am 04. Juli 2018 beim Artist Talk in der „Bar der Gegenwart“ der Kunsthalle Mannheim

Grenzüberschreitende Installationen, aggressive Performance, spontane Tanzeinlagen und konzeptuelle Handlungsanweisungen sind Kennzeichen der Kunst von Christian Falsnaes. Der dänische Künstler spricht am Mittwoch, 04. Juli 2018 (um 19:30 Uhr) mit Dr. Sebastian Baden und Dörte Ilsabe Dennemann in der „Bar der Gegenwart“ der Kunsthalle Mannheim. Thematisiert wird in dem Künstlergespräch sowohl seine Arbeit „Video Artist“, die bis 08. Juli 2018 in der „BOX“ im Erdgeschoss des Neubaus präsentiert wird, als auch die Macht der Kunst der Gegenwart und ihre Einflussnahme auf die Egos und das Ethos des Publikums.
Christian Falsnaes gelingt es mit seiner Arbeit, in zwischenmenschlichen Interaktionen Fremde zusammenzubringen und dabei Hemmschwellen sichtbar zu machen und zu überschreiten. Mit Hilfe von Video- und Audioinstallationen nimmt er selbst die Rolle des Choreographen und Animateurs ein oder überträgt diese Funktion auf Anwesende, die so zu Akteuren seiner Kunst werden. Die mit Skript geplanten, für die Teilnehmenden aber oft überraschend stattfindenden Performances werden gefilmt und in Videoinstallationen überführt. Dieses zusammen mit dem Publikum geschaffene Werk ist wesentlicher Bestandteil der Ausstellung.
Christian Falsnaes (*1980) studierte Philosophie und bildende Kunst in Kopenhagen und Wien. Seine Kunst wurde u.a. Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld, im Pinchuk Art Center in Kiew, Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich, ZKM Karlsruhe, Kunstverein Braunschweig, Bielefelder Kunstverein, in der Kunsthalle Wien, im Hamburger Bahnhof Berlin und im Centre Pompidou Paris ausgestellt. Er wurde 2008 mit dem Internationalen Performancepreis in Trento ausgezeichnet und war 2015 für den Preis der Nationalgalerie nominiert.

Mit freundlicher Unterstützung der Danish Arts Foundation

In der „Bar der Gegenwart“ wird bei einem Drink mit lokalen, nationalen wie internationalen KünstlerInnen, MacherInnen und DenkerInnen besprochen, wie wir die Gegenwart verstehen können und wie Kunst uns inspiriert, anders auf unsere täglichen Fragen zu blicken, z.B. wie wir mit Zeit umgehen, wie wir unseren Arbeitsplatz organisieren, was uns für unseren Beruf motiviert und wie wir zusammenleben wollen. Die Bar der Gegenwart findet an jedem ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr an wechselnden Orten in der Kunsthalle Mannheim statt.

Bar der Gegenwart:
Mittwoch, 04.07.2018, 19.30 Uhr
Artist Talk mit Christian Falsnaes
Moderation: Dr. Sebastian Baden und Dörte Ilsabe Dennemann
Ort: Terrasse der Freunde, Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4
Kosten: 5 Euro. Tickets an der Abendkasse oder im Online-Shop unter www.kuma.art.

26.06.18
Restaurierungssymposium „Alles schwingt: Mechanische Schwingungen wirken auf Kunstwerke“ am 29. & 30. Juni 2018

Kunst- und Kulturgüter sind in vielfältiger Form Schwingungen und Stößen ausgesetzt. Doch welche mechanischen Belastungen schädigen die Kunstwerke? Welche Rolle spielt das Eigenschwingungsverhalten? Mit diesen Fragen haben sich die Restauratorinnen Katrin Radermacher und Daniela Hedinger von der Kunsthalle Mannheim sowie Dr. Kerstin Kracht, Ingenieurin für Schwingungstechnik, am Beispiel von Max Beckmanns Ölgemälde „Fastnacht“ auseinandergesetzt. Die Ergebnisse der Schwingungsmessungen vor und nach der Restaurierung sowie ein Workshop rund um die Schwingungsbelastungen von Kunst- und Kulturgütern sind Gegenstand des Symposiums „Alles schwingt: Mechanische Schwingungen wirken auf Kunstwerke“, das am Freitag und Samstag 29./ 30. Juni 2018 in der Kunsthalle Mannheim stattfindet.

 

Das Symposium ist international besetzt. ReferentInnen sind u.a. Dr. Ing. William Wei (Rijksdienst voor het cultureel Erfgoed, Amsterdam), Michel Dubus, M.A. (Institut national du Patrimoine, Paris), Arne Johnson und Dr. Mohamed Elbatanouny (Wiss, Anney, Elstner Associates Inc., Chicago), Prof. Thomas Kletschkowski (Hochschule für angewandte Wissenschaften, Hamburg), Nathalie Bäschlin, Matthias Läuchli und Cornelius Palmbach (Kunstmuseum Bern).

Symposium:
„Alles schwingt: Mechanische Schwingungen wirken auf Kunstwerke“
Fr 29.06.2018, 13 – 18.00 Uhr und Sa 30.06.2018, 9.30 – 16.30 Uhr
Auditorium, Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4, 68165 Mannheim
Teilnahmegebühr: 120 Euro, ermäßigt für Studierende: 40 Euro.
Weitere Infos unter www.kuma.art/de/symposium-alles-schwingt-mechanische-schwingungen-wirken...

