ProgrammPlus: Symposium „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ am 31.01. und 01.02.2019 in der Kunsthalle Mannheim

ProgrammPlus: Symposium „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ am 31.01. und 01.02.2019 in der Kunsthalle Mannheim
11.12.18
Marina Leuning

Überwiegend positive Pressestimmen und ein begeistertes Publikum: 46.200 Besucher*innen (Stand 10.12.2018) haben nach der Hälfte der Laufzeit die große Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1918–1938 und 2008–2018“ seit ihrer Eröffnung am 11.10.2018 gesehen und beweisen, dass das Thema aktueller denn je ist: Wie beeinflusst die Wirtschaft die Kunst? Anlässlich der Ausstellung lädt die Kunsthalle Mannheim am 31.01. und 01.02.2019 zum gleichnamigen Symposium ein. Die Tagung vertieft die im historischen und im zeitgenössischen Teil der Ausstellung entwickelten Fragen, um die Forschung zur Zusammenwirkung von Kunst und Wirtschaft um neue Perspektiven zu erweitern.

In Bezug auf den historischen Teil der Ausstellung (1919-1939) folgt das Symposium den visuellen Spuren in den USA, der Sowjetunion und der Weimarer Republik, welche die Inflation, die relative Stabilisierung und die Weltwirtschaftskrise zwischen den Kriegen in den Bildenden Künsten hinterlassen haben. Nach dem Ersten Weltkrieg bestimmte ein großes Bedürfnis nach Ordnung und Stabilität die öffentliche Meinung aller drei Länder. In den Künsten fand dieses Bedürfnis ihren Ausdruck in Formen der Sachlichkeit und in einer Orientierung an positiven Tatsachen. In der Folge der Weltwirtschaftskrise um 1929 wird in allen drei Ländern eine weitere tiefe Zäsur spürbar: Eine Orientierung weg von der technikbegeisterten, sachlichen, stromlinienförmigen Kunst, hin zu einer neuen Heimatkunst, welche die harten Kontraste des modernen Lebens weichzeichnete. Der Glaube an das System eines vom Staat nicht regulierten Kapitalismus, der sich selbst und den heilenden Kräften des Marktes überlassen werden kann, schmolz dahin.

Wie reflektieren zeitgenössische Künstler die heutige Arbeitswelt und welche Rolle spielen Kunst und Künstler*innen für das Bild der (neuen) Ökonomie und für den Wert der Arbeit? Diesen Fragen geht der zeitgenössische Teil der Ausstellung (2008–2018) nach. Dabei stehen vor allem künstlerische Positionen im Zentrum, welche die gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Auswirkungen der jüngsten Wirtschaftskrise nach 2008 aufgreifen. Veränderte Produktionsbedingungen, neue Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und politische Konflikte werden in den Werken problematisiert.

Im Rahmen des Symposiums erläutert u.a. der Kunsthistoriker und Kurator Sergey Fonfanov unter dem Titel „Überwindung von Hoffnung und Enttäuschung“ das neue Konzept der Tretjakow Galerie Moskau für die Neupräsentation der dortigen ständigen Sammlung. Der Soziologe Franz Schultheis hält einen Vortrag über „Ökonomie der Kunst. Der Handel mit unhandelbaren Gütern?“. Er beschreibt die ungeschriebenen Regeln der Kunstwelt beim Vermarkten der Kunstwerke und versucht, die kollektive „Illusio“ transparent zu machen. „Neue Perspektiven auf Künstler*innen in Unternehmen“ wirft Prof. Dr. Berit Sandberg, Professorin für Public und Non-Profit-Management“. Mit Ausstellungsrundgängen und Laboren sowie Beiträgen von u.a. Maja Bajevic, Iris Dressler, Thomas Flierl und Mannheimer Expert*innen aus der Wirtschaft.

ProgrammPlus:

Symposium „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“

Donnerstag, 31.01.19, ab 10:30 Uhr: Anmeldung und Gelegenheit zum Ausstellungsrundgang; Programm 13–20 Uhr und Freitag, 01.02.19, Programm: 9–13:30 Uhr 

Ort: Kunsthalle Mannheim, Auditorium

Teilnahmegebühr: 80 €, ermäßigt 50 €

Weitere Infos ab dem 20.12. unter www.kuma.art.

Harun Farocki & Antje Ehmann: Eine Einstellung zur Arbeit – Labor in a Single Shot, 2011–2014, 9-Kanal-Video-Installation, Videostill: Amy van Houten, Nimble Fingers, Johannesburg 2014, © Farocki GbR

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