Becoming CoBrA

Anfänge einer europäischen Kunstbewegung
18.11.22 bis 05.03.23

Mit der Ausstellung Becoming CoBrA. Anfänge einer europäischen Kunstbewegung nimmt die Kunsthalle Mannheim die bis in die 1930er-Jahre zurückreichenden Ursprünge einer der einflussreichsten Avantgarde-Gruppen im 20. Jahrhundert in den Blick. Während die Jahre von 1948 bis 1951, in denen CoBrA als fest umrissene Gruppe existierte, bereits vielfach thematisiert wurden, steht der vorangegangene, bisher wenig beleuchtete Enstehungsprozess des Künstlerkollektivs im Mittelpunkt der Schau. Dänemark ist dabei der Schauplatz, an dem sich Künstler*innen wie Asger Jorn, Ejler Biller, Else Alfelt oder Henry Heerup bereits ab Mitte der 1930er-Jahre mit wesentlichen Themen der späteren CoBrA-Gruppe auseinandersetzen. In ihren, zum Teil während des Zweiten Weltkriegs entstandenen Gemälden, Plastiken oder grafischen Arbeiten, nehmen sie sich die Volkskunst und Mythologie Skandinaviens  oder den Expressionismus zum Vorbild, experimentieren mit kollektiven Ansätzen der Kunstproduktion oder versuchen, das Spielerische und Spontane kindlicher Fantasie in die eigene Formensprache zu integrieren.    

In der unmittelbaren Nachkriegszeit bauen die Dänen wiederum schnell Kontakt zu Künstler*innen wie Pierre Alechinsky, Karel Appel oder Madeleine Kemeny-Szemere und Zoltán Kemény auf, die sich unabhängig von ihnen mit ganz ähnlichen Fragestellungen beschäftigen. Vor allem in Belgien, den Niederlanden und in Frankreich treffen sie dabei auf Gleichgesinnte, mit denen sie sich im November 1948 zur Gruppe CoBrA zusammenschließen.

Im Rahmen der Ausstellung geben ca. 150, jeweils vor 1949 entstandene Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien, Textilarbeiten und Keramiken späterer Mitglieder des transeuropäischen Kollektivs Einblicke in den kreativen Kosmos von CoBrA vor dessen Gründung. Sie zeigen, wie sich bereits im Kontext des Zweiten Weltkriegs und der unmittelbaren Nachkriegszeit eine neue Avantgarde bildet, die für Frieden, Völkerverständigung und eine Neudefinition künstlerischer Produktionsweisen steht.

Kurator*innen: Dr. Inge Herold und Christina Bergemann (Dr. Mathias Listl, Gastkurator)

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