© VG-Bild Kunst, Bonn 2018, Foto: Kunsthalle Mannheim
Foto: Thilo Ross
20.06.18
Das KlangForum Heidelberg e.V. ist am 24. Juni 2018 mit „Klangräume – Stadt“ zu Gast in der Kunsthalle Mannheim

Kein Konzertieren ohne Raum: Am Sonntag, 24. Juni 2018, ist das KlangForum Heidelberg e.V. zu Gast in der neu eröffneten Kunsthalle Mannheim (Einführung: 17 Uhr, Konzert: 18 Uhr). Im Programm „Klangräume – Stadt“ positioniert das KlangForum Heidelberg e.V. Kompositionen verschiedener Epochen und Stile, denen besondere räumliche Differenzierung von Musik eigen ist. So begegnen sich Schlüsselwerke von zwei der bedeutendsten lebenden Komponisten: nämlich „...quasi una Fantasia…“, das Miniaturklavierkonzert von György Kurtág (*1926) und die „Concertini“ (2005) von Helmut Lachenmann (*1935). Stimmig ergänzt werden sie durch Guo Wenjings räumlich-rituelles „Drama“ (2003) für drei Schlagwerker sowie die Uraufführung einer Hommage an Bernd Alois Zimmermann von seinem Schüler York Höller (*1944), den ersten Beitrag einer Reihe von Auftragskompositionen zu Zimmermanns 100. Geburtstag.
Die Instrumentalbesetzungen von sowohl Lachenmanns als auch Kurtágs und Guo Wenjings Kompositionen bestehen aus ungewöhnlich zusammengestellten, solistischen Teilgruppen – in Barock und Klassik auch als „Concertini“ bekannt –, von denen sich das Publikum umgeben findet. Zusätzliche historische und räumliche Perspektive schaffen die eigens von Andrew Digby für die Konzerträume des Projekts neu instrumentierten Canzonen von Giovanni Gabrieli – Zeugnisse der frühen venezianischen Mehrchörigkeit um 1600, mit der sich Helmut Lachenmann u.a. während seiner Studien bei Luigi Nono intensiv auseinandergesetzt hat.

17 Uhr: Einführungsgespräch mit dem Komponisten Helmut Lachenmann
18 Uhr: Konzert: Es spielt das ensemble aisthesis unter der Leitung von Walter Nußbaum.

Veranstalter: KlangForum Heidelberg e.V.

Kartenvorverkauf über www.klangforum-heidelberg.de
Tickets: 20 €/ 15 €/ 10 €

Kompositionen:
Helmut Lachenmann: Concertini, 2005
György Kurtág: ...quasi una fantasia..., 1987-1988
Guo Wenjing: Drama (I-IV), Trio op. 26, für 3 Paar Cymbals und die Stimmen der Spieler, 1995
York Höller: Kondukt, zur Erinnerung an Bernd Alois Zimmermann, 2018
Andrew Digby: Sonate e due canzone, nach Giovanni Gabrieli, 2018
In Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim, dem Musikwissenschaftlichen Institut, der IBA und dem Institut für Sinologie der Universität Heidelberg

04.06.18
Grand Opening des Museumsneubaus nach drei Jahren Bauzeit war ein großer Erfolg

 

Das Interesse war riesig und der Andrang enorm: Zur feierlichen Eröffnung der neuen Kunsthalle Mannheim von Freitag, 01. Juni bis Sonntag, 03. Juni 2018, kamen insgesamt rund 32.000 Interessierte. Am Freitagabend zog sich die Schlange der Wartenden wie ein buntes Band um das Gebäude und das benachbarte Maritim Hotel. Dreimal musste das Haus kurzzeitig aus Sicherheitsgründen geschlossen werden, weil es einen Stau an Besuchern gab.
„Das übersteigt meine Erwartungen bei weitem“, jubelt Dr. Ulrike Lorenz. Die Direktorin der Kunsthalle Mannheim freut sich über die Reaktionen der Besucher, die überwiegend von dem Gebäude begeistert waren: „Es ist schön festzustellen, dass sich all unsere Ideen und Visionen auch tatsächlich den Besuchern vermitteln.“
Ein Höhepunkt des Eröffnungswochenendes war das Künstlergespräch mit Jeff Wall, zu dem am Samstagnachmittag über 200 Fotobegeisterte kamen. Eineinhalb Stunden lang unterhielt sich der Autor David Campany mit dem kanadischen Fotopionier über die Hintergründe seines Schaffens. Wall, der als der langsamste Fotograf der Welt gilt, erläuterte anhand von konkreten Beispielen, wie seine Fotos entstehen.
Am Sonntagvormittag stellte sich die US-amerikanische Bildhauerin Rita McBride, die 2013 bis 2017 als Direktorin die Kunstakademie in Düsseldorf geleitet hat, auf ihrer „Arena“ (1997) den Fragen von Dr. Ulrike Lorenz und vom Publikum und thematisierte ihre Rauminstallation, die sich in der Kunsthalle mit der „Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko“ (1868-1869) von Edouard Manet auseinandersetzen muss. Dieses spannungsvolle Aufeinandertreffen zweier ganz unterschiedlicher Kunstwerke aus zwei Jahrhunderten war die Basis der Performance „Bodies and Structure. Interventions #01-09“ von Alexandra Waierstall, die während des Grand Openings neun Mal aufgeführt wurde. Zyklisch entfalteten hier sich morgens, mittags und abends auf und neben der „Arena“ immer wieder Begegnungen zwischen den Performenden und den Besuchern und dem Raum.
Auf ca. 13.000 Quadratmetern Nutzfläche zeigt die Kunsthalle ihr neues Konzept als „Museum in Bewegung“ in einer „Stadt in der Stadt“. Zehn Kuben im Neubau und die historischen Galerien des Jugendstilbaus erwarten die Besucher mit bekannten Meisterwerken und ortsbezogenen Positionen, mit Sammlungsausstellungen zur Provenienzforschung und zur Ausstellungsgeschichte der Kunsthalle.
Mit ihrer umfassenden Digitalen Strategie eröffnet die Kunsthalle Kommunikationskanäle und Möglichkeiten für die Besucher, selbst kreativ zu werden. Collection Wall und Kunsthallen-App sind aufeinander abgestimmt und bieten spielerische wie forschende Vertiefungsebenen an. Neben den Ausstellungen stellt das ebenfalls neue ProgrammPlus mit Debatten- und Konversationsformaten gesellschaftspolitisch brisante und auch ganz persönliche Fragen in den Mittelpunkt.
Entworfen wurde der Neubau von gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Die weltweit tätige Architektensozietät mit Sitz in Hamburg überzeugte 2012 im internationalen Wettbewerb mit ihrem Konzept einer „Stadt in der Stadt“. Ermöglicht wurde das Großprojekt durch herausragendes privates Engagement sowie die enorme Leistung der Stiftung Kunsthalle Mannheim. Das Gesamtbudget von 68,3 Mio. Euro wurde eingehalten. Davon wurden 50 Mio. Euro von Dr. h.c. Hans-Werner Hector und Josephine Hector gestiftet; 11,4 Mio. Euro kamen von der Stadt Mannheim, die auch die Außenanlagen umsetzte. Darüber hinaus spendeten weitere private Mäzene und Stiftungen für den innovativen Museumsneubau. Die Baden-Württemberg Stiftung investierte 1,85 Mio. Euro in die Digitale Strategie der Kunsthalle.
Die erste programmatische Sonderausstellung „APPEARANCE“ ist Jeff Wall gewidmet, der als Pionier der zeitgenössischen Konzeptfotografie maßgeblich dazu beigetragen hat, Fotografie als gleichberechtigtes Medium in die bildende Kunst einzubringen. Eine Koproduktion der Kunsthalle und des Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean, wo sie ab 05. Oktober 2018 zu sehen sein wird.
Ab Dienstag, 05. Juni 2018, nimmt das Kunstmuseum am Friedrichsplatz seinen regulären Betrieb auf. Nächstes Highlight: der MVV-Kunstabend am Mittwoch, 06. Juni 2018, 18 bis 22 Uhr, Eintritt frei. (Alle Infos unter www.kuma.art.)

