ABC des Terrorismus. Programm im Live Stream zur Ausstellung „Mindbombs“

ABC des Terrorismus. Das Begleitprogramm zur Ausstellung „Mindbombs - Visuelle Kulturen politischer Gewalt“.

Die Veranstaltungsreihe „ABC des Terrorismus“ greift grundlegende Begriffe aus dem Kontext der Ausstellung „Mindbombs - Visuelle Kulturen politischer Gewalt“ auf, um sie in Diskussionsforen und Künstlergesprächen aus wissenschaftlicher Perspektive publikumsnah zu erläutern und in Frage zu stellen. Unter Mitwirkung des wissenschaftlichen Beirats und mit Gästen aus Publizistik, Politik, Sozialarbeit und Betroffenen greift sich die Reihe wichtige Aspekte und Akteur*innen der Terrorismusforschung und Extremismus Prävention heraus.

Das digitale Programm im Live-Stream aus der Kunsthalle ergänzt das auf wenige Plätze beschränkte Programm vor Ort.

Bitte reservieren Sie sich hier einen Platz für die Teilnahme vor Ort, der Zugangslink für die Teilnahme Online wird jeweils wenige Tage vor der Veranstaltung hier veröffentlicht.

Donnerstag, 31.3. & Freitag, 1.4. ABC des Terrorismus: "Repressive Toleranz – Staatsgewalt und Grenzen der Demokratie am Beispiel von Belarus, der Ukraine und Europa"

In Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung und gefördert vom Innovationsfonds Kunst Baden-Württemberg.

Zugangslink: https://zoom.us/s/93613444788?pwd=WXhVN29oSUplSVIrZTlZWndVaVhkZz09

Meeting ID: 93613444788

Kenncode: 7bpsaX

Freitag, 01.04.2022

9.30 – 11.00 Uhr

Film-Matinée: •Der Film wird nur analog vor Ort in der Kunsthalle Mannheim präsentiert, leider kein Online-Streaming

„This Rain Will Never Stop“ (Ukraine, Lettland, Deutschland, Katar, 2020, R: Alina Gorlova)

Das Symposium lädt Expert*innen, Aktivist*innen und Zeitzeug*innen, die an den jüngsten Demokratiebewegungen in Belarus beteiligt waren, ein. Außerdem kommen an der Ausstellung beteiligte Künstler*innen und Mitwirkende der Arbeitsgruppe „Brick by Brick“ mit Beiträgen über ihre künstlerische Arbeit zu Wort.

Kosten: Eintritt frei

Die Kunsthalle Mannheim zeigt aktuell die Ausstellung „MINDBOMBS – Visuelle Kulturen politischer Gewalt“ (10.09.2021 bis 24.04.2022). Grundlegendes Thema der präsentierten Kunstwerke ist die Ikonografie und Begriffsgeschichte des Terrorismus von der Französischen Revolution bis in die Gegenwart. In drei Sektionen sind Werke ausgestellt, die sich mit sozialrevolutionärer, dschihadistischer und rechtsextremer Gewalt befassen.

Die Ausstellung greift außerdem ganz aktuelle Geschehnisse der Weltpolitik auf. Dazu zählt die derzeitige Lage im Osten Europas, jenseits den Grenzen der EU in Belarus und der Ukraine. Repression und Verhaftung von demokratischen Aktivist*innen in Belarus, neue rechtsextreme Nationalismen in Ungarn, Krieg in Separatistengebieten und die völkerrechtswidrige Besetzung von Landesteilen der Ukraine werden gegenwärtig als internationales Konfliktszenario betrachtet. Der Rückfall in autoritäre Staatsformen in und an der EU Grenze ist eine Herausforderung für die Weltgemeinschaft, der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist für alle internationalen Parteien ein Notfall, der die Diplomatie an ihre Grenzen bringt.

Das Symposium stellt sich die Aufgabe, im Kontext der Ausstellung den Fokus auf politische Gewalt zu richten, die in der Gegenwart unter dem Begriff „Terror“ verhandelt wird. Doch anders, als etwa die politische Gewalt von extremistischen Gruppen wie der RAF, des NSU oder des IS in der Ausstellung MINDBOMBS in künstlerischen Werken thematisiert wird, gibt es auch eine von sogenannten staatlichen Sicherheitsapparaten verübte Repression gegenüber Bürger*innen, die als terroristisch empfunden wird. Und umgekehrt werden politische Gegner*innen als Mitglieder „Terroristischer Organisationen“ bezeichnet, verfolgt und verhaftet.

 Die Instrumentalisierung des Begriffs „Terror“ ist oft gegen jene Menschen gerichtet, die sich demokratischen Bewegungen anschließen und öffentlich den Machtmissbrauch despotischer Regime anklagen. Der Angriff gegen die Zivilbevölkerung und die Grundstrukturen der Demokratie erfordert einen solidarischen Zusammenhalt und diplomatischen Widerstand.

Das Symposium lädt Expert *innen, Aktivist*innen und Zeitzeug*innen ein, die an den jüngsten Demokratiebewegungen in Belarus beteiligt waren.

Außerdem kommen an der Ausstellung beteiligte Künstler*innen und Mitwirkende der Arbeitsgruppe „Brick by Brick“ mit Beiträgen über ihre künstlerische Arbeit zu Wort.

Das Symposium wird organisiert in Zusammenarbeit mit Prof. Susanne Kriemann, HfG Karlsruhe und Dr. Sebastian Baden, Kunsthalle Mannheim.

Freitag, 01.04.2022

9.30 – 11.00 Uhr

Film-Matinée: •Der Film wird nur analog vor Ort in der Kunsthalle Mannheim präsentiert, leider kein Online-Streaming

„This Rain Will Never Stop“ (Ukraine, Lettland, Deutschland, Katar, 2020, R: Alina Gorlova)

11.00 – 12.00 Uhr

„Hauptsache, kein Krieg!“. Über den Umgang mit historischen Gewalterfahrungen und dem Ukraine-Krieg in Belarus.

Dr. phil. Astrid Sahm, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin Die Beteiligung des Lukaschenka-Regimes an Russlands Krieg gegen die Ukraine markiert einen tiefen Bruch im Selbstverständnis der belarussischen Gesellschaft. Der Vortrag zeigt, wie die Erinnerung an den NS-Vernichtungskrieg bis heute die politischen Konflikte prägt und welche Bedeutung die Entwicklung der Ukraine für Belarus hat. 

12.00 – 12.30 Uhr

Kaffeepause

12.30 – 13.30 Uhr

Interview mit Regisseurin Alina Gorlova

Moderation: Dr. Sebastian Baden