Programm

18:30 Uhr / 60 Min.
Mi. 06. 03.
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Kuratorenführung "Das Porträt – Graphik und Plastik aus der Sammlung" mit Dr. Thomas Köllhofer

Information zum Termin

Von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert hat das Porträt eine lange Wandlungsgeschichte durchlaufen. Über viele Jahrhunderte sollte ein Porträt ein möglichst lebendiges Bild der dargestellten Person wiedergeben. Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein soll ein Bildnis nicht zeigen, wie etwas ist, sondern wie es sein soll. Als authentisch gilt es dann, wenn seine inhaltliche Botschaft ihre überzeugendste Form gefunden hat. Das Herrscherbildnis hat die längste Tradition: Könige, Klerus und Adel wollen sich verewigen und ihren Herrschaftsanspruch zum Ausdruck bringen. Im 17. Jahrhundert wächst das Selbstbewusstsein einer bildungs- und großbürgerlichen Schicht, die ihren gesellschaftlichen Aufstieg über das Porträt manifestiert.
Bei zahlreichen Darstellungen von Menschen stellt sich die Frage, ob es sich überhaupt um ein Porträt handelt. Häufig ist keine konkrete Person porträtiert, sondern es handelt sich um eine Studie zu Gesichtsformen, um einen Typus, einen Charakter oder gar eine Idee. In einem Raum der Ausstellung, die sich allein aus Werken aus der Sammlung speist, sind die Besucher*innen aufgefordert, sich der Frage zu stellen, ob hier eine konkrete Person dargestellt ist, oder ob es sich um ein der Phantasie entsprungenes Bildnis einer unbestimmten Person handelt.
Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert beginnt für die Gattung ein grundlegender Wandlungsprozess, der sich im 20. Jahrhundert rasch beschleunigt. Das Menschenbild hat sich gewandelt und die Abstraktion bietet neue Möglichkeiten. Das Porträt soll kein Idealporträt einer Person mehr zeigen, sondern vielmehr die echte äußere Erscheinung, das Wesen und den Charakter eines Menschen einfangen. Hier spielt das Selbstporträt als die unabhängigste Form, die allein dem kritischen Blick des Künstlers selbst standhalten muss, eine zentrale Rolle. Für das 20. Jahrhundert werden den Arbeiten auf Papier auch plastische Porträts aus der Sammlung gegenübergestellt.

19:00 Uhr / 60 Min.
Mi. 06. 03.
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Kunst und Religion – Gespräch am Werk mit Pfarrer Peter Annweiler, Thema: Fritz Winter, Horizonte

19:30 Uhr / 60 Min.
Mi. 06. 03.
<p>aqua resin, fiberglass, steel, bistro table, wood</p><p>composite, acrylic, fabric, pleather, bags, faux snake</p><p>skin, mesh fabric, polyester, spray paint, acrylic paint,</p><p>synthetic hair, acrylic nails, polyurethane foam</p><p>135 x 125 x 115 cm</p><p>53 2/16 x 49 3/16 x 45 4/16 in</p><p>(AU/I 19-18/U)</p><p><br></p>
Sonderveranstaltung Eintritt inkl.

„Anpassung. Überlegungen zu Anna Uddenbergs utopisch-dystopischen Apparaturen". Vortrag von Wolfgang Ullrich

Information zum Termin

Formen der Selbstoptimierung spielen in der heutigen Gesellschaft allenthalben eine große Rolle. Die einen konsultieren deshalb eine boomende Ratgeberliteratur, die anderen lassen sich von Influencern Tips geben. Wieder andere hoffen auf technische Erweiterungen oder gar eine Überwindung des Körpers. Anna Uddenberg reflektiert in ihren installativen Arbeiten vor allem diese Hoffnungen. Mit von ihr entworfenen Apparaturen, die nicht zuletzt an ergonomische Geräte erinnern, weckt sie utopische Erwartungen an eine perfektionierte Zukunft. Zugleich aber bricht sie diese Erwartungen und lässt Bilder von Schreckensvisionen wach werden, in denen Dienlichkeit in Unterwerfung umschlägt. Der Vortrag wird diesen Doppelcharakter der Arbeit Uddenbergs genauer analysieren. 

 

Wolfgang Ullrich lebt als Kunstwissenschaftler und freier Autor in Leipzig. Er forscht und publiziert zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, zu bildsoziologischen Themen sowie zu Konsumtheorie. Er ist Mitherausgeber der Buchreihe „Digitale Bildkulturen“ im Verlag Klaus Wagenbach. Jüngste Buchveröffentlichung: Die Kunst nach dem Ende ihrer Autonomie, Berlin 2022. - Mehr unter www.ideenfreiheit.de.

10:30 Uhr / 60 Min.
Do. 07. 03.
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Themenführung Fokus Sammlung: Die Architektur der Kunsthalle – Jugendstil-Bau und Hector-Bau

15:30 Uhr / 90 Min.
Sa. 09. 03.
Workshop Kinder/Jugendliche

Guckloch Kunst Spezial: Groß und Klein