© Kunsthalle Mannheim/ Maria Schumann
© Kunsthalle Mannheim/  Maria Schumann
02.06.18
Neubauarchitektur und Sonderausstellung zu Jeff Wall ernten breiten Beifall

Staunende Gesichter und Ausrufe der Begeisterung: Überaus positiv wurde die neue Kunsthalle Mannheim gestern aufgenommen. Nach dreijähriger Bauzeit eröffnete das Mannheimer Kunstmuseum am Freitagabend, 01. Juni 2018 mit einer Neuinszenierung ihrer Sammlungen und der Ausstellung „JEFF WALL. APPEARANCE“. 7.500 Interessierte stürmten ab 18 Uhr das Atrium und die Kuben des Neubaus sowie die Galerieräume im Jugendstilbau. Um 19 Uhr begrüßte Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, unter anderem den kanadischen Fotokünstler Jeff Wall sowie Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Als Ehrengäste waren die Tochter des Gründungsdirektors Fritz Wichert aus New York zu Gast sowie Angehörige von Mannheimer jüdischen Sammlerfamilien, die die Kunsthalle förderten.
„Der einzigartige Baukomplex ist von höchster städtebauliche Bedeutung und steht für ein zukunftsfähiges Museumskonzept. Die Kunsthalle Mannheim will sich deutschlandweit und international als demokratisches Museum neu erfinden und ein öffentlicher Ort der Begegnung und des Austauschs freier Bürger werden“, erklärt Dr. Peter Kurz. „Durch den beispielhaften Schulterschluss von privaten Stiftern und öffentlicher Förderung ist hier nicht einfach nur eine Museumserweiterung entstanden, sondern ein außergewöhnlicher Begegnungsort im Zeichen der Kunst.“
Theresia Bauer betonte die Möglichkeiten der Öffnung in die Gesellschaft, die sie in der neuen Kunsthalle geboten sieht: „Die Digitalisierung ist auch für unsere Museen eine der großen Herausforderungen und zugleich Chance: Es ergeben sich Möglichkeiten, die Museen für neue Besuchergruppen zu öffnen – etwa für Kinder und junge Erwachsene, die mit digitalen Technologien aufgewachsen sind und sich tagtäglich über das Netz informieren und austauschen“, so die Kunstministerin, „Die Kunsthalle Mannheim ist mit ihrem neuen Ausstellungskonzept ein Vorbild dafür, wie die Öffnung mithilfe von digitalen Medien gelingen kann.“
Auf ca. 13.000 Quadratmetern Nutzfläche zeigt die Kunsthalle ihr neues Konzept als „Museum in Bewegung“ in einer „Stadt in der Stadt“. Zehn Kuben im Neubau und die historischen Galerien des Jugendstilbaus erwarten die Besucher mit bekannten Meisterwerken und ortsbezogenen Positionen, aber auch mit Sammlungs-ausstellungen zur Provenienzforschung und zur Ausstellungsgeschichte der Kunsthalle. „Die Kunsthalle liegt mitten in der Gesellschaft und ist ein Freiraum für alle. Überraschende Begegnungen mit Kunst und Künstlern aus zwei Jahrhunderten regen den Laiendiskurs über Gott und die Welt an. Bei uns ist Austausch und auch Streit möglich. Die poröse Architektur der „Stadt in der Stadt“ verbindet das „Museum in Bewegung“ direkt mit der Gesellschaft und den Menschen von heute“, erklärt Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim, den neuen Ansatz.
Mit ihrer umfassenden Digitalen Strategie eröffnet die Kunsthalle Mannheim neue Kommunikationskanäle und Möglichkeiten für die Besucher, selbst kreativ zu werden. Collection Wall, Kunsthallen-App und interaktiver Graphiktisch sind aufeinander abgestimmt und bieten spielerische wie forschende Vertiefungsebenen an. Neben den Ausstellungen stellt das ebenfalls neue ProgrammPlus mit Debatten- und Konversationsformaten gesellschaftspolitisch brisante und auch ganz persönliche Fragen in den Mittelpunkt.
Entworfen wurde der Neubau von gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Die weltweit tätige Architektensozietät mit Sitz in Hamburg überzeugte 2012 im internationalen Wettbewerb mit ihrem Konzept einer „Stadt in der Stadt“. Ermöglicht wurde dieses komplexe Großprojekt durch herausragendes privates Engagement sowie die enorme Leistung der Stiftung Kunsthalle Mannheim. Das Gesamtbudget von insgesamt 68,3 Mio. Euro konnte eingehalten werden. Davon wurden 50 Mio. Euro von Dr. h.c. Hans-Werner Hector und Josephine Hector gestiftet; 11,4 Mio. Euro kamen von der Stadt Mannheim, die auch die Realisierung der Außenanlagen übernahm. Darüber hinaus spendeten weitere private Mäzene und Stiftungen für den innovativen Museumsneubau. Die Baden-Württemberg Stiftung investierte 1,85 Mio. Euro in die Digitale Strategie der Kunsthalle.
Die erste programmatische Sonderausstellung „APPEARANCE“ ist Jeff Wall gewidmet, der als Pionier der zeitgenössischen Konzeptfotografie maßgeblich dazu beigetragen hat, Fotografie als gleichberechtigtes Medium in die bildende Kunst einzubringen. „Jeff Wall zeigt in seinen Fotografien die inszenierte Wirklichkeit. Er führt uns die Macht des fotografischen Bildes vor und lässt uns zugleich daran zweifeln. Über die Beobachtung der „Erscheinung“, die Jeff Wall mit seinen Leuchtkästen und Farbabzügen sowie in den Schwarz-Weiß-Bildern ermöglicht, können wir lernen, die Welt und deren Repräsentation im Foto neu wahrzunehmen“, sagt Kurator Dr. Sebastian Baden. „Diese Schule der Wahrnehmung ist bei Jeff Wall begleitet von eindrucksvollen Farben und emotionalen Momenten.“ Die Ausstellung ist eine Koproduktion der Kunsthalle und des Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean, wo sie ab 05. Oktober 2018 zu sehen sein wird.
Auch Samstag und Sonntag ist die neue Kunsthalle Mannheim bei freiem Eintritt geöffnet – mit Kunst-Stationen, Performances und Künstlergesprächen. Weitere Informationen finden Sie unter www.kuma.art.

