Benedikte Bjerre, The Birds, 2017

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In einem Raum stehen eine Menge aufblasbare Pinguinfiguren.

In ihrer Installation "The Birds" verwandelt die dänische Künstlerin Benedikte Bjerre den Ausstellungsraum in ein lebendiges Feld aus Hunderten von Ballons in Form von Baby-Pinguinen. Die filigranen, mit Helium gefüllten Figuren wandeln frei im Raum, verändern durch jeden Luftzug ihre Position und wirken dabei niedlich und irritierend zugleich. Bjerre greift in ihrer Arbeit auf das Konzept des Readymade zurück, das der Künstler Marcel Duchamp Anfang des 20. Jahrhunderts geprägt hat. Duchamps Readymades sind industriell vorgefertigte Alltagsgegenstände, die durch die Wahl des Künstlers zu Kunstwerken erklärt werden. Dabei wird die traditionelle Vorstellung von Kunst, die handwerkliches Können und Originalität betont, in Frage gestellt. Durch diese Dekontextualisierung und Umdeutung hinterfragt Duchamp nicht nur die Rolle des Künstlers, sondern auch die Wahrnehmung und den Wert von Objekten.

In ähnlicher Weise verwendet Bjerre vorgefertigte Heliumballons als Readymades, um aktuelle Systeme von Produktion, Reproduktion und Zirkulation von Waren und Ideen zu untersuchen. Diese Gruppe von Pinguinen ist somit mehr als eine spielerische Skulptur: "The Birds" lädt ein, über unsere Beziehungen zur Natur, zum Konsum und zur kulturellen Bedeutungsproduktion nachzudenken – eine Einladung, die in einer durch Klimawandel, Globalisierung und Digitalisierung geprägten Welt immer relevanter wird.

Benedikte Bjerre (*1987) absolvierte zunächst einen Bachelor in Soziologie und Semiotik, bevor sie Bildende Kunst an der Königlich Dänischen Kunstakademie Kopenhagen und der Städelschule in Frankfurt studierte. Sie lebt und arbeitet in Kopenhagen.

 

Die Installation ist noch bis Herbst 2026 in Kubus 2 zu sehen.