07.05.18
Kunsthalle Mannheim und Cinema Quadrat zeigen in der Reihe „Film & Kunst“ am 17. Mai 2018 den Spielfilm „Auguste Rodin“ von Jacques Doillon

Kennt man den französischen Bildhauer Auguste Rodin, so kennt man auch sein Hauptwerk „Das Höllentor“. Den Auftrag für das Bronzeportal, an dem er sein gesamtes Leben gearbeitet hat, erhielt Rodin im Jahr 1880 vom französischen Staat. Hier setzt der Spielfilm des Regisseurs Jaques Doillon ein, den die Kunsthalle Mannheim in Kooperation mit dem Cinema Quadrat am 17. Mai 2018 um 19.30 Uhr zeigt.

Auguste Rodin (1840-1917) ist einer der Wegbereiter der modernen Skulptur. Er war bereits ein erfolgreicher Künstler, als er den Auftrag erhielt, das Bronzeportal für das neue Musée des Arts Décoratifs in Paris zu entwerfen. Obwohl es als Hauptwerk des Künstlers gilt, kam das berühmte Modell nie zur Ausführung. Um 1880 lernte Rodin auch die junge Künstlerin Camille Claudel (1864-1943) kennen, die seine Assistentin und Geliebte wurde. Als Künstlerin fand Claudel trotz ihrer außerordentlichen Begabung keine Anerkennung. Die Liebesbeziehung zu Rodin scheiterte.

Die kompakte Film-Biografie (F 2017, 121 Min.) des berühmten Bildhauers basiert auf der intensiven Beschäftigung des französischen Regisseurs Doillon mit Rodins Kunstwerken. Der Film beschreibt detailliert den künstlerischen Schaffensprozess und die Ideen hinter Rodins großartigen Plastiken und Skulpturen. Zu diesen zählt auch „Eva“, die die Kunsthalle Mannheim ab dem Grand Opening am 01. Juni 2018 wieder in ihrer Sammlungspräsentation zeigt.

Christiane Wichmann, M. A., führt mit einem Vortrag zu Leben und Werk Auguste Rodins in den Film ein.

Datum: Donnerstag, 17.05.2018, 19.30 Uhr
Veranstaltungsort: Cinema Quadrat e.V., Collini-Straße 1 (Collini-Center), Mannheim
Eintritt: 8 €, erm. 6 €, 5 € Mitglieder Cinema Quadrat/Förderkreis Kunsthalle Mannheim

Filmstill aus „Auguste Rodin“ zeigt den Künstler, gespielt von Vincent Lindon, bei seiner Arbeit, Foto: Cinema Quadrat Mannheim
Symposium „Das Museum der Zukunft“ im Neubau der Kunsthalle – hier bei den Tagen der offenen Tür 2017; Foto: Kunsthalle Mannheim/ Bechtel
04.05.18
Symposium „Das Museum der Zukunft. Bauen. Kuratieren. Teilen“ am 21./22.06.2018

Die Kunsthalle Mannheim lädt Fachleute und die Stadtgesellschaft zum interaktiven Austausch ein

Der neue Museumskomplex der Kunsthalle Mannheim dient als Denkanstoß für alle: Wie könnte, wie sollte ein „Museum der Zukunft“ aussehen? Das Mannheimer Kunstmuseum lädt Wissenschaftler und Kunstinteressierte ein zum interdisziplinären Austausch beim Symposium „Das Museum der Zukunft. Bauen. Kuratieren. Teilen“ am 21. und 22. Juni 2018 in Mannheim.

Mit Beiträgen von Chris Dercon (ehemals Volksbühne Berlin, Tate Modern London), Julia Hagenberg (Kunstsammlung NRW), Dr. Stefanie Heraeus (Uni Frankfurt, Städelschule Frankfurt), Erlend Hoyersten (Aros Museum Aarhus), Prof. Dr. Lepik (Architekturmuseum München, TU München), Dr. Maria Müller Schareck (Kunstsammlung NRW), Prof. Dr. Wolfgang Ullrich (Kunsthistoriker), Hon.-Prof. Dr. Julia Voss (Leuphana-Universität Lüneburg), u.a.

Mit KuratorInnen, ArchitektInnen, JournalistInnen, KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und VertreterInnen der Mannheimer Stadtgesellschaft werden drei thematische Schwerpunkte in Vorträgen, Laboren und Debatten vertieft:

  1. Museum bauen: Welchen Ort braucht ein (Kunst-) Museum in der Zukunft?
  2. Museum kuratieren: Wie kann die Praxis des Sammelns und Ausstellens zwischen globalem Horizont und Ortspezifik entwickelt werden?
  3. Museum teilen: Wie gestaltet man eine digitale Strategie für das Museum der Zukunft inhaltlich?
     

Eintritt frei. Anmeldung ab dem 15. Mai sowie immer aktuelle Informationen unter www.kuma.art. (Änderungen vorbehalten.)

 

Online-Shop Kunsthalle Mannheim / Jahreskarte, Foto: Kunsthalle Mannheim
24.04.18
Digitales Scrollytelling-Magazin und der Museumsshop sind ab heute online

Kunsthalle Mannheim erweitert Radius im Digitalen bereits vor dem Grand Opening
Die Kunsthalle Mannheim öffnet sich weiter digital: Wie das Zugticket bei der Bahn oder die Karte für den Kinobesuch, so können sich die Besucher der Kunsthalle Mannheim bequem über das Internet vorab Eintrittskarten für das Kunstmuseum kaufen. Ab sofort steht der neue Onlineshop der Kunsthalle  zur Verfügung. Im Onlineshop können Museumsbesucher bereits zuhause ihre Eintrittskarten als Print@Home-Tickets kaufen und sich diese per E-Mail zuschicken lassen. Auch Gutscheine für Jahreskarten kann man online erwerben und diese an der Museumskasse in eine scheckkartengroße, persönliche Version eintauschen.

Gleichzeitig steht ab heute auch die Scrollytelling-Seite zum „Grand Opening“ online. „Scrollytelling“ ist ein digitales Tool, mit dem sich multimedial Geschichten erzählen lassen: ein One-Pager, der wie ein Online-Magazin aufgebaut ist. Die Kunsthalle Mannheim nutzt diese Form, um Lust zu machen auf das neue Museum. Passend zur Eröffnungskampagne wurden in der ersten Ausgabe bekannte Mannheimer Kreative befragt, was „offen“ für sie bedeutet und was sie sich von einer offenen Kunsthalle erhoffen. Die Beiträge von Bülent Ceylan, Laith Al-Deen, Thomas Siffling, Zoulfia Choniiazowa und Luigi Toscano in Wort und Bild finden Sie unter kuma.art

Jeff Wall, Search of Premises, 2009 Lightjet print, 192,3 x 263 cm courtesy the artist © Jeff Wall
17.04.18
„Jeff Wall. Appearance“ wird am 01. Juni 2018 mit dem Grand Opening eröffnet

„Jeff Wall. Appearance“ wird am 01. Juni 2018 mit dem Grand Opening eröffnet

Kunsthalle Mannheim würdigt den Pionier der Fotokunst in großer Sonderausstellung

Mit großformatigen Fotografien in Leuchtkästen hat Jeff Wall in den 1970er Jahren seinen Ruhm begründet und den Blick auf die Fotografie als Kunst erneuert. „Jeff Wall. Appearance“ (02. Juni bis 09. September 2018) ist die erste Sonderausstellung der neuen Kunsthalle Mannheim, die am Freitag, 01. Juni 2018 (18 Uhr) mit einem Grand Opening eröffnet wird. In sechs Räumen auf knapp 900 Quadratmetern konzentriert sich die Schau auf zentrale Elemente in der Arbeit von Jeff Wall: auf das Rätselhafte und das Groteske, auf Bild-im-Bild-Beziehungen, Menschen im Interieur, Sprache und Geste sowie Rollenspiel und Interaktionen.
„Wir setzen auf Bilder aus der jüngeren Schaffenszeit und zeigen neben Leuchtkästen und Schwarz-Weiß-Fotos erstmals eine bisher einmalige Gruppierung von Farbabzügen“, erläutert Kurator Dr. Sebastian Baden, der die Ausstellung mit Christophe Gallois und Clément Minighetti vom Mudam-Luxembourg Musée d’Art Moderne Gran-Duc Jean konzipiert hat.
In der aktuellen Werkschau kommt die Mehrdeutigkeit des Begriffs „Erscheinung“ mit dem vom Künstler gewählten Ausstellungstitel „Appearance“ zum Ausdruck. Damit verfolgt Jeff Wall eine dem fotografischen Bild technisch und metaphorisch zugeschriebene Eigenschaft. Darüber hinaus spielt der Titel auf die Frage nach der Wirklichkeit im Bild und ihrer Inszenierung an. Aus dem Atelier des Künstlers und von internationalen Leihgebern wurden über dreißig Werke aus verschiedenen Schaffensperioden ausgewählt. Jüngere Fotografien werden zusammen mit frühen Schlüsselwerken in thematischen Kontexten präsentiert und schaffen so einen neuen Blick auf das Werk des 71-jährigen Künstlers. Der Großteil der ausgestellten Werke stammt aus den vergangenen zwanzig Jahren.
Ausgangspunkt für das Ausstellungskonzept war das Werk „Search of Premises“ (2009), auf dem die Spurensuche und Beweisaufnahme an einem Tatort abgebildet sind. Mit „Picture for Women“ (1979) wird zudem ein wichtiges Frühwerk gezeigt, das fotografische Selbstbeobachtung und Selbstdarstellung des Künstlers als Ursprung seines Schaffens zeigt. Abgerundet wird die Schau mit neuen Werken, die Szenen der Kostümierung und Maskierung zeigen, was wiederum auf die inszenierende Praxis von Jeff Wall verweist (wie z.B. „Mask Maker“, 2015 oder „Changing Room“, 2014).
Jeff Wall zählt zu den wichtigsten Positionen zeitgenössischer Fotografie als Kunst: Der gebürtige Kanadier, der 2002 mit dem internationalen Hasselblad Award for Photography geehrt wurde, hat seit seiner ersten Ausstellung mit fotografischen Werken 1978 sowohl die Geschichte der bildenden Kunst als auch die Bedeutung der künstlerischen Fotografie maßgeblich beeinflusst. Seine leuchtenden, atmosphärisch dichten Bilder sorgen stets wieder für neues Staunen, weil sie erzählerische Aspekte alltäglich und doch rätselhaft erscheinen lassen. Mit seinen Werken schafft Wall es, die Wahrnehmung der Umwelt und des Selbst künstlerisch eindrucksvoll darzustellen.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Mudam Luxembourg (Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean) statt, wo sie im Anschluss gezeigt wird (05.10.18–06.01.19).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog bei der Edition Cantz, u.a. mit Beiträgen von David Campany, Jean-François Chevrier und Bernd Stiegler (142 Seiten, 30 großformatige Abbildungen, 29,80 Euro).

Im Rahmen der Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim findet am 25. und 26. Juli 2018 das Symposium „Fotografie als Kunst – Jeff Walls Bedeutung heute“ statt, um die aktuelle kunsthistorische Forschung zum Thema Fotografie im Kontext der Arbeit von Jeff Wall zur Diskussion zu bringen. Für die Teilnahme am Symposium dürfen Beiträge eingereicht werden, aus denen eine Jury im Mai die Auswahl trifft.

17.04.18
“Jeff Wall: Appearance” will premiere with the Grand Opening on June 1, 2018

Kunsthalle Mannheim honors this pioneer of fine art photography with a special exhibition
Jeff Wall established his reputation in the 1970s with his large-format photographs and lightboxes, which reenvisaged fine art photography. “Jeff Wall: Appearance” (June 2 to September 9, 2018) is the first special exhibition in the new Kunsthalle Mannheim, which opens its doors on Friday, June 1, 2018 at 6pm with a Grand Opening. In six rooms comprising 900 square meters, the show explores the central elements in Wall’s oeuvre:  the enigmatic and the grotesque, the relation of an image within an image, people in interiors, language and gestures, as well as role plays and interactions.
“We focus on works from his more recent creative period. Alongside his lightboxes and black-and-white-photographs, we will be the first to showcase a unique work group of color photographs,” explains curator Dr. Sebastian Baden. He conceived the exhibition together with Christophe Gallois and Clement Minighetti of the Mudam Luxembourg (Musee d’Art Moderne Grand-Duc Jean).
The exhibition plumbs the multiple meanings of the exhibition title, “Appearance”, which the artist chose himself. Wall investigates the technical and metaphorical qualities assigned to a photographic image. Furthermore, the title plays on the question of reality in a photograph and how this reality might be staged. Over thirty works from different creative periods were selected from the artist’s studio and from international lenders. More recent pieces and early key works are grouped by themes, allowing a fresh take on the photographer’s oeuvre at the age of 71. The majority of the exhibited works date from the past twenty years.
The exhibition is conceived on basis of the image “Search of Premises” (2009), which depicts a crime scene being photographed and investigated for clues. “Picture for Women” (1979) is an important early piece that displays the artist’s photographic self-observation and self-depiction as central to the origins of his work. The exhibition is completed with new works showing scenes of costuming and masking, which reference Wall’s practice of staging (as in “Mask Maker”, 2015, and “Changing Room”, 2014).
Jeff Wall is one of the most important figures in contemporary fine art photography: The Canadian-born artist received the Hasselblad Award for Photography in 2002 and has influenced art history and the meaning of artistic photography significantly from his very first exhibition in 1978. His radiant, atmospherically dense images are a constant source of wonder, rendering narrative aspects mundane and mysterious at once. In his works, Wall is able to depict the perception of the self and its surroundings in an artistically impressive manner.

The exhibition will take place in cooperation with Mudam Luxembourg (Musee d’Art Moderne Grand-Duc Jean), where it will travel after Mannheim (October 5, 2018 to January 6, 2019).

An exhibition catalogue will be published with the Edition Cantz, with contributions by David Campany, Jean-Francois Chevrier, Bernd Stiegler, and the curators (142 pages, 30 large plates, €29.80).

On the occasion of the exhibition, a symposium entitled “Photography as Art: Why Jeff Wall matters today” will be held on July 25 and 26 at the Kunsthalle Mannheim, with the aim of stimulating discussion about current art historical research on the subject of photography in the context of Jeff Wall’s work. Contributions for the symposium are being accepted until May 6, and the jury will make their selection in May.

21.03.18
Dr. Ulrike Lorenz bleibt bis 2023 als Direktorin der Kunsthalle Mannheim im Amt

Gemeinderat beschließt am Dienstagabend die Vertragsverlängerung um fünf Jahre
Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim, bleibt der Stadt Mannheim für weitere fünf Jahre erhalten: Am 20. März 2018 hat der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung die Verlängerung ihres Vertrages bis Ende 2023 beschlossen und ist damit der Empfehlung des Kulturausschusses gefolgt. Dr. Lorenz ist seit 2009 Direktorin der Kunsthalle Mannheim.
„Zehn Jahre Mannheim, ein legendäres Museum für Gegenwartskunst mit 100-jähriger Tradition und ein hochmotiviertes Team – das setzte ungeahnte Energien frei und machte einen gewaltigen Zukunftsschub möglich: Am 1. Juni 2018 eröffnen wir die neue Kunsthalle Mannheim und zwar als eine radikal demokratische ,Stadt in der Stadtʻ mit einem innovativen kuratorischen Programm und einer umfassenden digitalen Strategie“, erklärt Dr. Lorenz. „Es freut mich riesig, diese ‚Wiedererfindung‘ der Kunsthalle unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts lotsen zu dürfen und ich bin total gespannt auf die Potenziale und geistigen Abenteuer, die die Institution künftig noch offenbaren wird.“
Dass die derzeitige Direktorin auch für eine erfolgreiche Leitung der neuen Kunsthalle Mannheim beste Voraussetzungen mitbringt, unterstreicht Kulturbürgermeister Michael Grötsch: „Dr. Ulrike Lorenz ist eine Persönlichkeit, die Mannheim als Kunst- und Kulturstadt voranbringt. Ich bin überzeugt, dass sie gemeinsam mit ihrem Team dem Ziel, das bundesweite Renommee der Kunsthalle Mannheim zu stärken, weiter mit großen Schritten entgegengehen wird. Mit dem signalhaften Neubau und der Sanierung des Jugendstil-Gebäudes wurden hierfür die Grundlagen geschaffen.“
Unter der Leitung von Dr. Lorenz wurden 2010 bis 2013 der über 100-jährige Jugendstilbau von Hermann Billing generalsaniert sowie seit 2012 ein zukunftsweisender Museumsneubau geplant und gebaut.
Schwerpunkte ihrer inhaltlichen Arbeit setzt sie mit zahlreichen Ausstellungen und Erwerbungen zum erweiterten Skulpturenbegriff der Gegenwart von Joseph Beuys, Bruce Nauman, Dan Graham bis zu aktuellen Positionen von Thomas Hirschhorn, Olafur Eliasson und William Kentridge. Ebenso rückte sie wenig beachtete Künstlerinnen der Klassischen Moderne und Gegenwart in den Fokus der Museumspolitik: von Ré Soupault bis Hannah Höch und von Magdalena Jetelová bis Pipilotti Rist.
Das gesamte Museumsensemble wird am 1. Juni 2018 mit einer Ausstellungsfläche von 5.500 Quadratmetern eröffnet. Das innovative kuratorische Konzept wurde unter dem Leitbild „Museum in Bewegung“ im Verständnis einer „Stadt in der Stadt“ entwickelt. Dabei stehen existenzielle Themen im Mittelpunkt wechselnder Sammlungspräsentationen, die Kunstwerke nach ihrer Relevanz für das Leben in der urbanisierten Gesellschaft von heute befragen. Vermittelt und begleitet werden sie von einer beispielhaft umfassenden Digitalen Strategie.

Direktorin Dr. Ulrike Lorenz im Neubau der Kunsthalle Mannheim, Foto: Kunsthalle Mannheim/ Lukac Diehl
16.03.18
Mannheimer Gastronom Arthur Schuller eröffnet am 23. März 2018 das LUXX

Museumsrestaurant punktet als kultureller Begegnungsort mit internationaler Küche
Gläser und Geschirr sind auf Hochglanz poliert und der Ofen aufgeheizt, die Getränke gekühlt und die Schürzen frisch gestärkt: Gastronom Artur Schuller hat die Nase vorn und eröffnet bereits am 23. März 2018 sein Restaurant LUXX – deutlich vor dem Grand Opening der Kunsthalle Mannheim am 01. Juni 2018.
Der Name leitet sich ab vom lateinischen Wort „lux“ für „Licht“. Das „X“ steht für die Gitterstruktur der Stadt. „Wir haben uns dem Mannheimer Gründungsprinzip der barocken Quadratur verschrieben, auf dem unsere Formel „ohne Unterschied von Nationen“ beruht“, erläutert Schuller. „Unsere von zwölf Weltregionen inspirierten Speisen sind einfach, klar und direkt, sorgsam ausgewählte Zutaten stehen im Vordergrund. Im Restaurant ist uns das gemeinschaftliche Erleben besonders wichtig: Das LUXX ist ein Ort der interkulturellen Küche und Begegnung.“ Freitag- und samstagabends sind außerdem DJ-Bookings und Live-Musik-Abende geplant.
„Das Konzept von Arthur Schuller hier einen Ort der Begegnung entstehen zu lassen, an dem Kultur und Genuss zusammentreffen, passt perfekt zu unserem Konzept eines Museums in Bewegung, das als „Stadt in der Stadt“ funktioniert“, ist Dr. Ulrike Lorenz überzeugt. „Darüber freuen wir uns sehr – aber auch über die feinen Köstlichkeiten, die wir schon an den Tagen der offenen Tür 2017 kosten durften.“
Mit der Museumsgastronomie ist Arthur Schuller vertraut: Der Jungunternehmer, der Wirtschaftswissenschaften und Psychologie studiert hat, betreibt in Mannheim seit 2012 erfolgreich das Museumsrestaurant C-Five. Arbeitserfahrungen hat er u.a. in Russland und in Australien gesammelt.
Die Gerichte der LUXX-Speisekarte kreiert Schuller in Abstimmung mit Küchenleiter Fabricio Barbosa, Serviceleiter Yonas Ghebrehiwet und Barleiter Ahmed Salahaddin. Sein Team ist ebenso international aufgestellt wie die Karte, die von Esskulturen aus der ganzen Welt inspiriert ist. Das Angebot reicht vom kleinen Frühstück über ein leckeres Mittagsangebot, ein köstliches Kaffee- und Kuchensortiment am Nachmittag bis zum ‚Fine Dining‘ am Abend. Die Speisen sind kreativ und durchdacht – und schon ihr Klang macht Lust auf mehr: Sepia-Risotto mit Wolfsbarsch und Meerrettichcreme, Lachs-Sashimi mit Avocado, Lammkoteletts mit Safran-Couscous oder auch frittierte Calamari mit der asiatischen Kohlart Pak Choi und Soja-Limetten-Mayonnaise. Die Preise bewegen sich im mittleren Bereich. Mit einer gut bestückten Bar und einer einladend-großen Freiluft-Terrasse blicken Schuller und sein Team freudig dem Sommer am Friedrichsplatz entgegegen.
Als besonderes Highlight erwartet die Besucherinnen und Besucher auf der ersten Etage der Zeichenroboter namens #walluxx. Der digitale Mitarbeiter lässt täglich über den Köpfen der Gäste ein gemeinschaftliches Wandbild entstehen. Jeder Gast kann über das Internet ein Foto, eine Zeichnung oder einen Textgruß an #walluxx senden und so Mitgestalter eines temporären Kunstwerks werden, das auf eine zehn auf zwei Meter große Fläche auf der Wand des LUXX gezeichnet wird.

Am Freitag, 23. März 2018, nimmt das LUXX seinen regulären Betrieb auf.

LUXX
Friedrichsplatz 4, 68165 Mannheim, Tel. +49 (0)621 17025511, www.luxx-mannheim.de, www.facebook.com/luxxmannheim

Öffnungszeiten:
Mo bis Do 9–24 Uhr
Fr & Sa 9–1 Uhr
So 9–22 Uhr
Warme Küche bis 22 Uhr

Besucheransturm bei den „Tagen der offenen Tür“ im Neubau der Kunsthalle Mannheim; Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
18.12.17
Mit „Tagen der offenen Tür“ feierten Stiftung und Kunsthalle den fertigen Neubau

21.700 Besucher strömten von 15. bis 17. Dezember in das neue Museumsgebäude
„Sensationell! Dieser große Besucheransturm und die Begeisterung der Menschen übersteigt unsere Erwartungen!“, jubelt Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim. Von Freitagabend, 15. Dezember 2017, bis Sonntagabend, 17. Dezember 2017, waren insgesamt 21.700 Menschen an den Friedrichsplatz gekommen, um den Museumsbau von gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner zu begutachten. „Einfach großartig“, findet eine Mannheimerin das 22 Meter hohe Atrium. Ein Karlruher ist begeistert von der „Weite und Luftigkeit“ des gesamten Komplexes. Viele Besucher fassten ihre Freude in Worte, endlich einmal einen Blick ins Innere werfen zu können.
Die Puls Project Band der Popakademie eröffnete musikalisch am Freitag kurz nach 18 Uhr mit sphärischen Weltmusikklängen und Klarinettenmelodien die „Tage der offenen Tür“. Dr. Manfred Fuchs, Sitftungsratsvorsitzender der Stiftung Kunsthalle Mannheim, Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, und Dr. Ulrike Lorenz begrüßten die Menschen mit kurzen Ansprachen. In der Reihe „Work in Progress“ traten des weiteren der Popchor der Popakademie auf sowie die Bands Casu, Vee, Fibel, Schimmer und das Mannheimer Quartett Vincent Hall.
Am Samstag, 16. Dezember 2017, füllten sich bereits ab 10 Uhr wieder Atrium, Ausstellungskuben, Gänge, Brücken und Treppen. Beeindruckt zeigten sich viele Besucher vom 2,75 Tonnen schweren und 16 Meter hohen Bleirelief „Sefiroth“ von Anselm Kiefer, das im Atrium thront. „Ich komme seit Kinderzeiten hierher – auch heute noch immer wieder gern“, erklärt ein älterer Herr, sichtlich gerührt. Zwei junge Frauen – ehemalige Mitglieder der Artgenossen, dem jungen Ableger des Förderkreises für die Kunsthalle Manheim e.V. – sind extra aus Berlin und Köln angereist, um „ihre neue Kunsthalle“ zu sehen: „Die Architektur ist umwerfend.“
Um 15 Uhr bezauberte am Samstag der Damenchor des Nationaltheaters Mannheim unter der Leitung von Chordirektor Dani Juris die Menschen mit finnischen Klängen und Klassik, u.a. von Schumann. Von der Bühne im Atrium zogen die singenden Frauen durch die Kuben und mit sich die Menschenmenge wie einen Schweif hinterher. Um 17.30 Uhr erklärte die Berliner Künstlerin Antoanetta Marinov ihr Konzept „Give & Take Art“ im Gespräch mit Dr. Sebastian Baden. Der Kurator für zeitgenössische Kunst leitete im Anschluss in den Art Slam über. Hier stellten 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fünf Minuten lang ein ausgewähltes „Herzensobjekt“ aus ihrer Sammlung vor. Christine Roth-Schmitt hatte eine kleine schwarze abstrakte Plastik dabei, die es ihr angetan hatte. „Es ist mir eine Freude, ein volles Museum in ein leeres zu bringen“, eröffnete Professor Josef Walch seinen Beitrag und stellte sein Hasenmuseum vor, das in eine große Holzkiste passt. Er war einer der sechs Gewinner, die vom Publikum gekürt wurden. Darunter auch die Mannheimer Galeristin Blanka Heinecke. Sie erzählte eine wunderbare Geschichte über eine kleine Papierarbeit einer befreundeten Künstlerin, die ihren Ursprung in selbstgemachter Quittenmarmelade hatte. Die Übergänge zwischen den sehr unterschiedlichen Auftritten gestaltete Dr. Justin Hoffmann als DJ. Der Art Slam bildet den End- und Höhepunkt der Reihe „On the Move“, mit der die Kunsthalle während ihrer Schließzeit durch die Region tourte.
Am Sonntag, 17. Dezember 2017 nutzten sogar knapp 11.000 Neugierige die letzte Chance, den derzeit größte Museumsneubau Deutschlands von innen zu sehen. Heute, Montag, 18. Dezember 2017, wird der Neubau in einem offiziellen Festakt in Anwesenheit des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann von der Stiftung Kunsthalle Mannheim an die Stadt Mannheim übergeben.
Die Eröffnung der Kunsthalle Mannheim wird am 01. Juni 2018 als Grand Opening gefeiert. Das neue Museumskonzept wird dann nicht nur bei den Sammlungspräsentationen in Neubau und Jugendstilbau sowie der ersten Sonderausstellung zu Jeff Wall erfahrbar, sondern auch mit den Kernprodukten der Digitalen Strategie, neuen Bildungs- und Vermittlungskonzepten und dem Skulpturenplatz auf der Moltkestraße. Nach der heutigen Übergabe zieht die Kunsthalle Mannheim mit ihren Sammlungen in die Depots und die Ausstellungsräume ein. Daher bleibt die Kunsthalle Mannheim bis zum Grand Opening am 01. Juni 2018 geschlossen.